35619 Beiträge in 1963 Themen, 0 / 505 Benutzern, 113 Leser im Forum (in den letzten 20 Minuten)

Anton Angerer: was der Welt noch bevorsteht

Monsignore, Donnerstag, 10. September 2009, 20:26 (vor 2842 Tagen)

Guten Abend zusammen,

ich erlaube mir hier ein Thema zu eröffnen.

Auf der Suche nach Quellen bzw. Texten der "15 Sonntage des Pfarrer Handwercher" bin ich an einem Dokument vorbeigekommen, das ich hier verlinken möchte:

Anton Angerer: Was der Welt noch bevorsteht

Das Dokument hat über 300 Seiten, es dürfte verständlich sein, dass ich diese nicht in der Lage war in der Kürze der Zeit komplett durchzulesen. Jedoch scheint es mir nach erstem Überfliegen ein Schriftstück zu sein, das eine Behandlung in diesem Forum verdient.

Da ich mir nicht vorstellen kann, dass dieses hier noch niemandem unter die Finger gekommen ist, bzw. invers betrachtet, hier noch nicht diskutiert wurde, möchte ich Euch um eine kurze Expertise bitten, ob es sich lohnt, das Schriftstück aus dem Jahre 2001 näher zu studieren.

Anmerkung: bitte nicht erschrecken, da ist sehr viel christlicher Beigeschmack drin!

Monsignore

Ergänzung: Pfarrer Handwercher

Monsignore, Donnerstag, 10. September 2009, 20:39 (vor 2842 Tagen) @ Monsignore

Ich möchte noch ergänzend erwähnen, dass Pfarrer Franz Sales Handwercher am 03.06.1792 geboren wurde. Genau 20 Tage nach Papst Pius IX., der 1848 vor den Wirren der Revolution fliehen musste, und auch wenige Wochen nach Gründung der New Yorker Börse...

Aus diesem Bezug heraus, angesiedelt zwischen dem längsten Pontifikat (incl. Flucht, Auflösung des Vatikanstaats, Unfehlbarkeit bei Verkündigung eines kirchlichen Dogmas), der mächtigsten Börse und am anderen Ende die Erstinbetriebnahme der Guillotine, mit Enthauptung von Louis XVI., möchte ich den Gesichten des Pfarrers Handwercher eine große Bedeutung für die Gegenwart zumessen.

Wenn wir für die nähere Zukunft aufgrund anderer Quellen über eine Papstflucht, Wirtschaftskrach, Revolutionen (Ideologie der Gleichheit vs. die gefügte Ordnung) usw. reden, kommen wir allein aufgrund des Zeitinhalts nicht an dieser Quelle vorbei.

Monsignore

Avatar

Handwercher

BBouvier @, Donnerstag, 10. September 2009, 22:47 (vor 2842 Tagen) @ Monsignore

Auch Handwercher ist bekannt.

Allein seinen Namen uns einzutüten,
bringt uns nicht weiter.

Versuche es doch mal mit Zitaten und einer Deutung.

Gruss,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Avatar

Angerer

BBouvier @, Donnerstag, 10. September 2009, 22:45 (vor 2842 Tagen) @ Monsignore

Angerer sollte bekannt sein.
Er hat ein wenig Schlagseite.

Gruss,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Re: Handwercher

Eyspfeil @, Freitag, 11. September 2009, 02:21 (vor 2842 Tagen) @ Monsignore
bearbeitet von Eyspfeil, Freitag, 11. September 2009, 02:35

Hallo Monsignore!

7. Sonntag

Aller Gottesdienst erloschen

"Eines Hochamts ernste Feier
Hatt’ ich eben übernommen,
Und ich war im heil'gen Amte
Bis zur Präfation gekommen.
Sieh! Die Präfation des Festtags
War im Meßbuch nicht zu finden.
„Warum säumst du in dem Amte?“
Lärmt man in der Kirche hinten.
Und ich gab darauf zur Antwort:
„Weil die Präfation ich suche.“
Doch soviel ich immer blätt’re,
Find’ ich keine in dem Buche.
Jetzo hört’ ich eine Stimme:
„Schaue aufwärts, an die Wände!
Siehe! Siebenhundertachtzig
Schrieben dort verborg’ne Hände!“
„Ziehe ab!“ so hat die Stimme
nun zum zweitenmal geschrien;
Eine Zahl ward angeschrieben;
Von der ersten abzuziehen.
Und ich las: „Einhundertsechse.“
Und es ruft die Stimme wieder:
„Also lange liegt auf Erden
Aller Gottesdienst darnieder!“
(Anmerkung: vgl. Daniel 8.11 ff.)
155


780 Wochen, das ergibt genau 15 Jahre.
106 Wochen sind etwas mehr als 2 Jahre, in
denen aller Gottesdienst darnieder liegt.
Oder besser gesagt, verboten ist.

Fragt sich nur, ab wann die 15 Jahre zu
zählen sind.
Ab 1999? September 2001?
Oder so spät wie der Pontifikatsbeginn
von Benedikt XVI.?

Auch Marie-Julie Jahenny spricht von einer
zweijährigen Kirchenverfolgung, in Frankreich:
(in der Quellensammlung einsehbar)

Jesus sagt: ‚[…] "Mein Volk, die Gesetze werden ihren Weg nehmen, und Frankreich wird vor zwei Jahren - ich werde dir den festgelegten Tag nennen - beinahe vollständig ohne Religion sein. Mein Volk, ich habe dir so oft gesagt, daß die Zeit nahe sei."

Hier liegt offensichtlich ein Druckfehler vor: Muß heißen "für zwei
Jahre" und nicht "vor zwei Jahren".

Von Handwercher kenne ich nur dieses "Gedicht", nix weiteres.
Über ihn ist bisher kaum geforscht und recherchiert worden.

Mfg,
Eyspfeil

Avatar

einhundertsechs

BBouvier @, Freitag, 11. September 2009, 10:48 (vor 2842 Tagen) @ Eyspfeil
bearbeitet von BBouvier, Freitag, 11. September 2009, 10:56

"Und ich las: „Einhundertsechse.“
Und es ruft die Stimme wieder:
„Also lange liegt auf Erden
Aller Gottesdienst darnieder!“

Hallo, Eyspfeil!

Was bringt Dich da auf 106 Wochen>

sowie:
"780 Wochen, das ergibt genau 15 Jahre."

Mit Handwercher habe ich mich bis dato
kaum befasst und folge Dir gerne.
Jedoch eine m.E. nachvollziehbare Variante:
=>
"780" (Tage) wären 2 Jahre plus ein guter Monat.

Und passte gut zu Jahenny:
" Jesus sagt: ‚[…] "Mein Volk, die Gesetze werden ihren Weg nehmen
und Frankreich wird für zwei Jahre -
ich werde dir den festgelegten Tag nennen -
beinahe vollständig ohne Religion sein.
Mein Volk, ich habe dir so oft gesagt,
daß die Zeit nahe sei."

Und die obigen "106" wären 3 Monate und 2 Wochen:
Nämlich von Kriegsbeginn +- Ende Juli/Anfang August
bis zu den Impakten Mitte Oktober plus rund 4 Wochen danach:
=>
Und in dieser Spanne "liegt der Gottesdienst darnieder".

Nämlich am Ende der zwei Jahre Religionslosigkeit.
Und im Kriege!

Gruss!
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Re: "einhundertsechse"

Eyspfeil @, Samstag, 12. September 2009, 01:39 (vor 2841 Tagen) @ BBouvier

Hallo BBouvier!

> "Und ich las: „Einhundertsechse.“
[quote]Und es ruft die Stimme wieder:
„Also lange liegt auf Erden
Aller Gottesdienst darnieder!“

Hallo, Eyspfeil!

Was bringt Dich da auf 106 Wochen>

sowie:
"780 Wochen, das ergibt genau 15 Jahre."

Mit Handwercher habe ich mich bis dato
kaum befasst und folge Dir gerne.
Jedoch eine m.E. nachvollziehbare Variante:
=>
"780" (Tage) wären 2 Jahre plus ein guter Monat.

Und passte gut zu Jahenny:
" Jesus sagt: ‚[…] "Mein Volk, die Gesetze werden ihren Weg nehmen
und Frankreich wird für zwei Jahre -
ich werde dir den festgelegten Tag nennen -
beinahe vollständig ohne Religion sein.
Mein Volk, ich habe dir so oft gesagt,
daß die Zeit nahe sei."

Und die obigen "106" wären 3 Monate und 2 Wochen:
Nämlich von Kriegsbeginn +- Ende Juli/Anfang August
bis zu den Impakten Mitte Oktober plus rund 4 Wochen danach:
=>
Und in dieser Spanne "liegt der Gottesdienst darnieder".

Nämlich am Ende der zwei Jahre Religionslosigkeit.
Und im Kriege!

Gruss!
BB
[/quote]

Die Idee kamm mir im Herbst 2007.
Z.B. weil das ganze Gedicht im Sinne von
Wochen verfaßt wurde, also "2., 3.Sonntag usw.

Die "Hundertsechs" ergeben weder drei Wochen
noch drei Monate, was die Kriegsdauer angeht.
Also drei Wochen sind 21 Tage, drei Monate
ca. 92 Tage.

Begänne der Krieg sagen wir am 15.August, dann
dauerte er mit 106 Tagen bis Ende November!
Die 3tf findet aber im Oktober statt und nicht
so spät wie Ende November.

Bloß mit den 780 Wochen weiß ich nicht genau,
was Handwercher damit andeutet.
Möglicherweise beginnt man mit dem Anfang des
Jahrhunderts zu zählen, also 2001.
Und 'landet' dann (im Kürbis voller Asche :schief: )
2015/2016 in der 3tf.

Grüße,
Eyspfeil

Avatar

liegt der Gottesdienst darnieder

BBouvier @, Samstag, 12. September 2009, 01:45 (vor 2841 Tagen) @ Eyspfeil
bearbeitet von BBouvier, Samstag, 12. September 2009, 02:02

Hallo, Eispfeil!

Ich hatte aber doch geschrieben:

Und die obigen "106" wären 3 Monate und 2 Wochen:
Nämlich von Kriegsbeginn +- Ende Juli/Anfang August
bis zu den Impakten Mitte Oktober plus rund 4 Wochen danach:> =>

> Und in dieser Spanne "liegt der Gottesdienst darnieder".

Und nichts von "Kriegsdauer".

Und die Überschrift dazu
lautet ja auch:
=>
"Aller Gottesdienst erloschen"

Und das m.M. nach eben die obigen 106 Tage:
Von Ende Juli vielleicht, bis Mitte November so...

Wo bei Handwercher etwas von:
"780 Wochen" steht, musst Du mir erstmal noch zeigen.
Ich zitiere:

„Schaue aufwärts, an die Wände!
Siehe! Siebenhundertachtzig
Schrieben dort verborg’ne Hände!“

Und das ist sicherlich eine Zeitspanne.
Und zielt nicht auf eine vorab definierte Jahreszahl.
z.B. "2000 plus X"


Gruss,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Ja, ja, Rechenspiele...

Eyspfeil @, Samstag, 12. September 2009, 02:04 (vor 2841 Tagen) @ BBouvier

Hallo BBouvier!

Ich hatte aber doch geschrieben:
[quote]Und die obigen "106" wären 3 Monate und 2 Wochen:
Nämlich von Kriegsbeginn +- Ende Juli/Anfang August
bis zu den Impakten Mitte Oktober plus rund 4 Wochen danach:> =>
Und in dieser Spanne "liegt der Gottesdienst darnieder". [/quote]
Und nichts von "Kriegsdauer".
Und die Überschrift dazu
lautet ja auch:
=>
"Aller Gottesdienst erloschen"
Und das m.M. nach eben die obigen 106 Tage.

Klar, kannst auch recht haben. Will nicht auf
Deibel komm russ behaupten, daß meine
Rechenspiele das Gelbe vom Ei sind.

Am 15.August beginnt der Krieg ja erst im Westen,
während er in Osteuropa und in Westasien plus
Orient schon im Gange ist.

Alles zusammen dauert aber schon ein wenig länger,
als so von einigen hier angenommen.
Als sich so mancher selbsternannte 'Survivor'
es sich dünkt, den Durchmarsch der Russen
im TV zu verfolgen und sich genüßlich ein
paar Dosen aufzumachen.

Grüße,
Eyspfeil

Avatar

Aller GOTTESDIENST erloschen

BBouvier @, Samstag, 12. September 2009, 02:38 (vor 2841 Tagen) @ Eyspfeil

Hllo Eyspfeil!

Die Überschrift lautet aber doch:
=>
"Aller Gottesdinst erloschen"

Und da ist es völlig egal, ob Krieg...

"Am 15.August beginnt der Krieg ja erst im Westen,
während er in Osteuropa und in Westasien plus
Orient schon im Gange ist."

...und was auch immer in Asien oder sonstwo los ist
oder schon mal war.

Da wird die Zahl "106" genannt, in der
hier (!) keine Messe gefeiert wird!

Wohl ab Feldzugsbeginn (hier!) - bis so einiges
noch nach (!) den 3FT...

Im übrigen:
Natürlich völlig einverstanden! ;-)

Gruss,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Krise in kath. Kirche

Hinterbänkler @, hinterm Wald im Emmental, Samstag, 12. September 2009, 11:18 (vor 2841 Tagen) @ BBouvier

Da wird die Zahl "106" genannt, in der
hier (!) keine Messe gefeiert wird!

Wohl ab Feldzugsbeginn (hier!) - bis so einiges
noch nach (!) den 3FT...

Hallo BBouvier,

Ich denke während des Krieges würden schon Messen gelesen. Ein Krieg ist kein Grund das zu unterlassen, eher das Gegenteil.

Das deutet eher auf eine massive Krise in der kath. Kirche hin. Gegenpapsterei oder so.

Gruss
Hinterbänkler

Avatar

Messe erfolgreich verbieten?

BBouvier @, Samstag, 12. September 2009, 12:02 (vor 2841 Tagen) @ Hinterbänkler
bearbeitet von BBouvier, Samstag, 12. September 2009, 12:08

Da wird die Zahl "106" genannt, in der
hier (!) keine Messe gefeiert wird!

Wohl ab Feldzugsbeginn (hier!) - bis so einiges
noch nach (!) den 3FT...


Hallo BBouvier,

Ich denke während des Krieges würden schon Messen gelesen. Ein Krieg ist
kein Grund das zu unterlassen, eher das Gegenteil.

Das deutet eher auf eine massive Krise in der kath. Kirche hin.
Gegenpapsterei oder so.

Gruss
Hinterbänkler

Ja.
Klingt nachvollziehbar!

hmmm...ist vielleicht ein katholischer Theologe
unter uns, der uns erläutert, ob und wie das
funktioniert?
=>
Der Gegenpapst oder der "Richtige" verbieten
erfolgreich weltweit das Lesen der Messe?
Dann läse die Gegenpartei die Messe wohl erst recht...
hmmmm...

Dort steht:
=>
Und es ruft die Stimme wieder:
„Also lange liegt auf Erden
Aller Gottesdienst darnieder!“

In Rotfront-Spanien, im revolutionären Frankreich,
in besetzten Gebieten, in den roten Unruhen Italiens
bei Todesstrafe untersagt etc. ... vielleicht so (?)

Gruss,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Einfache Erklärung

Monsignore, Samstag, 12. September 2009, 16:50 (vor 2841 Tagen) @ BBouvier

Hallo,

Der Gegenpapst oder der "Richtige" verbieten
erfolgreich weltweit das Lesen der Messe?
Dann läse die Gegenpartei die Messe wohl erst recht...
hmmmm...

Keiner in der Kirche kann geweihten Priestern das Halten einer Messe verbieten!

Die Erklärung ist viel naheliegender: die Leute haben mit dem Überleben per se zu tun, eingeschüchtert von einer (dem Glauben nicht wohlgesonnenen) Staatsmacht, Besatzungsmacht oder gar marodierenden Banden, und Priester sind schlicht keine mehr da!

Da Handwercher wohl nur auf Europa (u. vielleicht die USA) zielt, ist dies schon denkbar. Allerdings würde die Zeit von 2 Jahren ausschließen, dass mit Papstflucht 2011 dann 2012 schon alles gegessen wäre, sondern einen zeitweiligen Sieg der Gegenkräfte unterstellen, d. h. eine Besatzungszeit oder tatsächlich faktisch wirksame Linksregierungen, auf die dann erst 2013/14 oder später die finale Phase mit Einmarsch und Impakt folgen würde.

Man sieht, die Sache ist nicht so einfach oder eben auch schlicht falsch, d. h. ein Nachbeben der frz. Revolution (Handwercher; Jahrgang 1792), das seinen literarischen Niederschlag findet.

Monsignore

Re: Einfache Erklärung

Eyspfeil @, Samstag, 12. September 2009, 22:22 (vor 2840 Tagen) @ Monsignore
bearbeitet von Eyspfeil, Samstag, 12. September 2009, 22:36

Hallo Monsignore!

Handwercher

"Einst an einem Wintersonntag,
Morgens, um die vierte Stunde,
Rief ich, am Altare kniend,
Auf zu Gott von Herzensgrunde.
Zu dem Vater um Erbarmung,
Um Erbarmung zu dem Sohne,
Um Erbarmung zu dem Geiste
Schrie ich auf im Schmerzenstone.
Da ich nichts als : „O erbarme!“
Zu dem Herrn zu beten wußte,
Trifft den Körper eine Schwäche,
Daß ich aus der Kirche mußte.
Kaum betrat ich meine Kammer,
Als ein Schlummer auf der Stelle
Mir verschloß des Leibes Augen;
Doch des Geistes Aug’ sah helle.
Klarer, als die Sterne sehen,
Schaut ich im inwend’gen Lichte;
Und es trat mir vor die Seele
Jetzt das erste der Gesichte.
Ebenso am nächsten Sonntag
Ward mein Leib vom Schlaf berühret,

Und das zweite der Gesichte
Meinem Geiste vorgeführet.
Und am dritten und am vierten
Und den folgenden Sonntagen,
Jedesmal zur selben Stunde,
Hat sich’s also zugetragen.
Immer ließ es Gott geschehen,
Daß die Körperkraft ermatte:
Während ich in Geistesklarheit
Die lebend’gen Bilder hatte,
Bis als Ganzes sich geschlossen
Der Geschichte Folgereihe,

Welche ich in Jesu Namen
Liebevoll dem Hörer weihe.

(Es wird eine Reihenfolge der
Geschichte angedeutet. Streng
chronologisch in unserem 'modernen',
rationalen Sinn ist sie aber nicht zu verstehen)

1. Sonntag
Gottesgeißel
Als ich heimkam von der Kirche,
Sank ich auf mein Lager nieder.
Doch das Schreien um Erbarmen
Hallte in der Seele wieder.
Plötzlich sah ich neben meiner
Wunderhold ein Knäblein liegen,
Das die Seele lächelnd einlud,
An sein Herz sich anzuschmiegen.
Und ich sprach: „Du liebes Kindlein,
Kannst dich über uns erbarmen?“
Und es ging vom Mund des Kindes
Süßer Hauch: „Ich will erbarmen!“
Plötzlich an des Kindes Stelle
Lag ein Mann von dreißig Jahren,
Und er trieb mich an mit Flehen
Ihm sogleich zu offenbaren.
„O fürwahr, du bist derselbe,
Der als Kindlein dagewesen.
Willst du helfen, willst du retten?
Ach, wann werden wir genesen.“
Weg war Mann und Kind. Urplötzlich
Tobt ein Wirbelsturm im Hause,
Aus den Angeln fliegt die Türe
Auf mit donnerndem Gebrause.
Und ich höre eine Stimme
Ins erstaunte Ohr mir fließen:
„Sieh, ich habe aufgeschlossen,
und es kann kein Mensch verschließen.“
Aber durch die Kammertüre,
Die der Sturmwind aufgelassen,
Sah ich plötzlich in die Stube
Strömen dichte Menschenmassen.
Alle schauen sie zum Himmel.
Eine sprach zur andern: „Siehe!“
Ich jedoch stand auf vom Lager,
Sank zu Boden auf die Knie.
„Gott“, so sprach ich, „ist erschienen.
Unwert bin ich, nur die Riemen
Seiner Schuhe aufzulösen,
Ihm, dem Preis und Ruhm geziemen.“
Aber in derselben Stunde,
Wo im Geiste dies geschehen,
Ward ein schrecklich Feuerzeichen
An dem Firmament gesehen.
Ähnlich einem Tafeltuche
Hing es nieder von den Sternen,
Und es ward herabgelassen
Aus des Himmels tiefsten Fernen.
Aus dem Tuche stiegen Nebel
Auf samt Rauch und Feuerflammen,
Und es wickelt wie ein Balken
Plötzlich sich das Tuch zusammen.
Eins der Enden von dem Balken
Hat ein Kronenreif umfangen,
Doch am anderen Ende sah man
Eine Geißel Gottes hangen.
Lange sah man diesen Balken
Waagerecht am Himmel glühen
Und die Geißel hochgeschwungen
Feuerfunken niedersprühen.
Endlich sah man noch den Balken
In ein Schlachtschwert sich verändern,
Welches blutrot angehoben
Über Städten hing und Ländern.

(Die Ereignisse beginnen aus heiterem Himmel.
Vielleicht zum 30.Geburtstag des
zukünftigen Monarchen 2011? tritt der
Impakt des Funkenregens ein, und
der Konflikt des 3.Wk entzündet sich.
Zunächst noch nicht in Westeuropa)

2. Sonntag
Gericht ohne Erbarmen
In des Jammers Hause sah ich
Über tausend erdenfarb’ne
Schmerzverzerrte Menschen stehen
In dem weiten Krankensaale.
Mitten in dem Saale sah ich
Einen Mann zu Stuhle sitzen,
Dessen Augen gleich der Sonne
Voll erhab’ner Würde blitzen.
Solche Majestät des Wesens
War mir vorher nie erschienen;
Ich erkannte: diese Hoheit
Kann nur Gott zur Hülle dienen.
In der Stirne tiefe Falten
Schien der Adlerzorn zu liegen;
Ernst und Strenge schien die Milde
Seines Herzens zu besiegen.
Auf das Knie gesenket, wag’t ich
Seine Knie zu umklammern,
Seine Füße sanft zu küssen
Und zu ihm hinaufzujammern:
„O erbarme dich, Erbarmer!
Sieh des Elends ganze Größe!
O erbarme dich, Erbarmer!
O errette, o erlöse!”
Aber langsam neigt der Hehre
Sein erhab’nes Haupt beiseiten;
Durch den Wink des Auges sah ich
Mein Gebet mit „Nein“ bescheiden.
Nochmals wag' ich meine Bitte,
Aber mit der Hand zurücke
Weist der Hohe majestätisch.
Und er sprach mit ernstem Blicke:
„Meine Rechte hab’ ich zürnend
Auf die Länder ausgestrecket;
Ein Gericht ist angesetzet,
Das die Erdenvölker schrecket.
Meinen Weizen will ich worfeln;
Säubern will ich meine Tenne;
Doch die Meinen will ich sammeln,
Wie die Kücklein lockt die Henne.
Will ein neues Reich mir stiften
Und darein die Treuen setzen,
Die in Buße meiner harren
Und den Glauben nicht verletzen.”

3. Sonntag
Großes Sterben
„Was soll werden?“, war mein Denken
Als der Geist in Schlaf mich stürzte,
Und ich schaute eine Blume,
So die Luft mit Weihrauch würzte.
Während ich am Farbenschmelze
Hochentzückt mein Aug’ erbaue,
Neigt der Blume Haupt sich plötzlich,
Wie berührt von gift’gem Taue.
Und es welkt die Blumenkrone,
Dorrt wie Heu und sinkt zur Erden,
Wird zu Staub und wenig Erde,
Und ich höre: Das soll werden.
Jetzo werd’ ich abberufen,
Und ich ging zum Hospitale,
Und ich stand im Priesterkleide
Mitten in dem Krankensaale.
Jammer sprach hier aus dem Auge
von den Hunderten Elenden;
Ach an Wärtern fehlt’s und Priestern,
Allen Hilf’ und Trost zu spenden.
Viele kämpfen ihren Tod’skampf
Mit verzerrtem Blick und Leibe,
Rollen in des Schmerzes Zucken
Ihren Körper gleich der Scheibe.
Schaurig rasseln durch die Straßen
Unablässig schwarze Karren,
Und man wirft hinab die Leichen
Ehe sie noch ganz erstarren.
Und bei fernen Leichenzügen
Singen dumpf die Grabgefährten:
„Miserere mei, Deus!“
Und ich höre: Das soll werden!

4. Sonntag
Der Turm der Kirche unzerstörbar
Eine Kirche sah ich stehen,
Und ich stieg hinauf im Turme;
Plötzlich schien der Turm zu schwanken,
Wie ein Tannenbaum im Sturme.
„Ach der Turm stürzt!“ rief ich ängstlich.
Und ich ließ in banger Eile
Von der Spitze mich hernieder
An dem nächsten Glockenseile.
„Dieser Turm wird nimmer stürzen
Vor der Welt und Zeiten Ende!“
Also sagte mir ein Starker:
„Siehe an die Fundamente!
Aber jetzo ward ein Quader
Aus des Turmes Kranz gelöset;
Dieses hat dem ganzen Baue
Solches Zittern eingeflößet.“
Und ich sah den Grund gefestet
In des Berges Felsenadern,
Einen Wald von Säulenbogen,
Pfeilern aus den stärksten Quadern.
Unzählbare Eisenstangen
Klammern sich von Stein zu Steine,
Alle Fugen sind verkittet
Zu unlösbarem Vereine.
Also war der Bau geschirmet
Von unsichtbaren starken Stützen,
Daß kein Stein gefunden wurde,
Den nicht tausend andere schützen.
Hochverwundert mußt’ ich rufen:
„Dieser Turmbau wird bestehen.
Ehe seine Zinnen stürzen,
Wird das Erdenrund vergehen.“
Bald erkannt’ ich drauf den Quader,
Welcher damals los sich machte;
Denn es starb zur selben Stunde
Pius, so genannt der Achte.

(kurzes Pontifikat 1829-1830)

5. Sonntag
Verwüstung der Kirchen
Mitten in den Strom des Niles
Trugen mich des Geistes Flügel
Über ein öde Insel,
Rings umwogt vom Wasserspiegel.
Wellen kommen, Wellen schwinden,
Schlagen an die Bank von Sande.
Traurig steht der rote Ibis
In dem schwanken Rohr am Strande.
Zwischen Schilfen und Papyrus
Rauscht das Nilpferd ungestaltet;
Und so sonnt das Krokodil sich,
Das den gelben Rachen spaltet.
Linkshin - Lybia, die Wüste -
Rechts - Arabiens Felsenmassen -
Ich allein im breiten Strome
Schrecklich einsam und verlassen.
Und die Stimme in dem Innern,
Die da billigt und verklaget,
Schreit: „Ist nirgendwo ein Ausweg?“
Und ihr ward darauf gesaget:
„Sieh, der Weg ist in den Bergen,
Dornig, alpenvoll, uneben;
Durch die Mitte der Gefahren
Führt der eine Weg zum Leben.
Über Schlangen, Basilisken,
Krokodil und Löwenrachen
Sollst du schreiten unverzaget
Und der Hölle Trotz verlachen.“
Von dem Abhang eines Berges
Bin ich gegen Tal gestiegen,
In der Kirche meiner Pfarre
Dem Gebete zu obliegen.
Neben einem Gottesacker
Führen mich vorbei die Schritte,
Und ich sah die Seelenkirche
Offen in der Gräber Mitte.
Ein paar hundert Schritte tiefer
Lag die Kirche in dem Tale;
Da verließ mich der gewohnte
Kirchenweg mit einem Male.
Eine Straße, wohlbekieset,
Vielbefahren, schnurgerade,
Von der Baumallee beschattet,
Sah ich statt dem alten Pfade.
Also kam ich bis zur Kirche.
Da ich öffnen will die Türe,
Sinkt sie schwankend aus den Angeln,
Wie ich sie nur leis' berühre.
Da ich nun das Innere schaute,
Hat sich mir das Herz empöret;
Betstühl’, Kanzel und Altäre
Sind gestürzet und zerstöret.
Drinnen sieht man niemand beten;
Heu und Stroh erfüllt die Hallen,
Kaufmannsgüter sind darüber
Aufgetürmt in schweren Ballen.
Dieses Haus, dereinst gegründet,
Daß es Gott zur Wohnung diene,
Ist verwendet nun zum Zollhaus
Und zum Warenmagazine.
Und ich seufzte: „O wie schrecklich
Ist das Heiligtum zertreten!
Ausgeraubt ist Gottes Wohnung.
Ach, hier kann ich nicht mehr beten.“
Heimwärts auf demselben Wege
Schritt ich, ganz von Gram erfüllet;
Da begegnet mir ein Fremder,
In ein schwarz’ Gewand verhüllet.
In den Falten des Gesichtes
Schien ein finstrer Groll zu hausen.
Frech und herrisch ist die Stirne
Und sein Aug’ erreget Grausen.
Er durchbohrt mich mit dem Blicke
Aus dem wilden Feuerauge.
Ha! Mir war, als ob der Hölle
Abgrund mir entgegenhauche.
Wie beim Anblick der Medusen
Starren mir wie Stein die Glieder;
Und, beflügelnd meine Schritte,
Kam ich zu dem Kirchhof wieder.
Sieh! Die ganze Kirchhofsfläche
Gleicht dem frischen Ackerfelde;
So durchfurchten seine Rasen
Der Verstorbenen Gezelte.
Neben frischen Leichenhügeln
Sah ich viele Gräber offen:
Gott! Erbarme dich der Seelen,
Deren Leib der Tod getroffen!

(Glaubensabfall und moralischer Verfall
nach dem "2.Vatikanischen
Konzil", also ab den 60er-Jahren.
Die Revolutionäre bereiten sich vor.)

6. Sonntag
Weltjahrmarkt
Nur gebeugte Knie helfen gegen Satan
In dem Innern einer Kirche
Sah ich Männer, Kinder, Greise;
Alle lasen in der Bibel,
Deuchten all sich klug und weise.
Aber ich nach meinem Brauche
Las im römischen Breviere,
Und es fragten mich die andern,
Welch’ Erbauungsbuch ich führe.
Höchlich staunten alle Leute,
Daß ich noch in diesem Buche
Voller Formeln, längst veraltet,
Meines Geistes Nahrung suche.
Doch ich blieb bei meiner Lesung,
Und es trieb mich an inwendig,
Daß ich sprach: „Der Buchstab’ tötet,
Einzig macht der Geist lebendig.“
Jetzo hör’ ich zu mir sagen:
„Komm, ich will die Welt dir zeigen!“
Und ich ging mit einem Manne
Durch die Stadt. - In tiefem Schweigen.
In der Häuser langer Reihe
Zeigte mir der Mann das seine,
Führte mich in seinen Hausgang,
Und dort ließ er mich alleine.
Hinter einer Gartentüre,
Die geöffnet wird nach innen,
Nahm ich Stellung, um die Aussicht
Auf die Straße zu gewinnen.
Sieh! Ein Markt war aufgeschlagen:
Zahllos sah ich Tisch’ und Buden,
Sah die Käufer und Verkäufer,
Männer, Weiber, Trödler, Juden.
Alle Früchte dieser Erde
Sah ich aufgetürmt zu Haufen;
Aller Länder Fabrikate
Sah ich kaufen und verkaufen.
Was als Stoff zur Kleidung dienet;
Wolle, Linnen, Pelz und Seide;
Was im Abgrund wird gewonnen:
Waffen, Silber, Gold, Geschmeide;
Was dem Auge wohlgefällig,
Was von künstlichem Gebilde,
Was dem Ohre süß und lieblich,
Was dem Fühlen weich und milde;
Was den Gaumen nur erlustigt
Von Getieren, Vögeln, Fischen,
Von Gewürzen, Kräutern, Weinen,
Fand ich auf den Händlertischen.
Aller Menschen Tagsgeschäfte
War ein Markten, Treiben, Dingen,
Um Gewinnste zu erkaufen,
Um Gewinnste zu erringen.
Plötzlich sah ich wilde Tiere,
Wohlbewehrt mit Zahn und Krallen,
Tiger, zottig, schwarz und grausam,
In des Volkes Menge fallen.
Tausend von den Käufern, Händlern,
Sah ich von der Tiere Bissen
Mitten in dem Marktgedränge
Angefallen und zerrissen.
Zitternd in dem Herzensgrunde
Sah ich auf der Tiger Toben.
Sieh! Da kommen schon die Tiger
Gegen mich dahergeschnoben.
Und sie dräuen, grimmig wütend,
Mit den Zähnen mich zu schnappen;
Und sie drängen mit den Tatzen,
Mir die Türe aufzutappen.
Mit gebeugtem Knie such’ ich
Fest die Türe zuzudrücken;
Und ich zog zugleich das Messer,
Um als Wehre es zu zücken.
Auf der Tiere Köpfe schlug ich
Mit der Waffe viele Male;
Doch es war als träf’ die Klinge
Einen Helm von stärkstem Stahle.
Solche Feinde zu verwunden,
Kann das Messerlein nichts nützen;
Doch es retten mich die Knie,
So die Türe unterstützen.
Dadurch konnten diese Tiger
In das Haus hinein nicht dringen,
Gleich den Käufern auf dem Markte
Mich zu töten, zu verschlingen.
Während ich noch schwach und zagend
Kämpfe mit der Tiere Grimme,
Hört ich in dem Haus inwendig:
„Ruhig!“ rief des Hausherrn Stimme.
Nun erhob sich große Stille;
Jene Tiger sah ich nimmer;
Doch der gute Hausherr nahte,
Lud mich freundlich in das Zimmer.
„Zeit zum Essen ist soeben;
Sei auf Fastenkost geladen;
Doch, gehorchst du nicht der Kirche,
Dann ersätt’ge dich mit Braten!“
Ich erklärte ihm dagegen,
Daß ich mich der Kirche füge,
Daß die Fastenkost vom Tische
Jenes Hausherrn wohl genüge.
Unterm Mahle sprach derselbe:
„Unnütz war zum Schutz dein Messer,
Doch die tiefgebeugten Knie
Dienten dir zur Rettung besser.
Nie mehr wird den Feind besiegen,
Wer mit solchen Waffen streitet,
Die er sich nach eig’ner Einsicht
Aus der eig’nen Kraft bereitet.
Satan, stets nach Beute brüllend,
Darf nur dann dich nicht antasten,
Wenn du fleißig Leib und Seele
Waffnest mit Gebet und Fasten.“

(Hierbei handelt es sich nicht nur
um das Wirtschaftswunder wie von
Josef Stocker angedeutet, sondern
auch um die tödliche Krise, die
plötzlich hereinbricht, in
Symbolgestalt der angreifenden
Tiger. Ab 911? Finanzkrise?)

7. Sonntag
Aller Gottesdienst erloschen
Eines Hochamts ernste Feier
Hatt’ ich eben übernommen,
Und ich war im heil'gen Amte
Bis zur Präfation gekommen.
Sieh! Die Präfation des Festtags
War im Meßbuch nicht zu finden.
„Warum säumst du in dem Amte?“
Lärmt man in der Kirche hinten.
Und ich gab darauf zur Antwort:
„Weil die Präfation ich suche.“
Doch soviel ich immer blätt’re,
Find’ ich keine in dem Buche.
Jetzo hört’ ich eine Stimme:
„Schaue aufwärts, an die Wände!
Siehe! Siebenhundertachtzig
Schrieben dort verborg’ne Hände!“
„Ziehe ab!“ so hat die Stimme
nun zum zweitenmal geschrien;
Eine Zahl ward angeschrieben;
Von der ersten abzuziehen.
Und ich las: „Einhundertsechse.“
Und es ruft die Stimme wieder:
„Also lange liegt auf Erden
Aller Gottesdienst darnieder!“

(Glaubensverfolgung: kann nur von
Kommunisten ausgehen.
106 Tage ergeben ziemlich genau
15 Wochen, die "15 Sonntage"
des Sehers; 780 Tage knapp 26
Monate)

8. Sonntag
Schwanken der Kanzeln
Große Menge füllt die Kirche,
Und es herrschet tiefe Stille,
Daß dem Volk verkündet werde
Christi Wort und Gottes Wille.
Da ich jetzt zur Kanzel trete,
Scheint die Kanzel sich zu neigen.
Jemand rief: „Die unt’re wanket;
Zu der höh’ren mußt du steigen!“
Auf die höh’re Kanzel stieg ich,
Welche am erhöht’sten Orte
Angebracht war in der Kirche,
Zu gehorchen jenem Worte.
Da begann auch diese Kanzel
Zu erzittern und zu beben;
Und dieselbe Stimme hört’ ich
Sich zum zweitenmal erheben:
„Auch die höh’re Kanzel wanket;
Nötig ist nun, daß nun eine
Neue Kanzel an dem Eckstein
Dieses Tempelbaus erscheine.“

9. Sonntag
Beichtstühle in die Wüste entführt
Vor der Kirche eines Klosters
Standen Stühle in dem Freien;
Es bereiten sich zum Beichten
Dichtgedrängte Menschenreihen.
Wohl mit Beichtigern und Priestern
Sind versehen alle Stühle;
Ich saß auch in meinem Beichtstuhl
In dem dichten Volksgewühle.
Plötzlich sah ich alle Beichtstühl’
In dem Luftzug sich erheben.
Leicht wie Federn ob den Köpfen
Der erstaunten Menge schweben.
Auch mein Stuhl war ausgerissen;
Doch erfassend Baumesäste,
Konnt' ich retten mich vom Schwindel
Und gewann der Erde Feste.
Fürchtend dacht’ ich: diese Stühle,
Die da flattern gleich den Blättern,
Könnten, stürzend aus den Lüften,
Viele aus dem Volk zerschmettern.
Und die Büßenden erdrücken,
Die genaht voll Heilsverlangen.
Sieh, da ist ein Sturm vom Herren
Von den Himmeln ausgegangen.
Und es wurden alle Stühle
Samt den Priestern, die drin saßen,
Dorthin, wo sie niemand schaden,
In die Wüste fortgeblasen.

(Sakrament der Beichte fällt aus, Kirchen
und Priestern wird der Einfluß genommen)

10. Sonntag
Wolkenbruch über Bayern
Auf das Feld war ich gegangen,
Um der Arbeit nachzuschauen;
Und mein Baumann war beschäftigt,
Habersamen anzubauen.
Schwarze Wetterwolken sah ich
Ganz Europa rings umschleiern;
Doch der Himmel strahlte heiter
Einzig auf dem Lande „Bayern“.
Doch auf einmal hat auf Bayern
Sich das Wolkenmeer ergossen,
Und der Sturmwind kam geflogen,
Und es fielen schwere Schloßen.
Obdachsuchend vor dem Sturme,
Der einherfuhr mit Gebrause,
Ging ich in dem nächsten Dorfe
Zu dem ersten Bauernhause.

(Die Krise erreicht zuletzt auch
Bayern)

11. Sonntag
Die Erde, ein Schutt- und Ruinenhaufen
Auf dem höchsten Berg der Erde
Lag ich betend auf den Knien;
Durch Marien, Jesu Mutter,
Hat mein Herz zu Gott geschrien.
Wüst lag unter mir die Erde,
Und wie weithin herrscht mein Auge,
Dampft ihr Grund wie Vesuvs Krater
Von inwend’gem Brandesrauche.
Der zerklüftet’, schwarze Boden
Ist verkohlet und verglaset;
Über diesem Haufen Schutte
Hat ein Wirbelwind geraset.
Zahllos sah ich die Ruinen
Von den Städten in dem Lande:
Kirchen, Häuser ohne Dachung,
Lodernd von dem innern Brande.
Durch die Öffnungen der Fenster
Glüht es wie ein Höllenrachen;
Hinter schwarzen Eisengittern
Wild die roten Flammen lachen.
Ich verließ nach langem Beten
Dann des Berges Haupt, das kahle,
Stieg durch Reste eines Waldes
Nieder zu dem nächsten Tale.
In den Trümmern eines Dorfes
Da betrat ich Hausruinen,
Wo ich einen Mann erschaue;
Sonst ist niemand mir erschienen.
„Ach, wo bin ich?“ war mein Erstes.
„Tausend Meilen wohl vom Orte,
Wo du nach dem Leibe wohnest“,
Waren des Gefragten Worte.
„Welches Unglück?“ fragt' ich weiter,
„Ist in diesem Land geschehen?“
„Ach, so hast du“, war die Antwort,
„Nicht das Schreckliche gesehen?“
Alle Städte und Fabriken,
Die einst blühten, sind verödet;
Die darinnen sich genähret,
Sind zerstreuet und getötet.
Ich gewahrte einen Wandschrank;
Öffnend fand ich dicke Bände
Mit der Handschrift alter Mönche
Auf ergrautem Pergamente.
Da ich nach dem Inhalt frage
Dieser staubbedeckten, alten
Schriften, die man hier verwahrte,
Hab als Antwort ich erhalten:
„Inkunabeln von Franziskus
Sind’s, dem Freund der Seraphinen;
Diese kann man jetzo brauchen,
Denn es ist die Zeit erschienen.“

12. Sonntag
Kampf gegen die Kirche
Ganz Europa war ein Lager
Von dem größten Kriegesheere;
Und es sammeln sich die Scharen
Gleich dem Sande an dem Meere.
Alle Völker waffnen wilde
Schreckens-Revolutionen,
Um die Männer zu bestreiten
Die auf einem Berge wohnen.
Denn in eine Felsenfeste
Haben sich zurückgezogen
All die wenigen Getreuen,
Die dem Baal das Knie nicht bogen.
Die des Osterlammes Siegel
Klar auf ihrer Stirne tragen
Und, wohin das Lamm auch gehe,
Ihm stets nachzufolgen wagen.
Die am alten Felsen halten,
Hoffnungsvoll nach jenen Worten:
„Daß den Felsen nicht erschüttern
Werden alle Höllenpforten.“
Und ich schaute, wie die Feinde
Aus den Völkern Streiter warben;
Und ich sah bei jedem Stamme
Seine Fahnen, seine Farben.
Einen sah ich, der vor allen
Heißergrimmt im Hasse wütet
Und zum Sturme anzufeuern
Seine Scharen nicht ermüdet.
Furchtbar deckt ihn schwarze Rüstung;
Seine Kraft ist ungeheuer;
Rauh ist jedes seiner Worte
Und sein Blick und Schwert ist Feuer.
Stolz, unbändig ist sein Streitroß,
Trauerfarbig und geflügelt,
Das er schnaubend durch die Lüfte
Gegen unsere Festung zügelt.
Wütend schlägt er mit dem Schwerte
An der Festung Eisengittern,
Daß die Mauern wie die Herzen
Der gerechten Christen zittern.
Doch in Kraft des Namens Jesu
Stellt' ich mich dem Feind entgegen,
Hielt ihm vor den Namen Jesu
Und des heiligen Kreuzes Segen.
Und ich sah ihn nebst dem Rosse
An dem Felsenberg zerschellen,
Sah ihn fallen gleich dem Blitze
In den Abgrund seiner Höllen.

(Ein revolutionärer Führer, womöglich
derselbe Finsterling,
den Marie-Julie Jahenny erwähnt.
Ist Gegenspieler des Monarchen)

13. Sonntag
Restauration der Kirche
Auf der Spitze eines Berges
In der Mitte grüner Auen
Sah ich einen neuen Tempel,
Eine neue Kirche bauen.
Von dem Plan des ganzen Tempels
War erst das Portal vollendet,
Welches gleich der Sonne leuchtend,
Jedes Menschen Auge blendet.
Herrlich wölbt sich das Gebäude
Wie ein klarer Regenbogen;
Offen sind die weiten Pforten,
Daß hinein die Völker wogen.
Seine Mauern sind von Golde,
Hell, geschliffen und polieret,
Auch mit vielen Edelsteinen
Und mit Perlen reich gezieret.
Arm sind alle Erdenschätze
Vor dem Wunderwerk der Zeiten,
Nichts ist Salomonis Tempel
Gegen diese Herrlichkeiten.
Und ich dachte hochentzücket:
„Welche Kirche wird dies werden!
Ach, ist diese Wohnung Gottes
Nicht zu herrlich für die Erden?“

(Ein neues Konzil wird nicht erwähnt.
Auch im "Lied der Linde ist nur vom
21.Konzil die Rede im Zusammenhang
mit der Kaiserkrönung,
was aber bereits
1870 stattgefunden hat)

14. Sonntag
Christus herrscht
Von demselben Tempelbaue,
Den ich sah zum ersten Male,
Unvergleichbar herrlich strahlend,
Sah ich wieder das Portale.
Durch die offnen Flügeltore
Sah ich jetzt zum Hochaltare;
Dorten, ausgespannt am Kreuze,
Hing das Opferlamm, das wahre.
Seine Stirne ist mit Rosen,
Nicht mit Dornen mehr umwunden;
Kränze schmücken seine Arme,
Herrlich strahlen seine Wunden.
Jesus löst vom Kreuz die Arme
Mit den blühenden Girlanden,
Und er schenkt von seinen Wunden
Süße Düfte auf die Landen.
In dem Himmel wie auf Erden
Ihm die Knie alles bieget,
Und ich höre eine Stimme:
„Jesus Christus hat gesieget.“

15. Sonntag
Alles eins im Glauben
Wieder sah ich Berg und Kirche
Mit dem herrlichen Portale;
Doch der Weg hinauf war steiler,
Als die beiden ersten Male.
Zu dem goldenen Portale
Reihen Hallen sich und Mauern,
Fest aus gold’nem Guß gefüget,
Um Jahrtausende zu dauern.
Herrlich in der Himmelswölbung
Hat die Kuppel sich erhoben,
Und das Kreuz, das Welt
Und Satan überwunden, steht hoch oben.
Meine Augen überraschen jetzt
Drei der Tempel in dem einen,
Die, vereint und doch geschieden,
Als ein Ganzes mir erscheinen.
Links ist Gott des Vaters Tempel.
Rechts der Tempel von dem Worte;
Mitten strahlt des Geistes Kirche
In dem heil'gen Gnadenorte.
In den dreien Kirchen sah ich
In anbetendem Vereine
Mit den Engeln und den Heil’gen
Die andächtige Gemeinde.
Alle Gläubigen und Frommen
Jeden Ranges, jeden Standes,
Jeden Alters und Geschlechtes,
Jeden Weltteils, jeden Landes.
Wer zum Geist ruft, ehrt den Vater;
Wer den Sohn ehrt, dient dem Geiste;
Niemand kann zu einem flehen,
Der nicht Dreien Ehrfurcht leiste.
Zur Monstranze wählt die Jugend
Sich des Waldes schönste Fichte;
Und es strahlt im grünen Zelte
Jesu Herz in mildem Lichte.
Und es wirft die hellsten Strahlen
Auf die Lande nah und ferne
Und erquickt mit seiner Wärme
Auch des Himmels weit’ste Sterne.
Hochentzückt von dem Gesichte,
Sank ich auf die Tempelstufen
Und, in Preis und Dank ergossen,
Hat mein Herz zu Gott gerufen:
„O wie fromm ist diese Jugend!
O wie fromm die ganze Herde!
O wie herrlich ist die Wohnung
Meines Gottes auf der Erde!“

Nun bin ich auch davon überzeugt, daß es sich bei
der "780" und der "106" gleichermaßen um Tage
handelt, nicht um Wochen.
Denn 106 Tage ergeben ziemlich genau 15 Wochen,
die "15 Sonntage" Handwerchers im übertragenen
Sinne. Glaube nicht, daß es sich dabei um einen
Zufall handelt.
Die Glaubensverfolgung dauert rund 26 Monate,
und während den 106 Tagen ist aller
Gottesdienst erloschen, also während der
heißen Phase der kriegerischen
Auseinandersetzungen vom Juli, bis hin
zur 3tf im Oktober - grob umrissen.

Grüße,
Eyspfeil

Deutungsversuch

Monsignore, Sonntag, 13. September 2009, 09:20 (vor 2840 Tagen) @ Eyspfeil

Hallo Eyspfeil,

vielen Dank erstmal für das hereinstellen des kompletten Textes. Dies ist für die Diskussion sicher hilfreich.

Bei der Bewertung Handwerchers müssen wir immer im Gedächtnis haben:

- Handwercher wurde im Jahre 1792 geboren, dem Jahr der beginnenden Enthauptungen, somit trägt er den Zeitinhalt grundsätzlich schon mal in sich

- Die Wirren der Französischen Revolution und der Säkularisation waren noch nicht zu lange her. Handwercher selbst dürfte das als Kind schon bewusst miterlebt und z. B. aufgehobene, geplünderte Kirchen gesehen haben.

Der Prolog beschreibt auch recht genau, wie sich die Gesichte zeigten: begleitet von einer körperlichen Schwäche.


1. Sonntag
Gottesgeißel
Aber in derselben Stunde,
Wo im Geiste dies geschehen,
Ward ein schrecklich Feuerzeichen
An dem Firmament gesehen.
Ähnlich einem Tafeltuche
Hing es nieder von den Sternen,
Und es ward herabgelassen
Aus des Himmels tiefsten Fernen.
Aus dem Tuche stiegen Nebel
Auf samt Rauch und Feuerflammen,
Und es wickelt wie ein Balken
Plötzlich sich das Tuch zusammen.
Eins der Enden von dem Balken
Hat ein Kronenreif umfangen,
Doch am anderen Ende sah man
Eine Geißel Gottes hangen.
Lange sah man diesen Balken
Waagerecht am Himmel glühen
Und die Geißel hochgeschwungen
Feuerfunken niedersprühen.
Endlich sah man noch den Balken
In ein Schlachtschwert sich verändern,
Welches blutrot angehoben
Über Städten hing und Ländern.

Dieser Vers ist sehr bekannt und z. B. auch bei Bekh lange durchgekaut worden.
Dabei scheint es sich um ein für alle sichtbares Himmelsphänomen zu handeln, am ehesten um einen sehr nahe vorbeifliegenden Kometen. Dieser wird als Menetekel für die bevorstehenden Auseinandersetzungen gedeutet. Ähnliche Aussagen finden sich u. a. bei Wudy und Mühlhiasl oder eben der "Funkenregen". Dies ist eindeutig vor dem Geschehen, und entspricht nicht dem "Gekreuzigten".

2. Sonntag
Aber langsam neigt der Hehre
Sein erhab’nes Haupt beiseiten;
Durch den Wink des Auges sah ich
Mein Gebet mit „Nein“ bescheiden.
Nochmals wag' ich meine Bitte,
Aber mit der Hand zurücke
Weist der Hohe majestätisch.
Und er sprach mit ernstem Blicke:
„Meine Rechte hab’ ich zürnend
Auf die Länder ausgestrecket;
Ein Gericht ist angesetzet,
Das die Erdenvölker schrecket.

Der Point of no Return ist überschritten: Der Inhalt der Schauungen ist keine Warnung mehr, zur Umkehr, wie in Ninive, sondern tritt real in Erscheinung.

3. Sonntag
Großes Sterben

Sehr düsteres Bildwerk. Gleicht eher den Bildern der letzten Pestepidemien. Für meine Begriffe kein besonderer Nährwert an Information.

4. Sonntag

(kurzes Pontifikat 1829-1830)

Auch hier, das Ableben von Pius VIII. wurde aus der Distanz wahrgenommen. Wenn dem so ist, ein Hinweis auf die paragnostischen Fähigkeiten Handwerchers.

5. Sonntag
Schreit: „Ist nirgendwo ein Ausweg?“
Und ihr ward darauf gesaget:
„Sieh, der Weg ist in den Bergen,
Dornig, alpenvoll, uneben;
Durch die Mitte der Gefahren
Führt der eine Weg zum Leben.
...
So durchfurchten seine Rasen
Der Verstorbenen Gezelte.
Neben frischen Leichenhügeln
Sah ich viele Gräber offen:

(Glaubensabfall und moralischer Verfall
nach dem "2.Vatikanischen
Konzil", also ab den 60er-Jahren.
Die Revolutionäre bereiten sich vor.)

Diesen Vers deute ich als Nachhall der Französischen Revolution. Oder eben, zu späterer Zeit angefügt, Bildeindrücke der Bolschewistischen Revolution, mit Kirchen als Pferdeställe.

Allerdings sprechen die Leichenhügel, die Verwüstungen (Vandalismus) und der indirekte Hinweis auf eine Flucht ins Gebirge eine andere Sprache.

6. Sonntag
Weltjahrmarkt
Jetzo hör’ ich zu mir sagen:
„Komm, ich will die Welt dir zeigen!“
Und ich ging mit einem Manne
Durch die Stadt. - In tiefem Schweigen.
In der Häuser langer Reihe
Zeigte mir der Mann das seine,
Führte mich in seinen Hausgang,
Und dort ließ er mich alleine.
Hinter einer Gartentüre,
Die geöffnet wird nach innen,
Nahm ich Stellung, um die Aussicht
Auf die Straße zu gewinnen.
Sieh! Ein Markt war aufgeschlagen:
Zahllos sah ich Tisch’ und Buden,
Sah die Käufer und Verkäufer,
Männer, Weiber, Trödler, Juden.
Alle Früchte dieser Erde
Sah ich aufgetürmt zu Haufen;
Aller Länder Fabrikate
Sah ich kaufen und verkaufen.
Was als Stoff zur Kleidung dienet;
Wolle, Linnen, Pelz und Seide;
Was im Abgrund wird gewonnen:
Waffen, Silber, Gold, Geschmeide;
Was dem Auge wohlgefällig,
Was von künstlichem Gebilde,
Was dem Ohre süß und lieblich,
Was dem Fühlen weich und milde;
Was den Gaumen nur erlustigt
Von Getieren, Vögeln, Fischen,
Von Gewürzen, Kräutern, Weinen,
Fand ich auf den Händlertischen.
Aller Menschen Tagsgeschäfte
War ein Markten, Treiben, Dingen,
Um Gewinnste zu erkaufen,
Um Gewinnste zu erringen.
Plötzlich sah ich wilde Tiere,
Wohlbewehrt mit Zahn und Krallen,
Tiger, zottig, schwarz und grausam,
In des Volkes Menge fallen.
Tausend von den Käufern, Händlern,
Sah ich von der Tiere Bissen
Mitten in dem Marktgedränge
Angefallen und zerrissen.

Dies ist für mich der wichtigste Vers Handwerchers überhaupt. Das Bild "Weltjahrmarkt" trifft die Situation perfekt. Die Deutung der Tiger als Weltwirtschaftskrise ist auch sehr gelungen. Ich halte die "Tiger" für die Banken, welche ihre Schuldner, d. h. diejenigen die über ihre Verhältnisse auf Kredit lebten, zerfleischen.

Auch interressant der Hinweis: jede rein rationale Vorbereitung auf die Krise reicht nicht aus. Sagte ja seinerzeit schon Basey: "Es liegt in Gottes Hand".

Zur Ergänzung: Das Jahr des Tigers nach der Chinesischen Rhythmik beginnt am 24.02.2010 und endet am 02. Februar 2011!

7. Sonntag
Aller Gottesdienst erloschen

Sehr wahrscheinlich ist tatsächlich im Zuge der Kirchenverfolgung 2 Jahre aller Gottesdienst erloschen, ob nur in Europa oder auch weltweit, kann ich nicht beurteilen.

Dieses Szenario würde allerdings für eine sehr lange Streckung des Gesamtablaufes stehen: Setzen wir die Papstflucht 2011 an, und dann eine gewisse Vorlaufzeit bis sich die Verfolgungen auswachsen, so wäre der Krieg irgendwo allerfrühestens 2013, wenn nicht 2014 oder noch später zu sehen.

8. Sonntag
Schwanken der Kanzeln
„Auch die höh’re Kanzel wanket;
Nötig ist nun, daß nun eine
Neue Kanzel an dem Eckstein
Dieses Tempelbaus erscheine.“

Traditionelle kirchliche Theologie ist am Ende. Auch die "zweite Kanzel", das zweite Vatikanische Konzil mit seinen Reformen, hat keine Rettung gebracht. Grundsätzliche Reform der gepredigten Glaubensinhalte unausweichlich.

9. Sonntag
Beichtstühle in die Wüste entführt
(Sakrament der Beichte fällt aus, Kirchen
und Priestern wird der Einfluß genommen)

Sehe ich etwas anders. Für meine Begriffe gibt der Vers die Pervertierung des Beichtsakraments wieder. Wenn ein Großteil der Geistlichen vom wahren Glauben abgefallen ist, können sie natürlich das Sakrament in seiner Kraft nicht mehr spenden. Und schaden damit den Gläubigen. Die Beichtstühle werden dann zugesperrt bzw. das Beichtsakrament liberalisiert / aufgehoben.

10. Sonntag
Wolkenbruch über Bayern
Schwarze Wetterwolken sah ich
Ganz Europa rings umschleiern;
Doch der Himmel strahlte heiter
Einzig auf dem Lande „Bayern“.
Doch auf einmal hat auf Bayern
Sich das Wolkenmeer ergossen,
Und der Sturmwind kam geflogen,
Und es fielen schwere Schloßen.
Obdachsuchend vor dem Sturme,
Der einherfuhr mit Gebrause,
Ging ich in dem nächsten Dorfe
Zu dem ersten Bauernhause.

(Die Krise erreicht zuletzt auch
Bayern)

Ja, Bayern hält aufgrund seiner Struktur, der geringeren Bevölkerungsdichte, der geringeren Zahl an schlecht integrierten Migranten, einfach länger durch. Doch zum Schluss geht es auch da schnell und die Folgen der Krise brechen herein.

11. Sonntag
„Tausend Meilen wohl vom Orte,
Wo du nach dem Leibe wohnest“,
Waren des Gefragten Worte.
„Welches Unglück?“ fragt' ich weiter,
„Ist in diesem Land geschehen?“
„Ach, so hast du“, war die Antwort,
„Nicht das Schreckliche gesehen?“
Alle Städte und Fabriken,
Die einst blühten, sind verödet;
Die darinnen sich genähret,
Sind zerstreuet und getötet.

Ende des Industriezeitalters mit Schrecken. Eine Meile: deutsche Landmeile? ==> Bilder aus Übersee?

12. Sonntag
Kampf gegen die Kirche
Ganz Europa war ein Lager
Von dem größten Kriegesheere;

...

Alle Völker waffnen wilde
Schreckens-Revolutionen,
Um die Männer zu bestreiten
Die auf einem Berge wohnen.
Denn in eine Felsenfeste
Haben sich zurückgezogen
All die wenigen Getreuen,
Die dem Baal das Knie nicht bogen.

...

Einen sah ich, der vor allen
Heißergrimmt im Hasse wütet
Und zum Sturme anzufeuern
Seine Scharen nicht ermüdet.
Furchtbar deckt ihn schwarze Rüstung;
Seine Kraft ist ungeheuer;
Rauh ist jedes seiner Worte
Und sein Blick und Schwert ist Feuer.

(Ein revolutionärer Führer, womöglich
derselbe Finsterling,
den Marie-Julie Jahenny erwähnt.
Ist Gegenspieler des Monarchen)

Revolution, ein Nachhall der Französischen. Das Bild des revolutionären Führers entspricht exakt auch von der äußeren Beschreibung Leo Trotzki, dem wahren Organisator der Oktoberrevolution und einpeitschenden Redner. Eventuell ist das später eingefügt worden.

13. Sonntag
Restauration der Kirche
Auf der Spitze eines Berges
In der Mitte grüner Auen
Sah ich einen neuen Tempel,
Eine neue Kirche bauen.

(Ein neues Konzil wird nicht erwähnt.
Auch im "Lied der Linde ist nur vom
21.Konzil die Rede im Zusammenhang
mit der Kaiserkrönung,
was aber bereits
1870 stattgefunden hat)

Dieser Vers ist ein Wunsch eines Geistlichen.

14. Sonntag
Christus herrscht

Dito.

15. Sonntag

.

Zur Monstranze wählt die Jugend
Sich des Waldes schönste Fichte;

Auch hier: kirchliches Wunschdenken. Allerdings deutet die Verwendung eines Baumes als "Monstranz" auf gänzlich andere Glaubensinhalte hin.

Zusammengefasst bleibt für mich der Vers 6 "Weltjahrmarkt" als eindrucksvolles Zeugnis über. Dies konnte man sich 1830 oder auch 1910 in der Form nicht erdenken.

Viele andere Passagen könnten allerdings auch entweder frei gedichtet (speziell 13-15) oder aber auch von einem späteren Autor hinzugefügt worden sein. Deshalb wäre es interessant zu wissen, wann eine erstmalige schriftliche Drucklegung erfolgte und was die beinhaltete.

Monsignore

Handwercher - Gedicht teilweise chronologisch 'geordnet'

Eyspfeil @, Montag, 14. September 2009, 23:57 (vor 2838 Tagen) @ Monsignore
bearbeitet von Eyspfeil, Dienstag, 15. September 2009, 00:05

Hallo Monsignore!

> 8. Sonntag
[quote]Schwanken der Kanzeln
„Auch die höh’re Kanzel wanket;
Nötig ist nun, daß nun eine
Neue Kanzel an dem Eckstein
Dieses Tempelbaus erscheine.“[/quote]
"Traditionelle kirchliche Theologie ist am Ende. Auch die "zweite Kanzel", das zweite Vatikanische Konzil mit seinen Reformen, hat keine Rettung gebracht. Grundsätzliche Reform der gepredigten Glaubensinhalte unausweichlich."

Donnerwetter, gute Deutung hier.
Ist mir bisher nicht aufgefallen: Der "Quader, der sich mit Pius XIII.
1830 gelöst hatte, wird durch das 2.Vatikanische Konzil "ersetzt"
(in Anführungszeichen), der "2.Kanzel" mit Spitznamen.

Ist da nicht eine gewisse chronologische Abfolge erkennbar, ab dem
5.Sonntag?

"5.Sonntag
...Heimwärts auf demselben Wege
Schritt ich, ganz von Gram erfüllet;
Da begegnet mir ein Fremder,
In ein schwarz’ Gewand verhüllet.
In den Falten des Gesichtes
Schien ein finstrer Groll zu hausen.
Frech und herrisch ist die Stirne
Und sein Aug’ erreget Grausen.
Er durchbohrt mich mit dem Blicke
Aus dem wilden Feuerauge.
Ha! Mir war, als ob der Hölle
Abgrund mir entgegenhauche..."

Hitler und das 3.Reich?

6.Sonntag
"...Was den Gaumen nur erlustigt
Von Getieren, Vögeln, Fischen,
Von Gewürzen, Kräutern, Weinen,
Fand ich auf den Händlertischen.
Aller Menschen Tagsgeschäfte
War ein Markten, Treiben, Dingen,
Um Gewinnste zu erkaufen,
Um Gewinnste zu erringen.
Plötzlich sah ich wilde Tiere,
Wohlbewehrt mit Zahn und Krallen,
Tiger, zottig, schwarz und grausam,
In des Volkes Menge fallen..."

Das Wirtschaftswunder und das Ende
desselben in Gestalt der Tiger?

7.Sonntag
"...Jetzo hört’ ich eine Stimme:
„Schaue aufwärts, an die Wände!
Siehe! Siebenhundertachtzig
Schrieben dort verborg’ne Hände!“
„Ziehe ab!“ so hat die Stimme
nun zum zweitenmal geschrien;
Eine Zahl ward angeschrieben;
Von der ersten abzuziehen.
Und ich las: „Einhundertsechse.“
Und es ruft die Stimme wieder:
„Also lange liegt auf Erden
Aller Gottesdienst darnieder!“

Der 7.Sonntag nimmt die Glaubensverfolgung
vorweg.

8.Sonntag
"...Auf die höh’re Kanzel stieg ich,
Welche am erhöht’sten Orte
Angebracht war in der Kirche,
Zu gehorchen jenem Worte.
Da begann auch diese Kanzel
Zu erzittern und zu beben;
Und dieselbe Stimme hört’ ich
Sich zum zweitenmal erheben:
„Auch die höh’re Kanzel wanket;
Nötig ist nun, daß nun eine
Neue Kanzel an dem Eckstein
Dieses Tempelbaus erscheine.“

Das 2.Vat.Konzil, wessen Wirkung
zur "Erneuerung des Glaubens" bald
verpufft ist.

9.Sonntag
"...Und es wurden alle Stühle
Samt den Priestern, die drin saßen,
Dorthin, wo sie niemand schaden,
In die Wüste fortgeblasen.

Könnte womöglich auch eine Abspaltung
der Altkatholiken (Piusbruderschaft)
bedeuten, dessen Faden
bis hin zum Gemetzel im Vatikan führt.
D.h. die Mitglieder der Mehrheitskirche
besuchen weder die Messe, noch gehen
sie beichten.
Nur die Lefebristen folgen noch den
alten Riten, sozusagen leben sie von der
übrigen "modernen" Gesellschaft getrennt,
in der Wüste gleichermaßen.
'Ora et labora', sie geben sich nicht der
Völlerei und dem lasterhaften Leben der
Mehrheit hin.

10.Sonntag
Auf das Feld war ich gegangen,
Um der Arbeit nachzuschauen;
Und mein Baumann war beschäftigt,
Habersamen anzubauen.
Schwarze Wetterwolken sah ich
Ganz Europa rings umschleiern;
Doch der Himmel strahlte heiter
Einzig auf dem Lande „Bayern“.

Deuten diese Habersamen nicht auf
ungewöhnlich mildes Wetter hin?
Also auf die sog. "Klimaerwärmung"?

Und plötzlich tritt ein Umschwung ein.
Sowohl klimatisch als auch wirtschaftlich
und politisch betrachtet.

Die Krise war außerhalb von Bayern
schon spürbar, nun ist sie auch dort
angekommen.

11.Sonntag
Wüst lag unter mir die Erde,
Und wie weithin herrscht mein Auge,
Dampft ihr Grund wie Vesuvs Krater
Von inwend’gem Brandesrauche.
Der zerklüftet’, schwarze Boden
Ist verkohlet und verglaset;
Über diesem Haufen Schutte
Hat ein Wirbelwind geraset.
Zahllos sah ich die Ruinen
Von den Städten in dem Lande:
Kirchen, Häuser ohne Dachung,
Lodernd von dem innern Brande.

Der Krieg und die 3tf haben bereits
stattgefunden.
Da der Boden "verkohlet und verglaset"
ist, fand mehr statt als nur ein
gewöhnlicher Krieg.

Eine völlige chronologische Abfolge kann nicht
eruiert werden.
Denn schon am 1.Sonntag ist vom Funkenregen und
dem darauffolgenden Schlachtschwert die Rede.

Im 2.Sonntag dann der Herr und Richter, der sich
zu Wort meldet:

„Meine Rechte hab’ ich zürnend
Auf die Länder ausgestrecket;
Ein Gericht ist angesetzet,
Das die Erdenvölker schrecket..."

Im 3. wie schon im 2.Sonntag werden
die Kriegsversehrten erwähnt:

"...Jetzo werd’ ich abberufen,
Und ich ging zum Hospitale,
Und ich stand im Priesterkleide
Mitten in dem Krankensaale..."

Am 4.Sonntag stehen sogar gegenwärtige
Ereignisse im Vordergrund, die für die
Zukunft anscheinend verantwortlich sind:

"...Bald erkannt’ ich drauf den Quader,
Welcher damals los sich machte;
Denn es starb zur selben Stunde
Pius, so genannt der Achte..."

Auch am 12.Sonntag wird wieder die
Revolution erwähnt, die es auf die
wenigen treuen Gläubigen abgesehen
hat.
Obwohl er schon im 11.Sonntag von
der franziskanischen Einfachheit
der Nachkriegs-Zeit spricht.

Man merkt, daß er Zeitzeuge der
Franz. Revolution war.
Indem er zukünftige Revolutionen
ähnlich schildert, wie diejenige
von 1789-1799.
Und nach 1800 ging ja die Aufhebung
der Klöster hier in D erst richtig
los.

"...Ganz Europa war ein Lager
Von dem größten Kriegesheere;
Und es sammeln sich die Scharen
Gleich dem Sande an dem Meere.
Alle Völker waffnen wilde
Schreckens-Revolutionen,
Um die Männer zu bestreiten
Die auf einem Berge wohnen..."

Erst ab dem "13.Sonntag" ist durchgehend
von der Restauration der Kirche die Rede:
'Christus herrscht, ein Hirt und eine Herde'.

Grüße,
Eyspfeil

RSS-Feed dieser Diskussion
Forumssoftware: My little Forum