Sibylle Michalda von Saba

Aus Bibliothek der Weltenwende
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Ausgabe der „Sibyllinischen Bücher“ von 1949[1]

Das dritte Buch

„[…] Große Kriege werden dabei immer mehr um sich greifen, so daß mancher Landmann gar seinen letzten Sohn in den Krieg zu schicken gezwungen sein wird, und auch der Handwerker sein Handwerk lassen und zu den Waffen greifen muß; sie werden sich aber aus allen dem nichts machen, wenn nur die Feinde nicht in ihr Land einfallen werden, und da werden sie stolz darauf sein und werden glauben, daß sie über die Feinde gesiegt haben. Da wird unter ihnen erst eine große Veränderung in der Kleidung geschehen, so daß mancher vor Hochmut und Eitelkeit nicht wissen wird, wie er sich kleiden und wie er auftreten soll. Die Weiber werden ihren Körper halb nackt zur Schau tragen, nur um den Männern zu gefallen; da wird man in der Kleidung den Herrn nicht von dem Diener und den Diener von dem Herrn nicht unterscheiden können; so mancher wird fast nichts zu essen haben und wird doch in der närrischen Mode sich kleiden. Die Weiber werden auch in Männerkleidern einhergehen und die Haare halb zugestutzt, halb sonderbar geringelt haben, alle Jahre anders; was sie heute anziehen, werden sie morgen wegwerfen, aber alle Tage ummodeln; dabei werden sie eitel und wollüstig sein, und das nicht nur die Weiber, sondern auch die Männer. Gott wird lange diesem bösen Treiben zusehen, endlich aber wird doch seine Langmut zu Ende gehen und da wird er seine strafende Hand über sie furchtbar ausstrecken. Zu dieser Zeit wird eine große Pest ausbrechen und dem Kriege ein Ende machen, so daß eine größere Anzahl von Menschen durch die Pest als durch das Schwert zugrunde gehen wird. Die Leichname werden überall herumliegen und werden von Hunden und Raubvögeln gefressen werden, denn es wird ja keine hinreichende Anzahl von Menschen geben, um alle die Leichname begraben zu können. Diejenigen, welche übrig bleiben, werden betrübt auf alles das sehen, denn die ganze Stadt Prag wird einem großen Schutthaufen gleichen, aus dem sich hie und da verschiedenes Gestrüpp mühsam hervorwindet; aus diesem Schutthaufen wird nie mehr eine Stadt frisch und neu auferstehen, nur Marder und Füchse werden da hausen, gar durchdringende und ekelhafte Stimmen dort zu hören sein, Und als dann ein Fuhrmann da fahren wird, wird er mit seiner Peitsche schnalzen und sagen: ‚Da ist einst eine große Stadt gestanden und da wo jetzt einige Häuschen aus den alten Stadtmauern aufgebaut stehen, standen früher große Häuser und Paläste.‘ Ein jeder, welcher zu dieser Zeit an diesen Ort gekommen sein wird, wird die Hände zum Himmel emporheben und ausrufen: ‚Wo ist die Herrlichkeit der Stadt? Wo sind die Menschen, diese Stadt, in der so viele tausend Menschen lebten? Nun ist’s ein großer Schutthaufen, eine Behausung der Schlangen, Marder und Füchse‘ Ehe diese Stadt aber zugrunde gehen wird, wird Gott viele Strafen über das Land senden, um die Bewohner zur Besserung und Buße zu bringen, und diese Strafen werden sein: Hungersnot, Mißjahre, Krankheiten, Kriege, große Fröste, durch welche schöne Getreide und Gartenblüten verdorben werden; es werden nämlich einmal im Anfange des Sommers große Fröste sein, so daß die Garten und Waldbäume durch sie grau und Fische in Teichen erfrieren werden, und so werden die Fröste einen ungeheuren Schaden verursachen. Dabei werden auch noch den Menschen ihre Lebenstage verkürzt werden, so daß viele junge Menschen sterben werden, sogar auch die Himmelsplaneten werden gegen die Menschen sich feindlich beweisen und die Sonne wird ihnen nicht wie sonst so warme Strahlen zusenden, und es wird gar oft eine starke Kälte geben so daß die Menschen im Pelz das Getreide mähen werden; und so werden die Menschen vielen Schaden haben, denn auch das Obst wird durch die starken Fröste zugrunde gehen, bevor aber diese Zeit herankommen wird, werden den Menschen zwölf Zeichen gegeben werden und zwar:

Das erste Zeichen wird sein, wenn die Menschen an Feiertagen schwere Arbeit verrichten werden.

Das zweite Zeichen, wenn junge Leute von dreizehn und fünfzehn Jahren heiraten und sich bald wieder scheiden lassen werden, weil eine oder die andere Seite nicht zufrieden sein wird.

Das dritte Zeichen wird sein, wenn in dem Lande verschiedene unerhörte und noch nie gesehene Künste und Handwerke entstehen werden, welche größtenteils fremde Menschen ins Land bringen werden.

Das vierte Zeichen wird sein, wenn die Kühe und andere Haustiere wenig Nutzen geben werden und die Menschen dies der Zauberei zuschreiben.

Das fünfte Zeichen wird sein, wenn die Menschen gottlos sein werden, so daß sie mehr die Lüge als die Wahrheit lieben, und das Herz mehr dem Gelde und den irdischen Schätzen als Gott dem Herrn zuwenden werden.

Das sechste Zeichen wird sein, wenn die Häuser, Güter und Gründe weit über ihrem Wert geschätzt und gekauft werden.

Das siebente Zeichen wird sein, wenn die Menschen viele Obst und Weingärten errichten und verschiedene wüste Orte umackern und aus diesen Felder machen werden und das Brot dennoch teuer sein wird.

Das achte Zeichen wird sein, wenn im Gelde eine Veränderung geschehen und durch lange Zeit dauern wird, dabei auch große verschiedene, unerhörte und unerträgliche Steuern und Abgaben eingeführt werden.

Ja das neunte Zeichen wird sein, wenn ein kurzer Fasching sein wird, wie er schon lange Zeit nicht war, so daß die Menschen an den üblichen rauschenden Vergnügungen nicht genug haben und daher auch noch in der Fastenzeit lärmende Lustbarkeiten abhalten werden.

Das zehnte Zeichen wird sein, wenn man Schnee anstatt Heu einführen wird, denn zu der Zeit der Heufechsung wird viel Schnee fallen.

Das elfte Zeichen wird sein, wenn Gott die Heuschrecken zeugen und sie vom Aufgang zum Sonnenuntergang schicken und sie so einen großen Schaden verursachen werden.

Das zwölfte Zeichen wird sein, wenn in dem Land auf einem Berge (Blanik) alle Bäume von oben nach unten absterben, und bald darauf eine große Hungersnot eintreten wird.

Diese zwölf Zeichen werden von Gott diesem Volk ganz bestimmt gegeben werden, und es wird deshalb geschehen, damit die Menschen ihren sündhaften Lebenswandel erkennen und sich bessern möchten; Sie werden es aber nicht tun, sondern noch ärger treiben. Daher kommen über sie viele Plagen von allen Seiten, und die werden so groß sein, wie sie noch nicht waren so lange die Welt steht, und so wird Gott die ganze Welt für die Sünden der Menschen strafen. Diejenigen, welche diese traurige Zeit erleben, werden als wahr erkennen, daß alles das, was in diesem Buche aufgezeichnet ist, in Erfüllung geht und gehen wird, und wenn die Menschen auf diese Zeichen noch nicht achten und ihr Leben nicht bessern werden, so wird Gott der Herr einen König gegen den anderen wecken, so daß einer gegen den anderen sein wird, und da werden Kriege entstehen, infolge der Kriege so große und in der ganzen Welt unerhörte Steuern eingeführt werden, daß es nicht einmal auszusprechen ist. Da werden die Menschen wegen der Steuern, welche sie nicht zahlen können, geplagt werden, ja von ihnen mit Gewalt erpreßt werden. Endlich wird unter den Menschen noch eine Aufruhr entstehen und sie werden sich den Ämtern widersetzen, weil sie ja nicht imstande sein werden, so große Steuern zu bezahlen. Viele Menschen werden daher zusammenkommen und die werden sich in der Nähe jener großen Stadt niederlassen und als dies die Großen des Landes sehen werden, da werden sie sich in der großen Stadt versammeln und einen großen Rat abhalten, und dieses geschieht unter der Regierung eines Königs, welcher dem Namen nach der achte sein wird; da wird ein jeder bei diesem großen Rat (Landtag) gegenwärtig sein wollen, um zu wissen, was in demselben verhandelt wird, da wird eine große Anzahl sowohl aus dem Kriegsheere, als auch aus dem gemeinen Volke und aus dem Stande der Großen zusammenkommen; und als diese Zeit kommt, wo der große Rat (Landtag) abgehalten werden soll, so wird auf einmal bekannt gemacht werden, daß man das Volk im Zaune halten solle, daß es nicht die Übermacht erhalte, und daß man es zur Zahlung der königlichen Steuern anhalten solle, und als das gemeine Volk dies hören und daraus ersehen wird, daß ihm die Steuern nicht wegfallen, da werden sie insgesamt die Stimme erheben und rufen: ‚Ihr Herren, wir haben Euch gegeben, so lange wir etwas hatten, ohne allen Gefängniszwang, jetzt haben wir nichts mehr, denn Ihr wißt es ja, daß Ihr selbst uns alles genommen, was Euch gefallen hat, und so habt Ihr Euch selbst bezahlt und uns nicht einmal so viel mehr gelassen, daß wir mit unsern Kindern etwas zu essen haben, so daß wir jetzt in Not und Elend am Hungertuche nagen müssen.‘ Die Richter werden aber auf diese Reden nicht achten, sondern dennoch die Abgaben und die großen Steuern vom Volke verlangen; das Volk wird sich aber nicht fügen wollen, sondern fest zusammenhalten und sagen: ‚Ihr Herren! gebet selbst für uns, denn Ihr habt schon Vieles aus unserer Arbeit gesammelt, wir können jetzt nichts mehr geben, weil wir nichts mehr haben!‘
Da werden die Großen einige Männer aus dem gemeinen Volke ins Gefängnis setzen lassen; das Volk wird aber dagegen aufstehen und da wird gleich eine blutige Schlacht anfangen, so daß eine große Anzahl von Herren um ihr Leben kommen werden, und da werden von beiden Seiten, sowohl von der Seite der Soldaten, als auch von Seite des Volkes viele in diesem Kriege fallen; die größte Zahl der Herren wird auf dem Altstädter Ring gemordet werden, so daß alle Gassen und Winkel mit ihnen angefüllt sein werden, ja nebstdem werden auch noch Viele aus dem Altstädter Rathause heruntergeworfen. Das gemeine Volk, welches an diesem Kriege teilnimmt, wird rufen: ‚Soll ich vor Hunger oder im Kampfe sterben, mir ist es gleich, wenigstens werde ich meine Kinder nicht vor Hunger sterben sehen.‘
Und da wird der Krieg furchtbar werden, eine große Anzahl von Leichnamen haufenweise herumliegen und niemand wird sie begraben wollen. Diese Strafe wird Gott deshalb auf die Herren zulassen, weil sie die Untergebenen in ihrem Erwerb verkürzten und sie mit großen Steuern und mit viel Robot sehr plagten; zweitens darum, weil sie die Witwen und Waisen unterdrückten; drittens, weil sie ungerechte Prozesse führten; viertens, weil sie hoffärtig und eitel waren; fünftens wegen Unzucht, Ehebruch und falschem Glauben; sechstens wegen Musik, Tanz und andere Ausgelassenheit; siebentens, weil sie von den Untergebenen die Söhne zum Soldatenstande und die Töchter in ihre Höfe als Mägde nahmen; achtens, weil sie die Feiertage nicht feierten; und deswegen werden sie von ihren eigenen Untertanen gestraft werden. Und auf die Geistlichen, welche die Wege der Frömmigkeit und Gottesfurcht verlassen haben, wird Gott der Herr auch eine Strafe kommen lassen, daß sie um ihr Eigentum kommen und daß sie gar aus ihren Häusern vertrieben werden; denn manches Weib wird das Kind bei der Brust haben und wird es weglegen, und ein anderes wird gerade mit dem Brotbacken beschäftigt sein und läßt es liegen, und wieder ein anderes Weib wird gerade eine Kuh melken und läßt alles gehen, ja ein anderes wird spinnen, ergreift den Spinnrocken, und alle werden den Priestern nachlaufen, als sie diese auf der Flucht sehen werden. Den Priestern wird aber diese Wanderung nicht gefallen, sie werden ihre Zuflucht zum Pfluge nehmen und ihre Kleider verwechseln, damit sie nicht erkannt würden; mancher wird ihnen eine Zufluchtsstätte verschaffen, sie mit Speise und Trank versehen und sie auch noch auf dem Wege begleiten; er hätte sie zwar verraten können, wird es aber nicht tun, damit mit ihnen geschehe, was mit ihnen geschehen soll. Als sie aber weiter gekommen sein werden, so werden sie von vielen Gegnern beschimpft, geplündert und getötet werden. Das alles wird ihnen geschehen vor der Blanikerschlacht, und zwar aus den folgenden Ursachen: Weil viele von ihnen mehr das weibliche Geschlecht als das göttliche Gesetz liebten, ferner indem sie hoffärtig, geizig und gegen die Armen unbarmherzig waren.
Ferner, als in dem Lande unter den Ständen die Zwietracht herrschen wird, da läßt Gott zu, daß die Feinde von vier Seiten gegen sie ziehen werden, von Mitternacht, dann vom Aufgang, von Mittag und endlich vom Untergang, und alle Feinde werden sich in dem Lande lagern und ihre zahl wird unaussprechlich groß sein, ja so zwar, daß das Land von den Feinden gleichsam überschwemmt und ringsherum eingeschlossen sein wird. Die Kriegsheere werden lange auf ihren Plätzen stehen bleiben, bis sie sich eines Tages mit der größten Schnelligkeit in Bewegung setzen und zu jener großen Stadtziehen; dort werden sie sich um diese Stadt herumlagern und eines schönen Tages werden zweierlei Heere zusammenkommen und da wird die große Schlacht anfangen; dieselbe wird von allen vier Seiten so stark werden, daß sie volle sieben Tage und Nächte dauern wird. Nach dieser Schlacht wird eine so große Menge von Waffen, Menschen und Pferden daliegen, daß jeder Vorübergehende schaudern muß und mancher wahnsinnig werden könnte bei dem Anblicke, daß so viele Menschen hingemordet wurden. Die Stadt wird dabei so zerstört werden, daß kaum die Hälfte übrig bleibt. Von dieser Stadt wird sich der blutige Kampf zum Berge Blanik ziehen und da wird sich dann jedes Heer wieder auf seinem Platze lagern. Wenn es möglich wäre, so würden zu dieser Zeit die Menschen gerne aus dem Lande entfliehen. Da werden die Gerechten von den Ungerechten geschieden werden; ja die Gerechten wird Gott der Herr von den Feinden beschirmen, er wird sie in Nebelwolken einhüllen, damit sie von den Feinden nicht gesehen werden; die Gottlosen wird er aber bestrafen, so daß sich keiner von ihnen vor dem Feinde wird verbergen können, er möge sich wo immerhin verbergen, in Wälder oder Schluchten, die Schlangen, Skorpione werden ihn aus jedem Verstecke vertreiben und die Feinde werden ihn überall finden und morden, denn sie werden jedes Gestrüppe mit dem Schwerte untersuchen. Damit wird die große Strafe über die Sünder kommen; drei Teile der Gottlosen werden vernichtet und nur ein Teil der Gerechten verschont werden. Wer von dieser großen Stadt zehn oder zwölf Meilen entfernt sein wird, der wird Gott danken. Wo das feindliche Heer ziehen wird, da werden wenig gottlose Menschen am Leben bleiben, alle hätten auf einem Fuhrmannswagen hinlänglich Platz. Dort, wo die Schlachten sein werden, ist ein Teich, zu der Zeit wird er trocken sein; bei jener Schlacht wird aber so viel Blut vergossen werden, daß sich dieser Teich ganz mit Menschenblut anfüllen wird, und zwar daß das Blut selbst über den Damm fließen wird. Das Geschrei und der furchtbare Waffendonner bei dieser Schlacht wird auf vierundzwanzig Meilen zu hören sein und die Schlacht wird volle zwölf Tage dauern, und den dreizehnten schickt Gott seinen Getreuen eine siegreiche Hilfe, und zwar aus dem Innern des Berges Blanik, denn von da wird er ein Kriegsheer, das er für seine Getreuen da aufbewahrte, mächtig hervorführen. Und wie die Krieger Gottes erscheinen, da wird so ein Schrecken und so eine Verwirrung über die Feinde kommen, daß sie sich untereinander morden werden, ja die Krieger Gottes werden mit ihrer Wunderkraft furchtbar auf sie drängen und sie weit vertreiben und alle töten. Sie selbst werden dann verschwinden, denn sie werden nicht mehr in den Berg Blanik zurückkehren, und niemand wird sie je mehr sehen.
Im Laufe von sechzehn Tagen nach dieser furchtbaren Schlacht wird der Teich wieder trocken werden so wie vordem; in der Mitte dieses Teiches steht ein abgeschnittener und in der Erde Wurzel fassender Stamm, welchen Gott vor der Zeit seinen Gottlosen stehen läßt, sondern ihn verborgen halten wird. Den sechzehnten Tag werden sich die Getreuen, welche nach der Schlacht übrig geblieben sind, wieder versammeln und werden sich gemeinschaftlich freuen, sich umarmen und küssen, und einer wird sich über den andern wundern, daß ihn Gott vor dem Feinde bewahrt und beschützt hat, und einer wird den andern fragen: ‚Was hast du denn gegessen? Und der wird ihm antworten: Gott war meine Rettung und mein Schutz, ich habe Wurzeln gegessen, welche mir Gott aus der Erde hervorkommen ließ.‘
Und alle, die sich da versammelten, werden zu jenem Teiche gehen, um da die Gemordeten zu sehen, deren Anzahl ungeheuer sein wird, so daß die übrig gebliebenen Menschen nicht hinreichen werden, um alle zu begraben. Und als sie sich an dem Orte versammelt haben werden, so wird ein frommer Priester auf jenem Stamme, welcher in der Mitte des Teiches stehen wird, den Gottesdienst verrichten, und alle werden Gott dem Herrn mit lauter Stimme danken für die Gnade, daß er sie vor den Feinden beschützte. Sodann wird ein jeder in seine Wohnung zurückkehren, wo er noch einen oder zwei Menschen finden wird, denn zu jener Zeit werden viele Menschen erschlagen und verbrannt, und viele Herrschaften zerstört werden. Da wird der Mann mit dem Weibe, die Eltern mit den Kindern, der Freund mit dem Freunde, der Nachbar mit dem Nachbarn wieder zusammenkommen und eine wahre Freundschaftsliebe wird unter ihnen erglühen, so daß alle eines Herzens sein werden und einer den andern lieben wird. Auf der Flucht der Feinde aus der Schlacht bei dem Berge Blanik schlagen dieselben den Weg in jene große Stadt (Prag) ein, die Bürger werden sie aber in dieselbe nicht hineinlassen wollen und ihnen auch nicht den Durchzug zulassen. Darüber so ergrimmt, werden die Feinde die große Stadt vom Grunde aus zerstören, so daß nichts von der Stadt übrig bleibt, sondern dieselbe bis zu dem jüngsten Tage in Schutt liegen wird.
Diejenigen Menschen, welche übrig bleiben, bekommen dann einen guten und frommen König. Es wird geschehen, wie ich dir, o großer König Salomon, im ersten Buche gesagt habe: Es wird nämlich ein König aus dem Abendlande kommen. Unter seiner Regierung wird Gott der Herr den Thron des Messias erneuern, die fromme Geistlichkeit wird sich vermehren, und diese wird dem Volke wieder den wahren Glauben des Messias lehren. Darnach werden alle – der König und die Priester, die Herren und das Volk – gegenseitig aufrichtig, freundschaftlich, treu und ohne Trug und Falschheit und alle gottesfürchtig sein, und Gott wird ihnen fünfzig gute, furchtbare, ruhige und frohe Jahre geben, es wird alles wohlfeil werden und zwar: der Metzen Korn wird sieben Silbergroschen, der Metzen Weizen zwölf Silbergroschen, ein Maß Wein zwei Kreuzer und ein Pfund Hirschenfleisch auch zwei Kreuzer kosten, und alles wird in Hülle und Fülle da sein, und der König wird im Namen Gottes mit seinem Kriegsheere in das heilige Land ziehen gegen die Heiden und gegen die Juden, gegen die Tartaren und Türken, welche das Grab des Messias und andere Orte in ihrer Macht haben und dieselben bewachen werden, und mit diesen wird er einen langen Krieg, der bei neunzehn Jahre dauern wird, für den Glauben des Messias führen, denn er wird auch die Heiden zu dem wahren Glauben des Messias bringen wollen und wird durch Gottes Gnade Jerusalem erobern und das Grab Gottes oder des Messias, sowie auch alle übrigen Orte, welche für heilig gehalten werden, durch die Worte des Messias. Wisse, o großer König Salomon daß da wo das Grab des Messias sein wird, ein Eichbaum steht und von der Erschaffung der Welt alt ist; und als der Messias von den Juden zu Tode gepeinigt wird, da wird dieser Baum verdorren und bleibt so lange tot, bis jener König die Heiden besiegen und das Grab des Messias erobern und erhalten wird. Und die Heiden werden in diesem Baume ihre Prophezeiung haben, wie ich gleich im ersten Buche schon erwähnt habe: nämlich, daß ein König aus dem Abendlande kommen und das Grab des Messias und alle heiligen Orte erobern wird, und daß dieser König mit seinem Heere bei jenem Baum lagern wird, und daß unter diesem Baume ein Priester den Gottesdienst verrichten und der König seinen Helm auf diesen Baum aufhängen wird, und daß da allsogleich der Baum grün wird und schön blühen und einen angenehmen Geruch von sich geben wird, so daß ein jeder Vorübergehender sich darüber wundern wird, daß der Baum jetzt grün ist! Da werden die Heiden, Türken, Tartaren und Juden, indem sie dieses alles sehen werden, gleich den Glauben und die Lehre des Messias annehmen, und daher wird es kommen, daß nur ein Glaube, nur ein Gott auf der Erde sein wird.‘

Bernhard von Breitenbach sagt in seinem Buche im elften Kapitel, daß die Heiden sich an diesem Baume viel angelegen sein lassen und daß sie ihn für eine große Heiligkeit halten. Und Josefus Flavius, ein jüdischer Schriftsteller, sagt, daß dieser Baum in seinem Umfange acht einviertel Ellen breit sei, und andere Schrift setzt hinzu, daß die Heiden oder Türken in diesem Baume ihre Prophezeiung haben, daß in ihren Büchern folgendes aufgezeichnet sei: ‚Unser großer Prophet Mohammed wird machen, daß in der Kirche durch eine halbe Stunde ein Stillschweigen eintreten wird. Und dieses, wie sie sagen, soll damals werden, wenn jener Baum wiederum grün sein wird, denn sie glauben fest, daß da niemand mächtiger ist als ihr Gott, und daß dieser es mit der Zeit so weit bringen wird, daß vor ihm alle Götter auf ihre Knie fallen müssen.‘
B. Relli schreibt: ‚Bis die Kirche auf dem zweiten Stein befestigt sein wird, da wird die Erde ihre Fruchtbarkeit hervorgeben, und selig wird derjenige Mensch sein, welcher die Zeiten erleben wird, denn damals werden alle Schätze, welche von der Erschaffung dieser Welt verborgen waren, an das Tageslicht kommen, denn ja auch die Heiden erwarten diese Zeichen. Selbst Jesus Christus hat dem Apostel Matthäus im zwölften Kapitel vorhergesagt, daß eine Königin von der Mittagseite (d. i. aus Saba) zum Gerichte mit diesem Geschlechte aufstehen und sie beschämen wird, denn sie kam aus weiten Ländern, um König Salomons Weisheit zu hören, und die Juden, Türken und Heiden wollen die Weisheit des Heilandes hören.‘

Kehren wir wieder zu Sibylle zurück um zu hören, was sie weiter gesprochen: ‚Deswegen, wie ich schon früher vorhergesagt habe, werden nach diesem großen Kriege fünfzig gute Jahre folgen, und das alles läßt Gott deshalb geschehen, weil die Menschen gottesfürchtig sein und nach den Lehren des Messias leben werden; und deswegen wird Gott zulassen, daß alle unterirdischen Schätze der Welt an das Tageslicht kommen und sich öffnen werden, so daß niemandem dann etwas fehlen wird. Nachdem dieser König ein gar hohes Alter erreicht haben wird, wird er eines natürlichen Todes sterben; aber die Menschen werden nach seinem Tode wieder von Gott ablassen und den Weg der Gottlosigkeit ihrer Vorfahren betreten; sie werden vergessen, daß Ihnen Gottes Güte die reichen Schätze geöffnet, werden stolz auf ihren Reichtum sein, und dabei unverschämt, unkeusch und so zügellos wie in Sodoma. Zuletzt bekommen sie einen König, welcher Mathias heißen wird, unter seiner Regierung werden die Menschen schon gänzlich Gott verlassen, und zwar so sehr, daß die Gottlosigkeit der Mengen von Gott durch Schwefelfeuer, welches vom Himmel fallen wird, bestraft wird. Ihr Vieh wird furchtbar heulen und vor Furcht und Schrecken am ganzen Leibe zittern; zu dieser Zeit werden Sonne, Mond und die Sterne anders leuchten; aber die Menschen werden sich doch nicht bessern, sondern ohne Unterlaß ein verworfenes, an teuflischen Werken reiches Leben führen, bis sie endlich der jüngste Tag überraschen wird, und sie dann bereuen werden, daß sie Gott so erzürnt haben.‘
Da ersuchte Salomon die Sibylle, sie möge ihm doch sagen und bekannt machen, wie lange die Welt eigentlich bestehen und wann der jüngste Tag kommen werde?
Sibylle antwortete: ‚Das, o König, weiß ich nicht, denn dieses hat Gott nicht einmal seinen Engeln bekannt gemacht; ich sage aber: Du bist ein König und hast Deine Diener, gute und böse; gibst denn Du dem Bösen ebensoviel als wie dem Guten?‘ Und Salomon antwortete: ‚Den Guten soll man gut tun und die Bösen soll man bestrafen.‘
Darauf Sibylle sagte: ‚Du hast wahr gesprochen, großer König; wenn die Menschen also gut tun werden, da wird Gott der Herr die Zahl ihrer Jahre vermehren, wenn sie ihn aber durch schlechten Lebenswandel beleidigen werden, so wird Gott der Herr ihre Jahre vermindern und die Tage, die er von der Erschaffung der Welt bestimmt hat, verkürzen. Es ist uns also gänzlich unbekannt, wann der jüngste Tag kommen werde. Diejenigen Dinge aber, welche vor dem jüngsten Tage geschehen werden und sollen, und auch das, welche Wunder Gottes sichtbar sein werden, kann ich Dir, o großer König, vorhersagen nämlich:

Das erste Zeichen vor dem jüngsten Tage wird sein, wenn alle Geschöpfe auf der ganzen Welt Blut zu schwitzen anfangen werden.

Das zweite Zeichen wird sein, wenn die Sonne dreimal nacheinander aufgehen wird, da werden die Menschen erschrecken und Buße tun.

Das dritte Zeichen wird sein, wenn die Sonne, der Mond, die Sterne so rot wie Blut leuchten werden; da werden die Menschen die Hände ringen und zu Gott dem Herrn sich bekehren.

Das vierte Zeichen wird sein, wenn alle Bäume und Wälder auf der ganzen Welt in einem Jahre verdorren werden; da werden die Menschen ein reumütiges Leben führen.

Das fünfte Zeichen wird sein, wenn die Erde an vielen Orten brennen und versinken wird; da werden die Menschen ihre letzte Stunde erwarten.

Das sechste Zeichen wird sein, wenn die Gewässer aus den Tiefen der Erde hervortreten und brennen werden; ja da werden die Menschen vor Schrecken mit dem Tode ringen, werden aber dennoch nicht sterben.

Das siebente Zeichen wird sein, wenn Berge und Täler sich ausgleichen werden, denn da werden die Menschen in ihrer großen Angst von einem Ort zum anderen gehen.

Diese sieben Zeichen werden ganz sicher vor dem jüngsten Tage kommen, und noch furchtbarer werden, als ich sie Dir, o großer König Salomon, hier mit Worten schildere; denn vor dem jüngsten Gericht wird der scheußliche Luzifer seinen Nachkommen Antichrist auf die Welt schicken, und der wird aus einer Jüdin in Babylon geboren, und wird das Volk von dem wahren Gotte abwenden, den Glauben und die Lehre des Messias tadeln und nur seine Lehre loben, und da wird er viele Menschen durch Geschenke an sich ziehen, so daß er dann seine Jünger und Anhänger in verschiedene Länder schicken wird, damit sie seine Lehre predigen und die Lehren des Messias tadeln und das Volk von ihm abwenden, denn er wird gar große Wunder wirken, so als wenn er diese Macht von Gott hätte, wo es doch die Macht der Hölle, die ihm doch der Luzifer selbst gegeben, sein wird. Und diejenigen Menschen, welche er nicht zu seinem Glauben wird bringen können, die wird er schrecklich martern, brennen und morden. Und bis er schon viele Menschen von dem wahren Glauben verführt haben wird, da wird Gott seinem Treiben nicht mehr zusehen können, sondern wird aus dem Paradiese seine zwei getreuen Prediger und Verteidiger der heiligen Wahrheit (den Ennoch und Elias) herabschicken und diese werden dem Volke predigen und vom Antichrist frei und offen aussagen, daß er der leibhaftige Teufel ist!
Da wird der Antichrist gegen diese heiligen Männer einen Kampf erheben und wird sie töten, und wird sie drei und einen halben Tag unbeerdigt auf der Gasse liegen lassen. Den vierten Tag aber werden sie von Gott zum Leben erweckt werden, indem vom Himmel eine Stimme rufen wird: ‚Ennoch und Elias stehet auf!‘ Sie werden gleich darauf auf einer Wolke in den Himmel aufsteigen, und da wird ein furchtbares Donnerwetter ertönen und gegen siebentausend Ungläubige von dem Blitz zerschmettert werden; ja der zehnte Teil der Stadt Jerusalem wird fallen und die übrigen Menschen werden sich zum wahren Gott bekehren. Darauf wird der Erzengel Michael vom Himmel herabsteigen, ergreift den Antichrist und alle seine Anhänger und wird sie in den Abgrund der Hölle hinabschleudern, wie er es im Anfange der Welt mit dem Luzifer tat. Zu der Zeit wird auf dem Throne des Messias Peter der Zweite, ein geborener Römer, sitzen.‘
Als dies alles die Juden und die Heiden sehen und hören werden, werden sie alle den Glauben des Messias annehmen und in Eintracht leben. Darauf kommt plötzlich der jüngste Tag, der Tag des Schreckens!
Nachdem die vorhergesagten sieben Sachen erschienen sein werden, wird zuletzt ein furchtbares Wüten von sieben Donnern ertönen, so daß die Städte und Schlösser einstürzen, Himmel und Erde dabei erzittern werden. Dadurch werden die Menschen vor Angst wie wahnsinnig und jetzt ihr letztes Ende erwarten. Zuletzt wird es auf der ganzen Welt dunkel werden, es wird ein Getöse und bersten der Felsen entstehen, so daß die ganze Welt eben sein wird, wie sie es bei der Erschaffung der ersten Menschen war. Nach dieser großen Finsternis wird die Sonne zu leuchten anfangen, und in derselben werden fünf Sterne zu sehen sein, und wie die Menschen auf diese Sterne und auf die Sonne ihre Blicke wenden werden, so werden gleich alle auf der ganzen Welt auf einmal sterben. Da wird der Messias seinen Engel mit einer Posaune auf die Welt herunter schicken, und dieser wird mit starker Stimme rufen: ‚Stehet auf aus den Gräbern, ihr Toten, und jede menschliche Seele komme zum Gericht!‘
Und da wird der Messias in das Tal Josaphat herabsteigen und wird da auf dem Richterstuhle sich niederlassen, und nun werden alle Menschen, welche je gelebt haben vor ihm erscheinen und sie werden alle ihre guten und bösen Taten auf der Stirne aufgezeichnet haben. Zuerst kommt Adam und Eva, dann der gute Abel und der böse Kain; und nach ihnen die übrigen Menschen von welchen die Gerechten mit Abel auf die rechte, und die Ungerechten mit Kain auf die linke Seite zu stehen kommen.
Und da wird der Messias sagen: ‚Ihr, die Ihr den Weg des Kain und des Antichristen gegangen, begebet Euch mit jenen in den Abgrund der Hölle; ihr aber, die ihr auf dem Wege der Gerechtigkeit gewandelt, gehet ein in das Paradies der ewigen Freude!‘
Und siehe, o großer König, da werden die Gerechten das Zeichen des heiligen Kreuzes auf die Stirn erhalten und in das himmlische Reich vor Gottes Angesicht hintreten.
Amen! Amen! Sage ich Dir, König Salomon, daß das alles geschehen werde, und daß ich Dir und mir sehnlichste wünsche, daß auch wir beide mit dem gerechten Abel, geführt von dem Messias, in das Paradies der ewigen Freude eingehen möchten.‘
Und so endete die Sibylle, die Königin von Saba, ihre Vorhersagungen.‘

Nach einer anderen Abschrift endete daß dritte Buch dieser Prophezeiung auf folgende Art: ‚Das Buch wird also hiermit geschlossen zur Deutung und Warnung für einen jeden, der es lesen wird; o möge jedermann das hier Gesagte wohl erwägen und gehörig beherzigen; vieles von diesen Vorhersagungen ist schon in Erfüllung gegangen, manches andere trifft von Tag zu Tag ein, und das übrige ist der Erfüllung schon nahe und wird auch, wie das frühere, wirklich in Erfüllung gehen. Trachten wir daher, den zürnenden Gott zu besänftigen, bevor noch das siebente Behältnis seines Zornes erfüllt sein wird, denn da wird Gott seine zürnende Hand aufheben und sie wird für die Menschen furchtbar sein. Kein Gold, kein Silber und was immer für Schätze der Welt werden uns zu der Zeit vor der Rache Gottes helfen können, denn Gott wird weder der heiligen Stadt Jerusalem, noch der starken Stadt Troja vergeben, sondern sie und auch andere Städte zugrunde gehen lassen. Erwäge daher wohl, daß die Zeit auf dieser Welt für dich kurz gemessen ist, stelle Dir den jüngsten Tag vor - diesen Tag des Schreckens für alle Ungerechten - und tue Buße, so lange es noch Zeit ist; und wehe Dir, wenn Du die Zeit der Buße versäumst!‘

Zwölf Prophezeiungen derjenigen Dinge, welche vor der Ankunft des Antichristen geschehen sollen. Diese zwölf Vorhersagungen sind im Jahre 1526 in einem gelehrten Buche gefunden und aus demselben herausgezogen worden, und sie lauten:
‚Es werden
1. Die Geistlichkeit ohne Achtung,
2. die Richter sehr ungerecht,
3. die Eheleute ohne Treue,
4. die Reichen ohne Erbarmen,
5. die Armen ohne Demut,
6. die Weiber ohne Scham,
7. die Kinder ohne Furcht,
8. die Alten ohne Verstand,
9. die Jungen ohne Ehrbarkeit,
10. die Untertanen ohne Gehorsam,
11. die Fürsten ohne Macht,
12. das Volk ohne Frömmigkeit sein.‘“

Die Sibyllinischen Bücher, herausgegeben von Franz Berger, 1850[2]

„Außig, Sobislau und Melnik, wenn sie der Wahrheit Gottes treu bleiben, werden über alle anderen Städte gesegnet werden! Wenn sie aber von Eitelkeit, Gottlosigkeit und Unzucht nicht ablassen, so werden sie vernichtet werden.
Kuttenberg wird versinken: Pilsen, Saaz und Königsgrätz, Kaurjm und Czaslau und andere königliche Städte werden alle von den Feinden zerstört werden; am härtesten wird aber Prag, wie das stolze Babel, bestraft werden; diese Stadt wird durch Feuer und durch eine große Überschwemmung zu Grunde gerichtet werden, und dabei wird sie noch von den Feinden belagert, bedrängt, zerstört und dem Boden gleich gemacht werden. Zu der Zeit wird ein große Pest ausbrechen und dem Kriege ein Ende machen, so daß eine größere Anzahl von Menschen durch die Pest als durch das Schwert zu Grunde gehen wird. Die Leichname werden überall herumliegen! und werden von Hunden und Raubvögeln gefressen werden, denn es wird keine hinreichende Anzahl von Menschen geben, um alle die Leichname begraben zu können. Diejenigen, welche übrig bleiben, werden betrübt auf alles das sehen, denn die ganze Stadt wird einem Schutthaufen gleichen, aus dem sich hie und da verschiedene Gestrüpp mühsam hervorwindet; aus diesem Schutthaufen wird nie mehr eine Stadt frisch und neu auferstehen, Marder und Füchse werden da hausen, und durchdringende, ekelige Stimmen dort zu hören sein. Und als dann ein Fuhrmann dort fahren wird, wird er mit der Peitsche schnalzen und sagen: Dort ist einst das große Prag gestanden und dort war das Altstädter Rathhaus; da wo jetzt einige Häuschen aus den alten Stadtmauern aufgebaut stehen, standen früher große Häuser und Paläste.
Ein Jeder, welcher zu dieser Zeit an diesen Ort gekommen sein wird, wird die Hände zum Himmel emporheben und ausrufen: Wo ist die Herrlichkeit dieser Stadt? wo sind die Menschen, wo ist die Stadt, in welcher so viele Tausende Menschen lebten? Nun ist es ein großer Schutthaufen, eine Behausung der Schlangen, Marden und Füchse.“

Quellen

  1. Die Sibyllinischen Bücher. Die Prophezeiung der Königin Michalda von Saba, der 13 Sibylle. Hegenauer. Wien 1949.
  2. Berger, Franz (Drucker): Die Sibyllinischen Bücher, oder: Die Prophezeiung der Königin Michalda von Saba der 13. Sibylle. Leitomischl 1850, Seiten 40-41.

Literatur

  1. Schönsperger, Johann: Sybilla || Die dreyzehend Sybilla || Ein küngin von Sabba || Die vor langer zytt || Zukünfftig geschicht || Zu erkennen gydt. Augsburg 1515.
  2. Prophezeiung der Sibylle. 1868.
  3. Hiesberger, Josef: Sibylla. Prophezeiung aus dem Jahre 578 v. Chr. Pottenstein an der Triesting. Um 1930.

Sonstiges

  1. Sibylle im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens