Nostradamus

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Die Centurien

Vorrede von Michel Nostradamus zu seinen Prophetien, übersetzt von Hans-Jürgen Ewald[1]

„An meinen Sohn Cäsar de Nostredame,
Leben und Glück.

(1) Deine späte Ankunft, mein Sohn Cäsar Nostradamus, hat mich veranlaßt, meine langen Stunden niederzusitzen in beständiger nächtlicher Wachheit, um Bericht zu erstatten, dir durch Niederschrift nach dem körperlichen Erlöschen deines Erzeugers eine Erinnerung zu hinterlassen, zum allgemeinen Nutzen der Menschen, von dem, was mir der göttliche Geist durch astronomische Umwälzungen als Erkenntnis gegeben hat. (2) Und da es dem unsterblichen Gott gefallen hat, daß du nicht mit angeborener Erleuchtung in diese irdische Welt gekommen bist, ich will nicht deine Jahre nennen, die noch nicht geleitet sind, sondern deine Märzmonde (-monate) unfähig zur Aufnahme in dein schwaches Verständnis, das was ich gezwungen sein werde nach meinen Tagen zu beschreiben. (3) Versteh' bitte, daß es nicht möglich ist, dir in Niederschrift zu hinterlassen, das was durch die Verheerungen der Zeit in Vergessenheit gebracht werden würde: Denn das ererbte Wort (Sprache, Stimme, Versprechen) der geheimen Weissagung wird in meiner Brust eingeschlossen sein: (4) Auch die Wagnisse der Menschheit in Betracht ziehend in Ungewißheiten zu enden, und daß alles von der unschätzbaren Macht Gottes gelenkt und geleitet wird, uns weder in trunkener Raserei noch in blutwallender Bewegung aber in astronomischer Aussage eingebend. (5) Einzig vom göttlichen Erkennen Angehauchte sagen voraus und haben teil am prophetischen Geist: (6) Wieviel habe ich seit langer Zeit für etliche Male lange vorher vorausgesagt, was dann auch geschehen ist, in einzelnen Gebieten, alles Geschehen der göttlich wirkenden Kraft und göttlicher Eingebung zuschreibend, und andere glückliche und unglückliche Ereignisse mit beschleunigter Flinkheit verkündet, die danach in den Weltgegenden geschehen sind; (7) eigentlich schweigen wollend und von der Niederschrift ablassen wegen der Beleidigung, nicht so sehr allein der gegenwärtigen Zeit sondern auch des größten Teils der zukünftigen Zeit, weil da die Regierungen, Parteien und Religionen so gegensätzliche Veränderungen durchmachen werden, aus gegenwärtiger Sicht geradezu entgegengesetzt, (8) daß, wenn ich das berichtete, was in der Zukunft sein wird, jene der Regierung, der Partei, der Religion und des Glaubens in ihrer Ohrengrille (wie passend für unsere Zeit, d. Autor) übereinstimmend das so sehr schlecht empfinden würden, daß sie das verdammen würden, was man in Jahrhunderten der Zukunft erkennen wird, da es gesehen und plötzlich sichtbar wird. (9) Auch das Wort des wahren Erlösers bedenkend ‚Wollet das Heilige nicht den Hunden geben und werfet auch nicht die Perlen vor die Schweine, fürwahr sie zertreten sie mit den Füßen und umgewendet zerreißen sie euch.‘ Dies ist der Grund gewesen meine Worte vom Volk und die Feder vom Papier zurückzuziehen, (10) dann habe ich mich entschlossen auszubreiten, für die allgemeine Nachwelt mit verschlossenen und verwickelten Sätzen die zukünftigen Ursachen kund machend, selbst die unmittelbaren, und jene, die ich vorhergesehen habe, wie sehr sich menschliche Veränderung auch vollzieht, um sensible Ohren nicht zu entrüsten, und die ganze Niederschrift mehr in nebelhaftem Bild denn im rein Prophetischen, (11) wie sehr du dies den Weisen und Klugen verborgen hast, das heißt den Mächtigen und Königen, und hast es enthüllt den Einfältigen und Schlichten: und den Propheten; mit Hilfe des unsterblichen Gottes und der guten Engel haben sie den Geist der Weissagung empfangen, durch welchen sie die entferntesten Dinge erkennen und die zukünftigen Ereignisse voraussehen: (12) Denn nichts kann sich ohne IHN vollenden, so groß ist die Macht und die Güte den Geschöpfen gegenüber, daß solange sie in ihnen verharren, wiewohl auch anderen Einflüssen unterworfen, wegen der Übereinstimmung auf Grund des guten Geistes sich uns diese Wärme und Fähigkeit der Weissagerin nähert, wie ER uns von den Strahlen der Sonne gibt, die kommen und ihren Einfluß auf die elementarischen und nicht elementarischen Körper ausüben. (13) Denn für uns, die wir Menschen sind, können wir aus unserem angeborenen Bewußtsein und aus der List des Verstandes nichts von den verborgenen Geheimnissen Gottes, des Schöpfers, erkennen. Weil uns nicht gegeben ist, die Zeit auch nicht den Beweggrund etc. zu erkennen. (14) Gleichwohl können auch gegenwärtig Personen in Erscheinung treten und sein, denen Gott der Schöpfer durch imaginäre Einwirkungen einige Geheimnisse der Zukunft willentlich geoffenbart hat, vergleichbar der vernünftigen Astrologie wie in der Vergangenheit, daß durch sie zuverlässige Wirksamkeit und wohlwollende Fähigkeit zufiel, wie die Flamme des Feuers zu erscheinen, daß man ihm eingebend dazu kam, die göttlichen und menschlichen Eingebungen zu unterscheiden. (15) Denn die göttlichen Werke, die vollständig und endgültig sind, Gott vollendet sie: die Mittlerin, welche aus der Mitte der Engel stammt: als Drittes die Bösen: (16) Sicherlich, mein Sohn, ich spreche dich hier mit ein wenig zu viel Verborgenem an: (17) Aber was die verborgenen Prophezeiungen anbelangt, die man im feinen Geist des Lichtes empfängt, bisweilen durch angeregte Einsicht beim Nachsinnen über das Höchste der Schönheiten (der Sterne), sozusagen aufmerksam seiend, dasselbe wie bei den Kundmachungen, mit Überraschung die Niederschriften ohne immer geringer werdende Furcht vor unehrerbietiger Geschwätzigkeit aussprechend, was aber alles von der göttlichen Macht des großen ewigen Gottes herrührt, von dem alles Gute ausgeht. (18) Mein Sohn, wenn ich auch noch den Begriff des Propheten hinzugefügt habe, will ich mir nicht den Titel einer so hohen Erhabenheit für die gegenwärtige Zeit zuteilen: Denn wer heute Prophet genannt wird, wurde einstmals Seher gerufen: Denn der eigentliche Prophet, mein Sohn, ist derjenige, der zeitlich weit entfernte Ereignisse mit dem angeborenen Bewußtsein des ganzen Geschöpfes sieht. (19) Und der Fall eintretend, daß dem Propheten durch das vollkommene Licht der Prophetie die Offenbarung der göttlichen wie der menschlichen Geschehnisse sich ihm zu zeigen, das was er sich nicht machen kann, gesehen, daß die Wirkungen der Zukunftsvorhersage sich lange verbreiten. (20) Denn die unbegreiflichen Geheimnisse Gottes und die wirkende Kraft, Anteil der langen Ausbreitung des natürlichen Bewußtseins, ihren nächsten Ursprung aus dem freien Willen nehmend, erweist die Ursachen, welche sie selbst nicht erwerben können, diese Kenntnis um Kenner zu werden, weder durch die menschlichen Vorahnungen noch durch andere Erkenntnis oder verborgene Kraft: Inbegriffen darunter selbst das Himmelsgewölbe vom gegenwärtigen Augenblick bis zur vollständigen Ewigkeit, welche alle Zeit in sich umschließt. (21) Aber mittels irgendeiner unteilbaren Ewigkeit, sind die Ursachen für die himmlische Bewegung durch begleitende ekstatische Bewegtheit nach Hirakles erkennbar. (22) Mein Sohn, ich sage am Ende nicht, daß du mich wohl verstehst, daß die Kenntnis dieser Materie sich nicht doch in dein schwaches Gehirn einprägen kann, daß die zukünftigen sehr weit entfernten Angelegenheiten als Erkenntnis für das vernünftige Geschöpf nichts seien: So sind eigentlich trotzdem der geistigen Seele des Geschöpfes die weit entfernten Dinge gegenwärtig, sie sind ihr weder ganz viel verborgen noch zu sehr enthüllt: (23) Aber die Vollständigkeit der Gründe und Kenntnisse kann sich ohne jene göttliche Inspiration nicht vervollkommnen: Gesehen, daß alle prophetische Inspiration ihr hauptsächlich Bewegendes von Gott dem Schöpfer empfängt, dann aus dem Augenblick und aus der Natur. (24) Was die unerheblichen Ursachen sind, gleichgültig erzeugt, und nicht veranlaßt, tritt die Vorahnung nur teilweise ein oder etwas ist vorhergesagt gewesen. (25) Denn der scharfe Verstand, Geistiges ersonnen, kann Verborgenes nicht sehen, außer durch die Stimme mittels der winzigen Flamme ergangen an den Lymb, zu welcher sich die künftigen Ursachen teilweise hinwenden werden. (26) Mein Sohn, ich bitte dich auch inständig, daß du niemals deinen Verstand für solche Träumereien und Eitelkeiten gebrauchen willst, die den Körper austrocknen und die Seele ins Verderben stürzen, im schwachen Sinn Verwirrung stiftend: Selbst die Eitelkeit der mehr als fluchwürdigen Magie schon vor Zeiten durch die Heiligen Schriften und die göttlichen Gebote verworfen, (27) in der Hauptsache ist von denselben das Urteil der judiciellen Astrologie ausgenommen: Durch dieselbe und vermittels Eingebung und göttlicher Offenbarung und durch fortlaufende Berechnungen haben wir unsere Prophetien zu Papier gebracht. (28) Und obgleich ich diese geheime Lehre nicht verdammt habe, wollte ich niemals ihre zügellosen, wilden Phantasien veröffentlichen, obgleich mir mehrere Schriftrollen, die für lange Jahrhunderte versteckt gewesen sind, bekannt geworden sind. (29) Aber fürchtend genau dies würde geschehen, habe ich das Zeug nach der Lektüre augenblicklich dem Feuer übergeben, während es diese gierig verschlang, gab die Flamme, während das zu Luft verdorrte, einen ungewöhnlichen Lichtschein, glänzender als eine natürliche Flamme, wie das Licht eines mit Blitzstrahlen verbundenen Feuers, plötzlich das Haus erleuchtend: Wie es bei einem plötzlichen allgemeinen Brand gewesen wäre. (30) Damit ihr nicht zum Schluß in Zukunft mißbraucht wäret, die vollständige Verwandlung von soviel Mond bis Sonne zu erforschen, und unter der Erde unveränderliche Metalle, und in verborgenen Wellen, habe ich diese Schriften in Asche umgewandelt. (31) Aber dann zur Beurteilung, die sich vollendet mittels des himmlischen Urteils, will ich dir folgendes offenlegen: Soweit Kenntnis von den zukünftigen Ereignissen zu haben weit abweisend die phantastischen Einbildungen, die ankommen werden, abgrenzend die Besonderheit der Orte durch übernatürliche göttliche Inspiration: (32) Die Orte mit den himmlischen Zeichen und einem Zeitabschnitt in verborgener Genauigkeit durch tugendhafte Botmäßigkeit und göttliche Gabe in Einklang bringend, in Anwesenheit derselben sind die drei Zeiten in der Ewigkeit zusammengefaßt, den Wechsel innehabend in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Deshalb ist alles nackt und offen, etc.. (33) Darum mein Sohn, kannst du ungeachtet deines zarten Verstandes leicht verstehen, daß die Dinge, die kommen sollen, sich durch die nächtlichen, himmlischen Lichter, die natürlich sind, und durch den prophetischen Geist ankündigen können: (34) Ich will mir weder prophetische Nennung noch prophetischen Erfolg zuschreiben, aber durch geoffenbarte Eingebung, als sterblicher Mensch mit dem Geist dem Himmel nicht weniger weit entfernt als mit den Füßen der Erde. (35) ‚Ich kann nicht irren, noch täuschen, noch getäuscht werden,‘ ich bin ein größerer Sünder als jeder andere auf dieser Welt, allen menschlichen Anfechtungen unterworfen. (36) Aber überraschend einige Male in der Woche lymphatisch werdend, und mit langer Berechnung die nächtlichen Studien bei angenehmem Duft übertragend, habe ich prophetische Bücher zusammengestellt, jedes einhundert astronomisch berechnete prophetische Vierzeiler enthaltend, dieselben habe ich ein wenig undeutlich verbunden, es sind fortlaufende Weissagungen von heute an bis zum Jahr 3797. (37) Was möglicherweise dazu führen wird, daß etliche die Stirn abwenden im Angesicht eines so langen Zeitraums, doch unter der ganzen Rundung des Mondes wird er Gelegenheit und Fassungskraft haben: Die Ursachen auf der ganzen Erde umfassend zu vernehmen, mein Sohn, sobald du das natürliche menschliche Alter erreichst, wirst du in deiner Region wahrnehmen, an genau demselben Himmel wie bei deiner Geburt, die zukünftigen Begebenheiten vorherzusehen. (38) Wenn auch der alleinige ewige Gott der Einzige ist, der die Ewigkeit seines Lichtes kennt, das aus ihm selbst hervorgeht, (39) sage ich zu all jenen frei heraus, in seiner unendlichen Größe, die unermeßlich und unbegreiflich ist, hat er, um eine lange tiefsinnige Eingebung zu offenbaren, gewollt, was vermittels jener verborgenen Ursache göttlich enthüllt, bevorzugt aus zwei hauptsächlichen Quellen, welche eingegeben in der Einsicht desjenigen enthalten sind, der prophezeit, das eine ist das erhellende übernatürliche Licht das der Person zufließt, die mittels der Sternkunde vorhersagt, und prophezeit mit eingegebener Offenbarung, dasselbe ist eine sichere Mitwirkung der göttlichen Ewigkeit, vermittels derer der Prophet das beurteilen kann, was sein göttlicher Geist ihm gegeben hat unter der Mithilfe von Gott dem Schöpfer und in einer natürlichen Anregung, (40) das ist im Wissen, daß dann das Vorhergesagte wahr ist, und seinen Ausgangspunkt übersinnlich genommen hat: Solches Licht und winzige Flamme sind nichts desto weniger von ganzer Wirkungskraft und von solch absoluter Höhe wie die natürliche Helligkeit und das natürliche Licht den Philosophen so Gewißheit gibt, daß sie vermittels der Prinzipien der ersten Ursache an die tiefsten Tiefen der höchsten Gelehrsamkeit gelangt sind. (41) Aber davon genug mein Sohn, ich schweife nicht zu tief aus für die Fassungskraft deiner Sinne, und auch daß ich feststelle, daß die Wissenschaften einen so großen und unvergleichlichen Verlust erleiden werden, daß ich feststelle, der Welt geschehen vor der weltweiten Umwälzung so viele Fluten und so hohe Überschwemmungen, daß es kaum ein Gebiet geben wird, das nicht von Wasser bedeckt wäre, und es wird so lange Zeit dauern, daß außer der Völker und Länderkenntnisse kaum noch etwas vorhanden wäre, (42) außer vor und nach solchen Überschwemmungen wird es in den meisten Ländern so wenig Regen geben, und vom Himmel wird eine so große Fülle von Feuer und von glühenden Steinen fallen, daß dort nichts bleiben wird, das nicht verzehrt wäre: Und dieses Geschehen in Kürze, und vor der letzten Umwälzung: (43) Denn obgleich der Planet Mars noch seinen Zyklus vollendet und am Ende seiner letzten Periode, wenn er ihn wieder aufnimmt: Aber die einen für mehrere Jahre im Wassermann versammelt, die anderen für länger und auf die Dauer im Krebs. (44) Und jetzt da wir vom Mond geleitet werden, mittels der Allmacht des ewigen Gottes wird, bevor er seinen vollständigen Kreislauf vollendet hat, die Sonne kommen, und dann Saturn. (45) Denn gemäß den himmlischen Zeichen wird die Herrschaft des Saturn zurückkehren, daß sich nach der Berechnung die Welt einer Zerstörung erzeugenden Umwälzung nähert: (46) Und daß von diesem Augenblick an, bevor daß ich dies niederschreibe, wird die Welt in einhundertsiebenundsiebzig Jahren drei Monaten und elf Tagen durch Seuche, langen Hunger, Kriege und mehr noch durch Überschwemmungen zwischen heute und diesem vorbestimmten Datum, davor und danach mehrere Male so dezimiert werden, und so wenig der Welt wird bleiben, daß man den nicht finden wird, der die Felder nehmen will: Die auch so lange frei sein werden: Wie sie in Bearbeitung gewesen sind (47) und dies dann nach dem sichtbaren himmlischen Richterspruch, wenn wir auch noch so sehr im siebten Jahrtausend seien, das alles vollendet, im Achten uns näherrückend, wo der Sternhimmel der achten Sphäre ist, die in einer sehr freidenkerischen Ausdehnung ist, wo der große ewige Gott die Umwälzung vollenden wird, wo die himmlischen Bilder zur Eigenbewegung zurückkehren werden und die höhere Bewegung, die uns die Erde stabil und fest macht, sie wird nicht ewiglich geneigt sein: Außer bis sein Wille erfüllt sein wird und kein anderer Punkt (48) wie sehr auch alle natürlichen Vernünftigkeiten mit widersprüchlichen Meinungen von mohammedanischen Phantastereien überhäuft werden, kommt Gott der Schöpfer einige Male durch die Diener seiner feurigen Boten mit flammenden Sendschreiben, um auf die äußeren Sinne selbst auf unsere Augen einzuwirken, die Ursachen einer zukünftigen Vorhersage, Bedeutungen für den zukünftigen Fall, der sich demjenigen zeigen muß, der vorhersagt. (49) Denn die Vorhersage, die sich im äußeren Lichte ereignet hat, kommt untrüglich ins Urteilen teils mit und vermittels dem äußeren Licht: Wie sehr wahrlich der Teil, der den Anschein hat durch das Auge der Einsicht, das ist nicht durch die Verletzung des Erfindergeistes, (50) der Grund ist äußerst augenscheinlich, das Ganze ist vorhergesagt aus einem göttlichen Hauch und vermittels des himmlischen Geistes einem weissagenden Menschen eingegeben, wiedergebend Salbungen der Wahrsagungen, der geratend in Erleuchtung, ihm zuvor die Phantasie erregend durch verschiedene nächtliche Erscheinungen, der in zuverlässiger Gewißheit mit astronomischer Handhabung verbunden mit der heiligsten Zukunftsvorhersage prophezeit, andererseits nicht über freien Mut nachdenkend. (51) Komm in dieser Stunde zu hören, mein Sohn, was ich durch meine Umwälzungen entdecke, die mit geoffenbarter Eingebung übereinstimmend sind, daß sich uns jetzt das Todesschwert mit Pest nähert und mit Krieg, schrecklicher als er in drei Menschenaltern nicht gewesen ist, und Hunger, derselbe wird die Erde heimsuchen und da oft wiederkehren, (52) Denn die Sterne stimmen in der Umwälzung überein, und er hat auch gesagt: ‚Ich werde ihre Ungerechtigkeiten mit eisernen Ruten heimsuchen, und deshalb mit Peitschen schlagen:‘ (53) Denn die Barmherzigkeit Gottes wird eine Zeit nicht ausgebreitet werden, mein Sohn, bis daß der größte Teil meiner Prophetien erfüllt werden wird und sie durch Erfüllung vollendet sein werden. (54) Alsdann wird während der finsteren Zeiten zu mehreren Malen der Herr sprechen ‚Zerquetschen und zerbrechen werde ich, und werde nicht bemitleiden,‘ (55) und tausend andere Ereignisse, die durch Wässer und Dauerregen eintreten werden, wie ich das in Niederschrift ausführlicher in meinen anderen Prophetien dargelegt habe, die ausführlich verfaßt sind ‚in freier Rede‘, bestimmend die Orte, Zeiten und die vorausbestimmten Zeitpunkte, was die nachfolgenden Menschen eingetreten sehen werden, die unfehlbar eingetroffenen Ereignisse erkennend, (56) wie wir in den anderen deutlicher redend bemerkt haben, trotzdem daß die Verständnisse unter Nebel gefangen sein werden: Aber wenn die Zeit kommen wird, muß sich die Unwissenheit auflösen, die Sache wird klarer werden. (57) Zum Ende kommend, mein Sohn, nimm also dieses Geschenk deines Vaters Michel Nostradamus, der hofft, dir eine jede Prophezeiung der hier vorliegenden Vierzeiler zu erklären, und ich bete zum unsterblichen Gott, daß er dir ein langes Leben in Wohlergehen und blühendes Glück verleihen wolle.

In Salon, den 1. März, 1555.“

Brief an Heinrich II. König von Frankreich, übersetzt von Hans-Jürgen Ewald[1]

„An den unüberwindlichsten,
großmächtigen und allerchristlichsten
König von Frankreich, Heinrich den Zweiten:
Michel Nostradamus
Unterwürfigster und gehorsamster Diener und
Untertan, Sieg und Glück.

(1) Wegen eben derselben erhabenen Wahrnehmung, die ich empfangen habe, o allerchristlichster und siegreichster König, nachdem daß mein Gesicht lange Zeit verdunkelt scheinend vor der unermeßlichen Göttlichkeit eurer Majestät erscheinen darf, seit jenem Augenblick bin ich fortwährend geblendet gewesen, nicht aufhörend jenen Tag zu lobpreisen und fortwährend zu ehren, daß ich zuerst vor derselben, als einer so menschenfreundlichen, einzigartigen Majestät erscheinen durfte. (2) Nun aber irgendeine Gelegenheit suchend durch welche ich das gute Herz und den offenen Mut kundtun kann, daß ich vermittels desselben mein Können in umfassender Ausbreitung der Erkenntnis bei eurer ehrwürdigsten Majestät unterbreitet hätte. (3) Nun aber sehend, daß es mir nicht möglich war, das in Eindrücken kund zu machen, verbunden mit meinem einzigen Wunsch von meiner sehr langen Verdunklung und Unbekanntheit plötzlich zu Klarheit gebracht zu sein und vorgelegt dem Antlitz des allerhöchsten Auges und des ersten Monarchen der Welt, (4) so bedeutend, daß ich lange Zeit im Zweifel gewesen bin, wem ich diese drei verbleibenden Centurien meiner Prophetien , das Tausend vollendend, widmen würde (5) und nachdem haben lange nachgedacht über eine kühne Vermessenheit, habe ich meine Denkschrift an eure Majestät gerichtet, die sich darüber nicht wundern möge, wie der ganz bedeutende Schriftsteller Plutarch in das Leben des Lykurg erzählt, daß erblickend die Opfergaben und Geschenke, welche man durch Opferung an die Tempel der unsterblichen Götter zu jener Zeit darbrachte, und aus diesem Grund, daß man sich nicht oftmals allzusehr erschreckt über frische Reugelder und Einlagen würden sie nicht wagen sich in den Tempeln zu zeigen. (6) Dessen ungeachtet, sehend Euren königlichen Glanz verbunden mit einer unvergleichlichen Menschlichkeit, habe ich meine Widmung an Euch gerichtet, nicht wie bei den Königen von Persien, wo es überhaupt nicht erlaubt war, zu ihnen zu gehen noch weniger sich ihnen zu nähern. (7) Aber einem sehr verständigen, einem sehr weisen Fürsten habe ich meine nächtlichen und prophetischen Berechnungen gewidmet, zuvor mit einer natürlichen Intuition verfaßt: begleitet von einer poetischen Begeisterung, wie von der Regel der Dichtkunst, (8) und den größten Teil verfaßt und abgestimmt auf Grund astronomischer Berechnung, entsprechend den Jahren, Monaten und Wochen der Regionen, Länder, und des größten Teils der Orte und Städte ganz Europas, einschließlich Afrika, und ein Teil Asiens mit der Veränderung der Regionen, welche sich dem größten Teil all dieser Landstriche nähern, und verfaßt nach einem natürlichen Verfahren: (9) irgendeiner wird einwenden, der guten Grund haben würde, in sich selbst zu kundschaften, der Reim sei ebenso leicht zu fassen wie das Verständnis des Sinns schwierig. (10) Und daher, oh überaus menschenfreundlicher König, ist der größte Teil der prophetischen Vierzeiler solchermaßen holprig, daß man das darin Gegebene weder sieht und wissen würde noch weniger jemand interpretieren, (11) obwohl ich hoffe in Niederschrift die Jahre, Städte, Orte und Regionen zu hinterlassen, wo das meiste geschehen wird, selbst vom Jahr 1585 und vom Jahr 1606, beginnend ab der gegenwärtigen Zeit, welche der 14. März 1557 ist. (12) Und gehe weit darüber hinaus bis zu dem Ereignis, welches gründlich berechnet nachher stattfinden wird zum Beginn des 7. Jahrtausends, so weit wie sich meine astronomische Berechnung und anderes Wissen erstrecken konnten, wo die Gegner von Jesus Christus und seiner Kirche beginnen werden sehr stark zu wuchern, (13) das alles ist verfaßt und berechnet in Tagen und Stunden der Auserwählung und gut angeordnet, und dem größten Recht, das es mir möglich gemacht hat, und das alles freier und williger Geist der Minerva, (14) berechnend nahezu ebenso viele Ereignisse der kommenden Zeit wie der vergangenen Zeitalter, einschließlich der Gegenwart, und dessen, was man im Laufe der Zeiten in allen Regionen erfahren wird, daß es sich erfüllt, alles namentlich auf diese Art wie es niedergeschrieben ist, nichts Überflüssiges darein mischend, wie wohl man gemeinhin sagt: ‚Deshalb ist im Zukünftigen die Wirklichkeit im allgemeinen nicht bestimmt.’ (15) Es ist wohl wahr, Sire, daß ich nicht glaubte aus meiner natürlichen Begabung, die mir von meinen Vorfahren mitgegeben worden ist, zu weissagen, eben diese natürliche Begabung in Gleichklang bringend und übereinstimmend mit meiner langen Berechnung vereinigt, befreiend Seele, Geist und Gemüt von aller Sorge, Bekümmernis und Ärger durch Ruhe und Stille des Geistes. Alles eine erwiesene Gnade und einen Teil vorhergesagt auf dem ehernen Dreifuß. (16) Wiewohl es mehrere sind, die mir dies zuschreiben, daß so viel in mir ist, wie von solchen, daß da nichts ist, allein der ewige Gott, der Erforscher der menschlichen Gemüter, ist darin mild, gerecht und barmherzig, ist der wahre Richter, zu welchem ich bitte, daß er mich vor der Verleumdung der Böswilligen schützen möge, (17) welche auch verleumderisch werden nachfragen wollen, aus welchem Grund alle eure altehrwürdigen Vorfahren, die Könige von Frankreich, die Skrofulose geheilt haben, und von anderen Nationen haben sie den Schlangenbiß geheilt, wieder andere haben ein sicheres Gespür für die Wahrsagekunst gehabt, und andere Fälle, welche hier aufzuzählen zu lange wäre. (18) Trotz jenen, von welchen die Boshaftigkeit des bösen Geistes über den Lauf der Zeit hinweg nicht verstanden werden wird, wird nach meinem irdischen Erlöschen meine Niederschrift bedeutender sein als zu meinen Lebzeiten, selbst dann wenn ich in meiner Berechnung der Zeiten geirrt hätte, man nicht nach dem Wunsch irgendwelcher anderer sein könnte. (19) Es wird Eurer mehr als kaiserlichen Majestät gefallen mir zu verzeihen, beteuernd vor Gott und seinen Heiligen, daß ich nicht beabsichtige irgend etwas bei der Niederschrift in der vorliegenden Zuschrift in Versen zu behaupten, das gegen den wahren katholischen Glauben wäre, vergleichend die astronomischen Berechnungen gemäß meinem Wissen, (20) denn die Zeiträume von unseren ersten Vorfahren, welche uns vorausgegangen sind, mich der Korrektur des heiligsten Gerichtes unterwerfend, sind folgende, der erste Mensch Adam existierte ungefähr eintausend zweihundertzweiundvierzig (1242) Jahre vor Noah, die Zeiten nicht nach der Berechnung der Alten berechnend, wie Varro es in Niederschrift festgelegt hat: sondern alleinig nach den Heiligen Schriften, und nach meinem schwachen Geist in meinen astronomischen Berechnungen. (21) Nach Noah, ihm und der weltweiten Sintflut kam Abraham ungefähr eintausendundachtzig (1080) Jahre, welcher ein hervorragender Astrologe gewesen war, nach einigen erfand er zuerst die Chaldäische Schrift: (22) Danach kam Moses ungefähr fünfhundertfünfzehn oder -sechzehn (515) Jahre, (23) und zwischen den Zeiten von David und Mose sind so ungefähr fünfhundertsiebzig (570) Jahre gewesen. (24) Dann danach zwischen der Zeit des David und der Zeit unseres Retters und Erlösers Jesus Christus, geboren von der einzigartigen Jungfrau, sind (nach einigen Cronographen) eintausenddreihundertfünfzig (1350) Jahre gewesen: (25) Jemand könnte einwenden, diese Berechnung sei nicht wahr, weil diese sich unterscheidet von jener des Eusebius. (26) Und dann die Zeit von der Erlösung der Menschen bis zu der abscheulichen Verführung der Sarazenen sind sechshunderteinundzwanzig (621) Jahre vergangen, so ungefähr, (27) von da an kann man leicht zusammenbringen, welche Zeiten vergangen sind, ob da meine Berechnung nicht gut und gültig ist für alle Nationen, weil das alles berechnet worden ist nach dem Lauf des Himmels in Verbindung von Gemütsbewegung durchdrungen in gewissen Stunden hinterlassen von der Gemütsregung meiner Ahnen. (28) Aber die Ungunst der Zeit, oh durchlauchtigster König, erfordert, daß solche verborgenen Ereignisse nicht veröffentlicht werden denn durch rätselhafte Sätze, nichts habend als einen alleinigen Sinn und einziges Verständnis, ohne etwas zweideutiges hinein getan zu haben und keine zweideutige Berechnung: (29) aber vielmehr unter verdunkelter Unklarheit durch eine natürliche Eingebung, annähernd an die Meinung eines der tausendundzwei Propheten, die seit Erschaffung der Welt gewesen waren, gemäß der Berechnung und der punischen Chronik des Joel, ‚Ich werde meinen Geist über alles Fleisch ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen.’ (AT: Joel 3,l - d. Autor). (30) Aber solche Prophezeiung ging vom Mund des Heiligen Geistes aus, der die höchste ewige Macht darstellte, verbunden mit der Himmlischen zu einigen aus dieser Anzahl große und bewunderungswürdige Ereignisse vorhergesagt haben: (31) Ich an dieser Stelle, ich maße mir in keinster Weise solchen Titel an, da sei Gott vor, ich bekenne wohl, daß alles von Gott kommt und ihm drücke ich darin den Dank, die Ehre und unsterbliches Lob aus, ohne von der Wahrsagerei hineingemischt zu haben, die vom Geschick hervorgeht: Aber von Gott, aus der Natur und mehrheitlich begleitet von der Bewegung des himmlischen Laufes, (32) solchermaßen das sehend wie in einem Brennspiegel, wie in einer verdunkelten Erscheinung, die großen Ereignisse, traurig und wundervoll, und unglücksschweren Unternehmungen, die sich durch die obersten Kulturführer nähern. Zuerst den Kirchen Gottes, zum Zweiten durch jene, welche die irdischen Stützen sind, nähern sich mit tausend anderen unglücklichen Unternehmungen solcher Verfall und Niedergang, daß man im Lauf der Zeiten die Zukunft erkennen wird: (33) Denn Gott wird auf die lange Unfruchtbarkeit der großen Dame sehen, die dann danach zwei vorzügliche Kinder empfangen wird: (34) Aber sie ist gefährdet, jene, die ihr hinzugegeben werden wird, durch die Unbesonnenheit des Alters im Achtzehnten vom Tod bedroht, nicht das Sechsunddreißigste überschreiten könnend, welche ihr drei Männer und ein Weib hinterlassen wird, und sie wird zwei von einem haben und denjenigen, der niemals von ein und demselben Vater stammt, (35) von den drei Brüdern werden solche Zwistigkeiten ausgehen, später vereinigt und einträchtig, daß die drei und vier Teile Europas erzittern werden: (36) Durch den Jüngsten wird die christliche Monarchie unterstützt und vergrößert werden: Parteien erhoben und plötzlich gestürzt, aber zurückgesetzt, Königreiche vereinigt, neue besetze verkündet werden: (37) Von den anderen Kindern wird das Erste die wilden gekrönten Löwen in Besitz nehmen, die Pranken unerschrocken unter die Helme haltend. (38) Das zweite wird sich so weit treiben begleitet von den Lateinern, daß der zweite Weg bebend und wütend zum Berg Jupiters gemacht werden wird, herabsteigend, um die Pyrenäen hinaufzusteigen wird nicht übertragen werden an die alte Monarchie, wird die dritte Überschwemmung mit Menschenblut gemacht, Mars wird sich nicht lange Zeit in Enthaltsamkeit befinden. (39) Und die Tochter wird gegeben werden zur Erhaltung der christlichen Kirche, ihr Beherrscher abfallend an das Heidentum, die neue Partei der Ungläubigen, sie wird zwei Kinder haben, das eine im Glauben, das andere im Unglauben zur Stärkung der Katholischen Kirche. (40) Und das andere, das in seiner großen Verwirrung und späten Reue die zerstören wollen wird, werden drei Regionen mit außerordentlichem Unterschied in Bündnissen sein, um sie zu nennen Romanien, Germanien, Spanien, die verschiedene Parteien mit militärischer Hand hervorbringen werden, zurücklassend (aufgebend) den 50. und 52. Breitengrad, (41) und werden weitentfernten Religionen in Regionen Europas und nördlich vom 48. Breitengrad huldigen, der wird zuerst in unnützer Furchtsamkeit zittern, dann werden die im äußersten Westen, die im Süden und die im Osten zittern, (42) ihre Macht wird so sein, daß diese sich durch Eintracht und Einigkeit in kriegerischen Eroberungen unüberwindlich machen wird. Von Natur werden sie gleich sein: Aber äußerst unterschiedlich im Glauben. (43) Nach diesem wird die unfruchtbare Dame, von größerer Macht als die Zweite, von zwei Völkern empfangen werden, vom ersten hartnäckig durch denjenigen, der über alle Macht gehabt hat, vom zweiten und vom dritten, das seine Streitkräfte gegen den Umkreis des Ostens von Europa bis zu den Pannoniern auflösen (aufreiben) wird, es hat niedergeworfen und ist umgekommen und mit der Marine wird es seine Ausdehnung machen zu dem Adriatischen Sizilien über Myrmidonen, und Germanische im ganzen unterlegen, und die ganze barbarische Partei der Lateiner wird gründlich heimgesucht und verjagt werden. (44) Dann wird das große Reich des Antichristen beginnen in Atila und Zerses in großer Zahl und unzählbar einzufallen, so vortrefflich, daß die Ankunft des Heiligen Geistes, herkommend vom 48. Grad, Wanderung auslösen wird, verjagend zur Abscheu des Antichristen, der Krieg gegen den Königlichen führt, welcher der große Stellvertreter Jesu Christi sein wird, und gegen seine Kirche, und sein Reich auf Zeit, und in der Gunst der Stunde, (45) und davor wird eine Sonnenfinsternis vorausgehen, die dunkelste und finsterste, die seit Erschaffung der Welt bis zum Leiden und Sterben von Jesus Christus und von da bis heute gewesen ist, (46) und es wird im Monat Oktober sein, daß irgendeine große Verlagerung stattfinden wird, so daß man glauben wird die Schwerkraft der Erde verloren zu haben, ihre natürliche Bewegung, und in ewige Finsternis geschleudert zu sein; vorausgehend im Frühjahr und nachfolgend hinterher werden außerordentliche Veränderungen und Umwandlungen von Reichen stattfinden durch große Erdbeben, (47) mit dem Wuchern des neuen Babylon, die Tochter elend gewachsen durch Greuel, und wird so nur dreiundsiebzig Jahre und sieben Monate existieren, (48) dann danach wird aus dem Stamm jener, die so lange Zeit unfruchtbar geblieben war, der hervorgehen, herkommend vom fünfzigsten Grad, der die ganze christliche Kirche erneuern wird. (49) Und es wird großer Frieden, Einigkeit und Eintracht unter einem der Kinder mit verwirrten Antlitzen und entzweit durch unterschiedliche Reiche gemacht werden (50) und es wird ein solcher Friede gemacht werden, daß der Erwecker und Anstifter der kriegerischen Partei durch die Mannigfaltigkeit der Ordensgeistlichen im tiefsten Abgrund angekettet bleiben wird, und das Königreich des Tollwütigen wird geeint werden: Der wird den Weisen nachäffen. (51) Und die Länder, Orte, Städte, Reiche und Provinzen, welche die vorigen Wege verlassen haben werden, um sich zu befreien, werden, sich tiefer knechtend, heimlich ihrer Freiheit überdrüssig werden und den vollständigen Religionsverlust, sie werden beginnen auf den linken Teil zu schlagen, um sich dem Rechten zuzuwenden, (52) und wiederherstellend die lange Zeit unterdrückte Heiligkeit mit ihrer alten Schrift, daß danach der große Hund den größten Fleischerhund hervorbringen wird, welcher alles zerstören wird, selbst dasjenige, ehe daß es ausgeführt sein wird, wie in der ersten Zeit werden die Tempel wieder aufgerichtet werden, und der Klerus wird wieder in seinen alten Stand eingesetzt werden, (53) und wird beginnen zu huren und zu schwelgen und tausend Freveltaten zu begehen. (54) Und einem anderen Jammer nahe seiend, dadurch daß sie auf ihrem höchsten und erhabensten Ansehen sein wird, werden sich Machthaber und Militärmächte erheben und die zwei Schwerter werden ihr genommen werden und ihr wird nichts bleiben als die Abzeichen, (55) mit welchen und vermittels der Beugung die anzulocken, das Volk veranlassend den rechten Weg zu gehen, während sie sich nicht mit dem Ende entgegen dem Hand- Wasser zu jenen herablassen wollen, die Erde berührend, werden sie anstacheln wollen bis (56) daß von dem Zweig der lange Zeit Unfruchtbaren geboren werden wird, der das Volk in aller Welt von jener gar zu guten und freiwilligen Knechtschaft erlösen wird, sich selbst dem Schutz des Mars ausliefernd und Jupiter aller seiner Ehren und Würden beraubend, für die freie Stadt, gegründet und gelegen in einem anderen winzigen Zweistromland. (57) Und das Oberhaupt und Statthalter wird aus der Mitte ausgestoßen und an einen hohen luftigen Ort gebracht werden, die Konspiration der Verschwörer mit dem zweiten Thrasybul, der alles lange geleitet haben wird, nicht ahnend: (58) Alsdann werden die Unanständigkeiten der Entweihungen in der Finsternis des verdunkelten Lichtes zur großen Schande vorgeworfen und bekannt gemacht werden, es wird aufhören gegen Ende des Wechsels seiner Herrschaft, und die Schlüssel der Kirche werden hinter der Liebe Gottes zurückbleiben, und etliche unter ihnen werden vom wahren Glauben abfallen, (59) und von drei Parteien wird diejenige der Mitte durch die Häupter ein wenig in Verfall gebracht werden. Die erste vollständig in Europa, der größte Teil Afrikas ausgerottet mit der dritten, vermittels der geistig Armen, daß unsinnig Erhobene mit lüsterner Unzucht Ehe brechen werden. (60) Das gemeine Volk wird sich anhaltend erheben, wird die Anhänger der Gesetzgeber verjagen, und es wird scheinen, daß die geschwächten Reiche durch die (bei den) Orientalen (Östlichen), daß Gott der Schöpfer Satan aus den höllischen Kerkern losgelassen habe, um den großen Gog und Magog geboren werden zu lassen, welche eine so große abscheuliche Spaltung in der Kirche verursachen werden, daß weder die Roten noch die Weißen ohne Augen und ohne Hände nicht mehr glauben werden, und ihnen ihre Macht genommen werden wird. (61) Alsdann wird den Kirchen mehr Verfolgung geschehen, wie sie niemals gewesen. (62) Und zwischenzeitlich wird der so große Pesthauch geboren werden, daß von drei Teilen der Welt mehr als zwei umkommen werden. Solchermaßen, daß man die Besitzrechte der Felder und Häuser weder wissen noch erkennen wird, und Kraut wird höher als bis zum Knie in den Straßen der Städte wachsen: (63) Und dem Klerus wird eine totale Verwüstung getan werden, und die Kriegerischen werden das an sich reißen, was von der Sonnenstadt, von Malta und von den Inseln der Stöchaden zurückgeschickt werden wird, und die große Kette der Hafenstadt wird geöffnet werden, die ihren Namen vom Seestier nimmt. (64) Und ein neuer Einfall wird an den Meeresküsten gemacht werden, befreien wollend das ‚sault Castulum’ von der ersten mohammedanischen Wiedereroberung. (65) Und nicht alle ihre Angriffe werden vergeblich sein, und an der Stelle, da dereinst die Wohnung Abrahams war, wird von Personen angegriffen werden, welche die Jovialisten in hoher Verehrung halten werden. Und dieselbe Stadt Achem wird von allen Seiten eingeschlossen und angegriffen werden mit sehr großer Macht der Bewaffneten. (66) Ihre Seestreitkräfte werden von den Abendländern geschwächt werden. Und in diesem Reich wird eine große Verwüstung gemacht werden, und die größten Städte werden entvölkert werden, und jene, die hineingehen werden, werden von der Rache des Zornes Gottes gepackt werden. (67) Und das Grab der so hohen Verehrung wird für einen langen Zeitraum unter dem Himmelsblau im umfassenden Blick der Augen von Himmel, von Sonne, und von Mond bleiben. Und die heilige Stätte wird verwandelt werden in einen Stall für kleines und großes Vieh, und hergerichtet für profane Angelegenheiten. (68) Oh welch jammervolle Trübsal wird alsdann für schwangere Frauen sein: Und es wird alsdann vom obersten orientalischen (östlichen) Oberhaupt ausgehen, der aufgeregte Großteil von den Nordländern und Abendländern besiegt, getötet, vernichtet, und der Rest auf der Flucht, und ihre Kinder von verschiedenen Frauen eingesperrt, dann wird die Weissagung des königlichen Propheten erfüllt werden: ‚Daß er höret das Seufzen der Gefesselten, und vernichtet (erlöset) die Söhne der Mörder.’ (69) Welch großer Druck, der dann auf die Fürsten und Statthalter der Königreiche ausgeübt werden wird, selbst bei jenen, die an den Meeren und im Osten (Orient) sein werden, und ihre Sprachen untergemischt in der großen Gemeinschaft: Die Sprache der Lateiner und der Araber durch den punischen Umgang, (70) und all diese östlichen (orientalischen) Könige werden gejagt, geschlagen und vertilgt werden, nicht zuletzt durch den Beistand der Streitkräfte der Könige des Nordwindes und durch die Nähe zu unserer Zeit mit Hilfe der drei Vereinigten heimlich suchend den Tod, hinterhältig der eine dem anderen mit Hinterhalten, und die Erneuerung des Triumvirats wird sieben Jahre dauern, daß sich der Ruf solcher Partei über die ganze Welt ausbreiten wird, und das heilige Meßopfer und die unbefleckte Hostie unterstützt werden wird: (71) Dann werden zwei Herren des Nordwindes siegreich über die Orientalen (Ostländer) sein, und es wird denjenigen so großer Kriegslärm und Tumult gemacht werden, daß der ganze selbige Orient (Osten) erzittern wird vor dem Schrecken selbiger Brüder, keine nördlichen Brüder. (72) Und darum, Sire, daß ich in dieser Abhandlung diese Vorhersagen nahezu verwirrend schildere, und wann dies geschehen können wird und das Eintreten dessen, wie die Zählung der Zeit, daraus folgt nicht, daß es gar nicht oder sehr wenig mit dem Höheren übereinstimmt: Welches so auf astronomischem Weg, wie auf anderen Wegen selbst der heiligen Schriften, welche keineswegs irren könnend, (73) daß so ich wollte für einen jeden Vierzeiler die Zeitzählung seiner Erfüllung angeben könnte: Aber es wäre nicht für alle angenehm, noch weniger diese auszulegen, bis zu diesem Sire, daß Eure Majestät mir umfassende Vollmacht verleihen würde, um dies zu tun, um den Verleumdern von mir keinen Grund zu geben mich anzugreifen. (74) Gleichwohl die Jahre zählend von der Erschaffung der Welt bis zur Geburt Noahs sind eintausendfünfhundertundsechs (1506) Jahre vergangen, (75) und von der Geburt Noahs bis zur Vollendung der Arche bei der Annäherung der weltweiten Sintflut vergingen sechshundert (600) Jahre (ob die sich stützen auf Sonnen- oder Mondjahre oder gemischt), ich halte dafür, wie es die Heiligen Schriften halten, die Sonnenjahre stützen. Und am Ende dieser sechshundert Jahre trat Noah in die Arche, um vor der Flut gerettet zu werden: (76) Und diese Flut geschah weltweit auf der Erde, und dauerte ein Jahr und zwei Monate. (77) Und vom Ende der Flut bis zur Geburt Abrahams verging eine Zahl von zweihundertfünfundneunzig (295) Jahren. (78) Und von der Geburt Abrahams bis zur Geburt Isaaks vergingen hundert Jahre. (79) Und von Isaak bis Jakob sechzig Jahre (80) seit der Stunde, da er in Ägypten eintrat bis zum Auszug eben desselben vergingen einhundertdreißig (130) Jahre. (81) Und vom Eintritt Jakobs in Ägypten bis zum Auszug eben desselben vergingen vierhundertdreißig (430) Jahre. (82) Und vom Auszug aus Ägypten bis zum Bau des Tempels, fertiggestellt von Salomon im vierten Jahr seiner Regierung, vergingen vierhundertachtzig (480) Jahre. (83) Und vom Bau des Tempels bis Jesus Christus vergingen nach der Berechnung der Hierographen vierhundertneunzig (490) Jahre. (84) Also sind es nach dieser Berechnung, die ich erstellt habe, zusammengestellt aus den heiligen Schriften, viertausendeinhundertdreiundsiebzig (4173) Jahre und acht Monate, mehr oder weniger: (85) Also von Jesus Christus an das lasse ich wegen der Unterschiedlichkeit der Parteien, ich habe die gegenwärtigen Prophetien alle gemäß der Ordnung der Kette, die ihren Umlauf in Grenzen hält, berechnet und entworfen, alles nach astronomischer Lehre und gemäß meiner natürlichen Eingebung, (86) und nach einiger Zeit darin dieselbe inbegriffen von dem Augenblick an da Saturn wiederkehren wird am siebten des Monats April bis zum 25. August, Jupiter am 14. Juni bis zum 7. Oktober, Mars vom 17. April bis zum 22. Juni, Venus vom 9. April bis zum 22. Mai, Merkur vom 3. Februar bis zum 24. desselben Monats. (87) In der Zeit danach der erste Juni bis zum 24. Juni, und vom 25. September bis zum 16. Oktober, Saturn im Steinbock, Jupiter im Wassermann, Mars im Skorpion, Venus in den Fischen, Merkur für einen Monat im Steinbock, Wassermann und Fischen, der Mond im Wassermann, der Kopf des Drachen in der Waage: Der Schweif in ihrem entgegengesetzten Zeichen (Widder) (88) folgend eine Konjunktion von Jupiter und Merkur mit einem Quadrataspekt von Mars und Merkur, und der Kopf des Drachen wird mit einer Konjunktion der Sonne mit Jupiter sein, das Jahr wird friedlich sein ohne Sonnenfinsternis, aber nicht überall, (89) und es wird der Beginn dessen sein, was andauern wird und beginnend im gleichen Jahr wird eine größere Verfolgung der Christlichen Kirche stattfinden als in Afrika stattgefunden hat, und diese wird dauern bis zum Jahr eintausendsiebenhundertzweiundneunzig (1792), daß man glauben wird, in einer Umwandlung der Zeit zu sein: (90) Danach wird das römische Volk beginnen sich wieder aufzurichten und einige dunkle Wolken zu vertreiben, wiedererlangend ein wenig von seinem alten Glanz, nicht ohne große Teilung und ständige Veränderungen. (91) Danach wird Venedig in großer Stärke und Macht seine Flügel so hoch erheben, daß es nahe an die Stärken des antiken Rom reicht. Und in derselben Zeit große Byzantinische Segel verbunden mit Ligurischen zur Unterstützung und nördliche acht, es wird irgendein Hindernis geben, weil von zwei Cretern ihr Versprechen nicht gehalten werden wird. (92) Die von den antiken Marsanhängern erbauten Bögen werden mit den Wogen Neptuns verbunden sein. (93) In der Adria wird große Zwietracht gemacht werden, das was vereint werden wird, wird wieder getrennt werden, es wird das einem Haus nahe kommen, was vorher eine große Stadt war und ist, der Allmächtige das Mesopotamien Europas am Fünfundvierzigsten und andere vom 41. , 42. und 47. umfassend. (94) Und in derselben Zeit und in denselben Ländern wird die höllische Macht in den Gegensatz zur Kirche Jesu Christi geraten, die Macht des Gegners seines Gesetzes, welcher der zweite Antichrist sein wird, welcher selbige Kirche und ihren wahren Stellvertreter mittels der Macht der irdischen Könige verfolgen wird, die in ihrer Unwissenheit mit Reden werden verführt werden, die tiefer eindringen werden als ein Schwert in den Händen eines Narren. (95) Die oben genannte Herrschaft des Antichristen wird nicht länger dauern als bis zum Ende dessen, der nahe dem einen Zeitalter zum anderen in der Stadt des Plancus geboren wurde, begleitet von dem Erwählten von Modena Fulcy, durch Ferrara, unterstützt von Liguriern und Adriatischen, und von der nahen Verwandtschaft des großen Sizilien: (96) Dann wird der gallische Ogmium den Berg Jupiters überschreiten, begleitet von einer so großen Anzahl von weit her und das Kaiserreich seines großen Gesetzes eingeführt werden wird, und dann und einige Zeit danach wird das Blut der Unschuldigen von den ein wenig erhobenen Schuldigen reichlich vergossen werden: Alsdann wird durch große Fluten die Erinnerung an die umfassenden Untaten einen unschätzbaren Verlust an solchen Beweismitteln erleiden, selbst die Schriften: Die mit göttlichem Willen bei den Nördlichen sein werden, (97) und noch einmal Satan gefesselt. Und es wird unter den Menschen ein weltweiter Friede gemacht werden, und die Kirche Jesu Christi wird von aller Trübsal befreit werden, wieviel an Galle und pestartiger Verführung die Bewohner der Azoren auch in den Honig mischen wollten: (98) Und das wird nahe des siebten Jahrtausends geschehen, daß die Kirche Jesu Christi nicht mehr von den Ungläubigen, die vom Nordwind kommen werden, mit Füßen getreten werden wird; der Welt rückt irgendein Weltenbrand (Umwälzung) näher, soviel aber bei meinen Berechnungen in meinen Prophetien, daß der Lauf der Zeiten sehr, sehr viel weiter geht. (99) In dem Schreiben, das ich diese vergangenen Jahre meinem Sohn Cäsar Nostradamus gewidmet habe, habe ich etliche Punkte ohne Vorhersage hinreichend ausführlich dargelegt. (100) Hier aber, oh Sire, sind mehrere große und bemerkenswerte Ereignisse zusammengefaßt, welche die Nachfahren erleben werden. (101) Und die lange währende astrologische Berechnung, verglichen mit den Heiligen Schriften, wird die Verfolgung der geistlichen Menschen ihren Ausgangspunkt bei der Macht der Nördlichen Könige, verbündet mit den Orientalen (Ostländer), nehmen, und diese Verfolgung wird elf Jahre dauern, ein wenig weniger, da dann der bedeutendste nördliche König stürzen wird, (102) diese Jahre vollendet wird sein südlicher Bundesgenosse noch hinzukommen, der noch stärker für den Zeitraum von drei Jahren die Kirchenleute verfolgen wird, durch die glaubensabtrünnige Verführung von einem, der in der militanten Kirche unbeschränkt alle Macht hält, und das heilige Volk Gottes, Befolger seines Gesetzes, und die ganze Religionsordnung wird gewaltig verfolgt und solchermaßen heimgesucht werden, daß das Blut der wahren Geistlichen überall schwimmen wird, (103) und einem der schrecklichen irdischen Könige werden von seinen Anhängern solche Lobeshymnen gesungen werden, daß er mehr menschliches Blut von unschuldigen Geistlichen vergossen haben wird, als jemand an Wein zu haben wisse. (104) Und dieser König wird unglaubliche Schandtaten gegen die Kirche begehen, das menschliche Blut wird in den öffentlichen Straßen und Kirchen fließen, wie Wasser bei einem Platzregen, und die nächsten Flüsse werden vom Blut gerötet werden, und andererseits wird ein Seekrieg das Meer röten, daß der Bericht des einen Königs an den anderen lauten wird: ‚Durch Seekriege Meer rotgefärbt.’ (105) dann wird im selben Jahr und in den folgenden Jahren daraus die schrecklichste Seuche folgen, und das Bemerkenswerteste durch den unmittelbar vorangehenden Hunger, und so große Qualen durch alle lateinischen Regionen, wie solche niemals angekommen waren seit der ersten Gründung der Christlichen Kirche, die Spuren davon werden in einigen Gegenden Spaniens bleiben. (106) Alsdann wird der dritte nördliche König, von seinem ersten Minister die Klage des Volkes hörend, eine so große Armee aufstellen, und er wird über die Straßen seiner letzten Vorgänger und Urgroßväter ziehen, der das meiste wieder in seinen Staat eingliedern wird, (107) Und der große Stellvertreter der Kappe wird wieder in seinen alten Stand eingesetzt werden: aber auf das tiefste betrübt und dann ganz verlassen, und es wird sich wenden das Allerheiligste vom Heidentum zerstört zu sein und das Alte und Neue Testament werden geächtet und verbrannt werden, (108) und danach wird der Antichrist der höllische Fürst sein, (109) noch einmal, zum letzten mal, werden alle Königreiche der Christenheit und auch die Ungläubigen über einen Zeitraum von 25 Jahren erbeben, es werden sehr schwere Kriege und Schlachten sein, und Dörfer, Städte, Schlösser und andere Gebäude werden verbrannt, verwüstet, zerstört werden, mit großem Blutvergießen Jungfrauen, Verheiratete und Witwen geschändet, Säuglinge gegen die Mauern der Orte geschmettert und zerrissen werden, und so viel Böses werden sie mit Hilfe Satans, dem höllischen Fürst, begehen, daß sich beinahe die ganze Welt zerstört und verwüstet finden wird: (110) Und vor diesen Ereignissen werden einige ungewöhnliche Vögel ‚Huy huy’ in die Luft schreien, und nach einiger Zeit werden sie verschwunden sein. (111) Und nachdem diese Zeit lange gedauert haben wird, wird beinahe ein anderes Reich des Saturn erneuert werden, und das goldene Zeitalter, Gott der Schöpfer wird sagen, hörend die Trübsal seines Volkes, Satan wird ergriffen und gefesselt werden im tiefsten Abgrund in der tiefen Grube: Alsdann wird zwischen Gott und den Menschen ein universeller Friede beginnen, (112) und er wird ungefähr tausend Jahre gefesselt bleiben, und die geistliche Kraft wird sich in ihre größte Stärke wandeln, und dann wieder losgebunden. (113) Daß alle diese Darstellungen durch die göttlichen Schriften in den sichtbaren himmlischen Dingen angepaßt sind, dies ist zu erkennen an Saturn, Jupiter, und Mars, und den anderen Konjunktionen, wie man deutlicher in einigen Vierzeilern wird sehen können. Ich sehe, ich hätte das gründlicher berechnet und die einen mit den anderen in Übereinstimmung gebracht. (114) Aber sehend, oh durchlauchtigster König, daß einiges bei der Zensur Schwierigkeit machen wird, die auf Grund dessen meine Feder zu meiner nächtlichen Ruhe zurückziehen wird: (115) Vieles dazu, oh allmächtigster König, wird klar und gewiß in Kürze kommen, aber alles in diesem deinem Brief zu verknüpfen weder gekonnt noch gewollt, aber zum Verständnis gewisser Ereignisse von schrecklichem Unheil, ein wenig berührt sind: Derart reich in allem ist deine Größe und Menschenfreundlichkeit, Ehrfurcht vor den Göttern, daß du allein würdig bist, erlauchtester und christlichster König genannt zu werden, dem die höchste Autorität in allem Religiösen zusteht. (116) Nun erbitte ich ganz allein von Euch, oh mildester König; in dieser Eurer einzigartigen und weisen Menschlichkeit, baldigst den Wunsch meines Herzens anzuhören, und den höchsten Eifer, mit dem ich Eurer durchlauchtigsten Majestät zu dienen habe, seitdem daß meine Augen Eurem Sonnenglanz so nahe waren, daß die Bedeutung meiner Arbeit weder heranreicht noch in Anspruch nimmt.

Salon, der 27. Juni, 1558. Ausgefertigt Michel de Nostredame in Salon in der Provinz Petri“

Quelle

  1. 1,0 1,1 Ewald, Hans-Jürgen: Nostradamus und die Johannesoffenbarung. Marktoberdorf 2008.

Sonstiges

  1. Nostradamus im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens