Erna Stieglitz

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Wolfgang Johannes Bekh – Das dritte Weltgeschehen, 1980[1]

„Aus der Stille ihrer Kammer schaute diese Frau den Untergang der Welt. Es folgen die Aussagen:
Der Stand der Technik öffnet zum ersten Mal die Möglichkeit, die ganze Welt von einem Machtzentrum aus zu beherrschen. Während im Westen Bequemlichkeit und Weichheit, Wohlstand und Luxus obenan stehen, bereitet sich der Osten vor, erzieht zur Entbehrung, stählt seine Völker, sorgt für Nachwuchs und Waffen.
Nach den Gesetzen der Militärstrategie stärkt Rußland seine Flanken, bevor es in der Mitte, daß heißt gegen Westeuropa, vorstößt. Es muß an den Flanken unverwundbar sein. Die Südflanke heißt: Afghanistan, Persien, Irak, Türkei, Griechenland, Jugoslawien. Die Nordflanke heißt: Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark.
Bis zur bayerischen Grenze wird eine russische Weitspurbahnlinie herangeführt.
In einem Sommer, wahrscheinlich im Monat Juli, wenn die Erdölregion bereits in ziemlich festen russischen Händen ist, erfolgt der Angriff aus dem Osten auf die Süd- und Nordflanke, auf die Türkei, auf Griechenland, auf Jugoslawien und auf Skandinavien. Gegen Ende Juli stoßen die östlichen Angriffskeile blitzartig gegen Westeuropa vor. Anfang August werden die eingedrungener, Panzerarmeen in Mittelfrankreich, vermutlich um Lyon, und wenig später bei Ulm vernichtet.
Mitte August greifen russische Eliteeinheiten Alaska an. In Europa kommt es zum Abwurf einer radioaktiv strahlenden ‚gelben Wand‘.
Prag wird zerstört. Ungefähr um dieselbe Zeit werden die Panzereinheiten des Nordkeils in Westfalen eingekesselt und fast völlig aufgerieben. Die Russen sind in Westeuropa in die Verteidigung gedrängt. Als Rache erfolgt der atomare Gegenschlag gegen alle Städte der USA. Gleichzeitig schlagen die USA atomar zurück. Weite Teile Rußlands und die letzten Raketensilos werden zerstört. Als Folge dieser Ereignisse kommt es in Rußland zu einer Gegenrevolution, die das bisherige System stürzt. Im September gibt es den letzten verzweifelten Versuch russischer Unterseebooteinheiten, Europa atomar zu verwüsten. Bei diesem Angriff werden viele französische und deutsche Städte in ein Flammenmeer verwandelt.
Um ins einzelne zu gehen: Auf die blitzartige Besetzung aller militärischen Basen in Skandinavien folgt ein zweiter Flankenangriff gegen die Türkei. Dort und in Persien finden Panzerschlachten statt. Der Russe bemüht sich, möglichst rasch durch den Balkan zur Adria vorzudringen. Der Mittelangriff gegen Westeuropa erfolgt in drei gewaltigen Stoßkeilen. Der erste wird aus dem Raum Stettin – Berlin nach Lübeck, Hamburg und in die Niederlande vorstoßen. Der zweite aus dem Raum Sachsen und Dresden ins Ruhrgebiet. Der dritte Stoßkeil wird aus Böhmen nach Bayern hereinbrechen und zum Oberrhein streben. Eine unvorstellbare Masse von Panzern rollt an den Bergketten der Schweiz vorbei bis hinunter nach Lyon. Die Truppen der Nato sind auf einige wenige Verteidigungsräume zusammengedrängt. Die meisten Gebiete sind von der Roten Armee längst überflutet und besetzt. Die Verteidigungsräume heißen: Ruhrgebiet und Niederlande, sodann Bayern, die Alpen und die Schweiz, sowie das südfranzösische Rhonegebiet. Außerdem wird es Verteidigungsräume geben in Oberitalien, am Balkan, in der Türkei.
Der Angriff der Ostarmee in Europa wird gebrochen – mehr noch, die russische Armee wird vernichtend geschlagen. Rußland verliert allein in seinen Heersäulen sieben Millionen Menschen, ein hoher Blutzoll für ein Volk, das eben in Massen vom Dialektischen Materialismus abgefallen war und wieder zu glauben begonnen hatte.
[Zum Vergleich diene eine Aussage von Nostradamus: ‚Die Niederlage des Angreifers erfolgt nach dem Sieg des Löwen im Löwen.‘ Es wurde dieses Wort in der einschlägigen Literatur (z. B. von Rudolf Putzien) ausgelegt als: Der Bayerische Löwe hält stand und siegt, wenn die Sonne im Tierkreiszeichen des Löwen steht, also in der Zeit zwischen Mitte Juli bis Mitte August. Schwere Kämpfe toben um Augsburg, Nürnberg und Basel.]
Paris wird von den Franzosen (den aufständischen) selbst in Brand gesteckt. Der Papst muß aus Rom fliehen, wohin er nach zweihundert Tagen wieder zurückkehrt.
Die katholischen (mit den Augen der ehemaligen Sowjetunion ‚reaktionären‘) Länder haben in diesem letzten Kampf eine entscheidende Aufgabe. Bayerische und österreichische, schweizerische und französische Truppen werden nach den Vernichtungsschlachten bei Lyon und Ulm nach Norden vorstoßen, um sich an der Schlacht gegen die dort eingekreisten russischen und preußischen (gemeint ist die zum Zeitpunkt der Gesichte noch bestehende DDR) Verbände zu beteiligen.
[Ein lang gehegter Gedanke drängt sich dem Verfasser in diesem Zusammenhang auf: Die ‚Spaltung‘ Deutschlands in Süd und Nord ist eigentlich keine Spaltung, sondern ein uraltes Zweierlei aus Roma und Germania. Dieses Zweierlei von Süd und Nord brach wieder auf durch Luther und den Dreißigjährigen Krieg, der Bayern und Österreich nach Rom zurückverwies. Und auch die sogenannte Ost-Westspaltung nach dem Zweiten Weltkrieg ist im Grund eine nur nicht ganz konsequent durchgeführte Süd-Nord-Spaltung. Im Süden jedenfalls liegen die Länder Bayern und Österreich, die mehr als je vorher zur Wiederherstellung des alten Großbaiern herausfordern. (So weit der Einschub des Verfassers.)]
Von den aus Süden heraufkommenden, entscheidend eingreifenden Truppen ist in den ältesten Prophezeiungen schon die Rede. Während die Schlacht bei Lyon das Schicksal Frankreichs wendet, erfüllt sich in der Schlacht bei Ulm das Schicksal Bayerns und Österreichs. Die dritte und größte Schlacht, diejenige in Westfalen, bestimmt das Schicksal ganz Europas. Die nach Europa eingedrungenen östlichen Verbände werden durch eine westliche Blitzaktion von ihren Nachschubbasen abgeschnitten. Im Rücken der vorgedrungenen Armeen des Ostens wird ein „gelber“ Vorhang heruntergelassen. Ob es sich um eine radioaktive Strahlenwand handelt? Man kann es sich nicht anders erklären, da es über diese Wand hinweg kein Vor und Zurück mehr gibt, außer durch den Tod hindurch. Erst gegen Ende dieses verhältnismäßig kurzen Krieges kommt es zum Duell mit Atomwaffen. Und schließlich zum totalen atomaren Krieg. Seine verheerenden Auswirkungen entziehen sich jeder Beschreibung.
Die Aussagen von Mutter Erna Stieglitz über den Bayerischen Wald und die Oberpfalz decken sich weitgehend mit denen Alois Irlmaiers. Südlich der Donau gibt es vereinzelte atomare Explosionen, hinter der Grenze am unteren Inn fürchterliche Zerstörungen, ebenso am Oberlauf der Donau. Teilweise bis in die oberbayerisch-salzburgischen Alpen herein kommen die Osttruppen über Österreich und Jugoslawien. Bei Ulm gibt es eine gigantische Kesselschlacht gegen die Ostarmee, die ihren Südkeil der Donaulinie entlang zur Schweiz und nach Mittelfrankreich vorgetrieben hatte.
Die Hauptgefahr für das Gebiet, das ungefähr von den Städten Mindelheim und Altötting, Pfaffenhofen und Weilheim begrenzt wird, also für den mittelbayerischen Raum, besteht in den Zerstörungen, die Terrorismus, Plünderung, Brandstiftung, Mord- und Totschlag anrichten. Das Faustrecht kehrt wieder, Gesetzlosigkeit, Chaos! Hungernde Großstädter werden zu Räubern an den Bauern! Bewaffnete Banden ziehen durchs Land, Fanatiker, Mörder, Psychopathen, Mob. Es ist ein nie vorher, außer vielleicht im Dreißigjährigen Krieg, dagewesener Schrecken! Und endlich dann die atomar verursachte Giftwolke, die auch hier ein Drittel der Menschheit dahinrafft!
Schon in den ersten Tagen der Kämpfe wird der elektrische Strom ausfallen. Schlagartig wird alles wieder von Hand gemacht werden müssen. (Was das bedeutet, davon bekam man im Zusammenhang mit der südbayerischen Schneekatastrophe am 24., 25. und 26. April 1980 einen winzigen Vorgeschmack.) Kein Elektroherd funktioniert mehr, kein Kühlschrank, keine Tiefkühltruhe, keine Waschmaschine, keine Geschirrspülmaschine, kein Radiogerät, kein Fernsehapparat, keine Wasserpumpe, keine Zentralheizung, keine Melkmaschine, keine Metzgerwaage, keine Kühlung im Schlachthof und beim Wirt, keine Benzinzapfsäule, kein elektrisches Licht, kein Aufzug, keine Bahn, von Schreibmaschinen, Rechenmaschinen, Computern zu schweigen.
Auf der anderen Seite gibt es kein Stangeneis mehr und keine Menschen, die melken können, gibt es keine Ackerpferde und keine Ochsen, gibt es keine Feuerherde und keine Waschküchen mehr. Und doch: Die Schwierigkeiten des Melkens, Kochens und Heizens werden auf dem Lande bewältigt. Nicht in den Hochhäusern der Städte. Dort bricht alles zusammen.
Das Wasserproblem ist fast unlösbar. Es fahren jedenfalls des Kraftstoffmangels wegen keine Tankfahrzeuge zur Wasserversorgung mehr durch die Straßen. Und auch auf dem Land: Wohl dem, der noch nicht an ein zentrales Wassernetz angeschlossen ist! Handbrunnen sind gefragt wie in den Wochen vor dem Ende das bare Gold.
Was am allermeisten auffallt: Niemand ist auf die Katastrophe vorbereitet. Weder der Staat noch der Einzelne. Dabei hätte man dreißig oder fünfunddreißig Jahre lang Zeit gehabt, sich auf das einzustellen, was kommt. Obwohl die Endlichkeit des Luxus auf der Hand lag, glaubte niemand so recht daran. Am Schluß werden sich die Maßnahmen überstürzen – zu spät.
Aber noch ist es nicht so weit! Noch herrscht (nicht nur im Osten) der Teufel; auch im Westen hat er seine irdische Herrschaft angetreten. Die Sünde der Hoffahrt wird riesig, die Sünde, daß alles Machbare gemacht wird. Und leider: Teuflische Profitgier zerstört nicht nur die westliche Halbkugel, sondern die ganze Welt. Der Tanz ums Goldene Kalb hat neu begonnen; die Götzen sind selbst gemacht! Die westlichen Teufelsboten sind mit Orden und Ehrenzeichen behangen und haben die Stirn, sich auf die christliche Nächstenliebe zu berufen. Es geht aber nicht darum, wie sie behaupten, einen Notstand zu beseitigen, sondern die Verschwendung zu drosseln. Und das wird gut gelingen! Der Übergang zu einer sparsameren, aber deswegen nicht unglücklichen Lebensweise wird kommen. Das Gehwerkzeug wird wieder hoch im Kurs stehen. Entfernungen wird niemand mehr zu überwinden haben. Es wird wieder Menschen in enger Nachbarschaft geben und außerhalb ihrer Städte Natur. Aber bevor es soweit kommt, werden die Helfer und Helfershelfer der Atomindustrie betrogene Betrüger sein. Es ist nämlich durchaus möglich, daß einige der größten Atomexplosionen, die Mutter Erna Stieglitz voraussah, von der sogenannten friedlichen Nutzung der Kernenergie herrühren. (Ein einziges sogenanntes ‚Kompaktlager‘, das von einem einzigen Terroristen binnen Minuten zu zerstören ist, setzt eine Strahlung von 3 Tonnen Plutonium frei, die ein Gebiet im Umkreis von 150 bis 200 Kilometer unbewohnbar macht.) Mit Reklame, Verschwendung und Luxus, mit ‚Verhütung‘, Abtreibung und Ausschweifung, mit Glaubenslosigkeit, Wohlstand und Lüge wird es dann vorbei sein. Ehrlichkeit und Härte, Keuschheit und Kindsgeburten, Not und Gottesfurcht regieren wieder die Stunde. Nur Völker ohne Bedürfnisse werden leben.
Beten wir, beten wir, beten wir. Nur noch unser Gebet kann die Strafe lindern, kann den Übergang von der Schuld zur Sühne mäßigen. Dennoch darf nicht Untergangsstimmung bei uns Einlaß haben, soll sieghafte Hoffnung uns durchdringen, Hoffnung auf die Heiligung unseres Lebens. Denn in der Flamme wird Erz geläutert.“

Quelle

  1. Bekh, Wolfgang Johannes: Das dritte Weltgeschehen. Pfaffenhofen 1980.

Sonstiges

  1. Erna Stieglitz und ihre Vorlagen