Christine Bauer-Rapp

Aus Bibliothek der Weltenwende
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Alois Meiereder – Der Alde Gott lebt noch, 2005[1]

Strafgericht

„Wie bereits in der Einleitung zu meinen Visionen erwähnt, war die Vision, die ich als ‚Strafgericht‘ bezeichnen möchte, diejenige, die mir am häufigsten gezeigt wurde. Im Abstand von etwa drei bis vier Monaten erlebte ich seit Beginn meiner Visionen immer wieder die gleichen schrecklichen Bilder. Diese Vision dauerte stets ungefähr eine halbe Stunde. Zu Beginn der 90er-Jahre sah ich das Strafgericht nicht mehr so oft. Überraschenderweise sah ich es aber an einem Tag im Februar 1995 dreimal hintereinander, nachdem ich mich wie gewohnt um etwa 13.00 Uhr zum Ausruhen ins Bett gelegt hatte. Zwischen den Visionen waren jeweils kurze Pausen, in denen ich bei vollem Bewußtsein im Bett lag, bevor ich wieder entrückt wurde. Ähnliches erlebte ich noch einmal ein Jahr später, als ich in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar 1996 das Strafgericht zweimal hintereinander schaute. In den Folgejahren mußte ich die schreckhafte Vision nur noch selten schauen, ungefähr einmal im Jahr. Zum letzten Mal sah ich das Strafgericht am 14. November 2000.
Ich schaute aus dem Fenster meiner Küche und sogleich begann draußen ein heftiger, fürchterlicher Sturm. Der Wind riß Bäume, Häuser und Menschen mit sich. Alles flog durch die Luft, so als wären die Häuser Spielzeug und die Menschen Strohpuppen. Zugleich mit dem Sturm bebte die Erde. Von hohen Bergen sah ich gewaltige Stein- und Geröllmassen zu Tale stürzen; ganze Berggipfel wurden abgetragen und breiteten sich über die Ebenen. Das war ein Krachen, Dröhnen und Rauschen von so einer furchtbaren Lautstärke, daß ich meinte, ich müßte jeden Moment ohnmächtig werden. Die kleineren Berggipfel, die ich herabstürzen sah, waren bewaldet. Der größere Teil der Bergkuppen und Berghänge, die ich zu Tale stürzen sah, bestand aus blankem Felsen. Es schien mir, als wenn es so hohe Berge im Schwarzwald nicht geben würde. Die ungeheuren Steinmassen stürzten mit einer enormen Geschwindigkeit hinab in die Täler und Ebenen. Nach nur wenigen Minuten waren die Berge nur noch ungefähr halb so hoch wie zuvor und der Lärm von rutschenden Stein- und Geröllmassen hörte auf.
Dann kam das Hochwasser. Ich hörte ein lautes Rauschen und spähte, wo das herkommen möge. In den nächsten Momenten erblickte ich in der Feme unvorstellbare Wassermassen, die sich in einer Breite, so weit ich schauen konnte, über das Land bewegten. In ganz kurzer Zeit bedeckte das Wasser alles Land. Der Wasserschwall, so meine ich, muß mindestens fünfzehn Meter hoch gewesen sein, denn sogar Kirchtürme wurden von den Wassern überschwappt.
Als alles überflutet war, regnete es plötzlich Feuer vom Himmel. Überall wo ich hinsah, fielen Feuertropfen vom Himmel und verschwanden in den Wassermassen. Es waren schlanke Feuerzungen, ich meine, so lang wie eine Menschenhand und ganz schlank und feurig.
Und dann verspürte ich ein Gefühl, als finge die Erde zu schaukeln an, so wie wenn ein Schiff auf hoher See in den Wellen schaukelt. Das ist schwer zu beschreiben, denn es war als hätte die Erdanziehungskraft sich gelockert oder verändert.
Obwohl ich geistiger Weise am Fenster meiner Küche stand, wurde mir beim Anblick der schrecklichen Heimsuchungen die Gnade zuteil, daß ich alles so beobachten konnte, als hätte ich aus einer Raumkapsel irgendwo im Weltraum zugesehen.
In mir war ein Gefühl, als beträfe das die ganze Erde, als würden diese furchtbaren Katastrophen, die ich so oft habe schauen dürfen, auf dem ganzen Globus gleichzeitig geschehen. Bei jedem Mal, wenn ich das Strafgericht schaute, verspürte ich eine panische Angst und befürchtete ohnmächtig zu werden oder gar zu sterben. Obwohl mir diese Vision in genau gleicher Weise oft gezeigt wurde, war es für mich jedes Mal so, als würde ich sie erstmals erleben. Danach war ich jedes Mal körperlich total erschöpft und verängstigt und zitterte am ganzen Körper. Es waren fürchterliche Heimsuchungen, von denen ich glaube, daß sie der Welt noch bevorstehen. Nach solch einer Vision stand ich meistens sofort von der Coach oder vom Bett auf, weil ich so aufgeregt war, um mich aber schon wenige Minuten später wieder hinzulegen, weil ich so erschöpft war.
Solange ich in Obersasbach lebte, sah ich mich während dieser Vision vor dem Küchenfenster stehen. Bei den späteren Visionen, die ich in Rittersbach erlebte, betrachtete ich das ‚Strafgericht‘ vom Fenster des Wohnzimmers aus.“

Drei dunkle Tage (Vision vom 1. 8. 1997)

„In der Vision stand ich im Flur meiner Wohnung, die hell beleuchtet war. Das war ein übernatürliches Licht, ich weiß nicht woher es kam. Obwohl ich durch kein Fenster nach draußen schaute, wußte ich, daß es überall stockdunkel war. Ich spürte, hörte und sah, daß viele Menschen, die sich im Freien befanden, Zuflucht in einem Wohnhaus suchten. Ich sah vereinzelt Häuser, vor denen viele, viele Menschen herumliefen und versuchten hineinzukommen, um Schutz und Nahrung zu suchen. Tausende rannten verzweifelt umher, konnten aber nirgends hineinkommen, weil die Häuser alle verschlossen waren. Immer wieder wurden bei verschiedenen Häusern die Türen eingedrückt. In manchen Häusern wurde erbittert gekämpft, es ging drunter und drüber, überall herrschte Panik.
Nun bemerkte ich, daß durch die Garage vom Wohnhaus, die meiner Wohnung vorgelagert ist, viele Leute zu mir in die Wohnung eindringen wollten. Ich fühlte mich bedroht und bekam eine starke Angst. Schnell ging ich zur Durchgangstüre und versuchte den Schlüssel der Glastüre umzudrehen, die ich ohnehin immer verschlossen hielt. Ich wollte halt sicher sein, daß auch wirklich abgeschlossen ist. Doch gleich danach drückten die mehrere Menschen gegen die Türe. Ich trat zwei Schritte zurück und erlebte, daß die Türe eingedrückt wurde und vor mir auf den Boden schlug. Sofort drangen eine Menge Leute in meine Wohnung ein. Sie drückten mich zur Seite, drangen in die Räume ein und plünderten alle Lebensmittel die sie finden konnten. Offenbar hatten die Eindringlinge einen furchtbaren Hunger.
Bei dieser Vision, so meine ich, wurde mir ein Abschnitt der drei dunklen Tage gezeigt, die nach den Aussagen vieler Heiliger, vieler Seher und auch der Muttergottes an Erscheinungsorten schon oft prophezeit worden waren.“

Ein Komet stürzt auf die Erde (Vision vom 1. 11. 1998)

„Ich stand auf der Erde im Freien, sah Wiesen, Felder und Bäume auf einer weiten Ebene. Es war heller Tag und der Himmel war blau und klar, als ich über mir einen riesigen Himmelskörper erblickte. Ganz weit oben sah ich einen dunklen Block, der sich langsam der Erde näherte. Schon nach kurzer Weile wurde er größer und bedrohlicher. Der Brocken war länglich, hinten und vorne gerundet, und ungefähr doppelt so lang wie breit. Er bestand aus ganz rauhem, hartem Gestein, und sah so aus, wie ein riesengroßer Felsen aus Granit. Als der Brocken der Erde schon ganz nahe war, ich meine, vielleicht einige hundert Meter über dem Erdboden, sackte er ganz schnell auf die Erde. Der Himmel verfinsterte sich, nur am weit entfernten Horizont sah ich noch Tageslicht.
Ich verspürte in diesen Augenblicken eine furchtbare Angst, weil ich fest glaubte, dieser riesige Brocken, bei dem es sich möglicherweise um einen Kometen handelte und der wohl eine Fläche von mehreren hundert Quadratkilometern hatte, würde sogleich auf die Erde krachen und mich unter sich begraben, und mit mir die Erdoberfläche, soweit ich sehen konnte. Vor lauter Schrecken fing ich an zu schreien, denn ich glaubte sterben zu müssen.
In diesem Moment war die Vision zu Ende. Zitternd erhob ich mich vom Bett und ging zu meinem Mann in die Küche. Ich erzählte ihm von meiner schrecklichen Vision. Er sagte mir, daß er mich im Bett hätte schreien hören. Anschließend mußte ich mich wieder hinlegen, denn die Vision hatte mich doch sehr mitgenommen.“

Ein Himmelskörper fällt auf die Erde (Vision vom 26. 1. 1999)

„Das war eine ähnliche Vision, wie ich sie knapp drei Monate vorher am 1. 11. 1998 erlebt hatte.
Ich stand im Freien auf dem Erdboden und sah einen riesigen Himmelkörper mit rasender Geschwindigkeit auf die Erde stürzen. Vor Angst habe ich geschrieen und befürchtete ohnmächtig zu werden, weil ich glaubte, der riesige Komet oder Felsen würde auf eine weite, unüberschaubare Landfläche fallen und auch mich unter sich begraben. Bevor der Himmelskörper auf der Erde aufschlug, war meine Vision zu Ende.“

Steinbrocken schlagen auf der Erde ein (Vision vom 3. 2. 2004)

„Früh morgens lag ich im Bett; etwa um 5.45 Uhr wurde ich im Geiste entrückt. Das war ungewöhnlich, weil früh am Morgen erlebte ich höchst selten eine Vision.
Ich befand mich irgendwo im Freien, nahe dem Erdboden, jedoch freischwebend in der Luft, und schaute in die Natur, in die Landschaft meiner Heimat. In ganz kurzer Zeit verfinsterte sich das Firmament und es fing an heftig zu donnern. Dieser Donner trieb mir Schauer über den Rücken, ich empfand eine furchtbare Angst. Es war ein Gefühl in mir, als müsse gleich ein Erdbeben folgen. Gleich nach dem Donnern stürzten massenweise große Steinbrocken – ich meine es waren Granitbrocken – zu Boden. Es waren so viele, als hätte es Steinbrocken geregnet. Einige waren ganz klein wie Steine, andere riesengroß. Etwa zwei Meter vor mir schlug ein großer, wuchtiger Brocken mit dumpfem Geräusch auf dem Erdboden ein. Und danach sah ich einen großen, zentnerschweren Stein vor mir liegen, es war kein weicher Sandstein, sondern ein Granitstein.
Nun schaute ich viele zerstörte Häuser und viele tote Menschen in eingestürzten Häusern der Umgebung, auf den Straßen und auf den Fluren. Danach sah die Landschaft so aus, als wenn ein starkes Erdbeben stattgefunden hätte. Damit war die Vision, die nur etwa eine Viertelstunde gedauert hatte, zu Ende. Auch die zuvor geschilderten Visionen über mächtige Himmelskörper dauerten jeweils ungefähr fünfzehn Minuten.“

Sternenhagel (Vision vom 2. 10. 2004)

„Am frühen Morgen saß ich im Wohnzimmer beim Gebet. Währenddessen, etwa um 07.15 Uhr, wurde ich im Geiste entrückt. Ich stand irgendwo im Freien, schaute zum Himmel und erschrak, denn von weit oben sah ich viele Lichter, die herabstürzten. Es schien mir, als würden die Sterne vom Himmel stürzen. Ich bekam eine schreckliche Angst. Mitten am Himmel erblickte ich gleich danach Jesus. In majestätischer Gestalt stand er groß am Himmel, es ging ein starker Glanz von ihm aus. Neben ihm befand sich ein großes, hell strahlendes Kreuz. Als dann die glühenden Lichter – es mögen vielleicht unzählige glühende Kometenteile gewesen sein – zur Erde stürzten, erfaßte mich ein derartiges Grauen, daß ich mich auf den Boden warf und mein Gesicht auf die weiche Erde drückte. Dabei sagte ich: ‚Herr Jesus Chrischtus, lass mi eher sterbe, als dasch i no einmol so was erlebe.‘
Es war dies eine der wenigen Visionen, die ich in sitzendem Zustand erlebte; nach ungefähr fünfzehn Minuten war sie vorbei.“

Radiodurchsage (Vision vom 14. 7. 2003)

„Ich war im Bett – nachts um ca. 1.30 Uhr wachte ich auf und begann den schmerzhaften Rosenkranz zu beten. Währenddessen wurde ich im Geiste entrückt: Bei Tageslicht saß ich in der Küche am Tisch. Auf dem Tisch stand ein Wecker, der plötzlich zu mir her rutschte und laut zu klingeln begann. Es war 06.00 Uhr. In dem Moment ging das Radio an und der Sprecher kündete eine große Katastrophe an. Er sagte in etwa: ‚Auf der ganzen Welt wird etwas schlimmes passieren!‘ Ich verstand noch, daß es eine Katastrophe sei, die den Menschen schon lange durch Seher vorhergesagt worden wäre. Er sagte aber nicht genau was passieren wird, er nannte auch kein Datum. Nach weinigen Minuten war die Vision zu Ende.“

Quelle

  1. Meiereder, Alois: Der Alde Gott lebt noch. Birkach 2005.