Bartholomäus Holzhauser und Lorenzo Ricci

Aus Bibliothek der Weltenwende
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die vorliegende Prophezeiung wird Bartholomäus Holzhauser zugeschrieben, der von 1613 bis 1658 lebte, Priester in Tittmoning, St. Johann, Mainz und Bingen war und die Weltpriestervereinigung der Bartholomäer gründete. Er soll prophetisch begabt gewesen sein. Bekannt wurde er vor allem durch seine Auslegung der Johannesapokalypse. Joseph von Görres, ein katholischer Publizist und Gegner Napoleons veröffentlichte die Prophezeiung 1814 im von ihm gegründeten Rheinischen Merkur. Görres gibt an, ein lateinisches Manuskript der Prophezeiung besessen zu haben, das Holzhauser als Verfasser nennt. Die Urschrift soll sich dem Manuskripte zufolge in Holzhausers Hinterlassenschaften befunden haben, wurde von Görres jedoch nie mit eigenen Augen gesehen. Ferner gibt er an, die Prophezeiung sei mindestens schon 25 Jahre vor 1789 bekannt gewesen, was jedoch mangels Quellen nicht glaubwürdig ist. Der Text teilt die Welt in drei Perioden. Er bezieht zunächst Stellung gegen die Aufklärung. Im weiteren greift er die ältere Tradition der Weissagungen über den Sturz der Kirche durch den Antichristen, das Auftreten des großen Monarchen und den Triumph des Glaubens, unter dem nur ein Hirte und eine Herde sein soll, auf. Inhaltliche Besonderheiten zeigen, daß der Text nicht viel älter als seine Erstveröffentlichung sein kann: Das Zerbrechen der Lilie, das Ausmorden des Adels und des Klerus beschreiben die jüngst vergangene französische Revolution. Das Symbol des „räuberischen Adlers“ entspricht dem „aquila rapax“ aus der Päpsteprophetie des Malachias, wo es den zeitgenössischen Papst Pius VII. (Pontifex von 1800 – 1823) bezeichnet, der von Napoleon, auf den sich der Spruch bezieht, aus dem Kirchenstaat vertrieben wurde. Die Herkunft des großen Monarchen aus einem gedemütigten deutschen Herrscherhause und die Vernichtung Frankreichs durch ihn deutet auf die eigentliche Intention der Prophezeiung: die Propagierung eines deutschen Fürsten, der Napoleon besiegen soll. Der Text entspricht daher in seiner politischen Tendenz durchaus der Gesinnung des Herausgebers und kann somit nicht als authentisch betrachtet werden. Er bietet letztlich keine verläßliche Information über einen künftigen Großherrscher. Eine weitgehend deckungsgleiche, nur leicht abgewandelte Kopie der dritten Periode der Welt kursiert unter dem Namen Lorenzo Riccis, dem letzten General der Jesuiten, der 1775 in Gefangenschaft starb. Diese Version geht auf eine holländische Übersetzung der Görresschen Holzauserprophezeiung zurück, die dort als eine Erklärung der Prophezeiung Holzhausers durch Ricci präsentiert wird. Nach einer Rückübersetzung ins Deutsche firmierte sie endgültig unter Riccis Namen und fand seitdem als Doppelung Holzhausers, diesen durch ihre Ähnlichkeit wundersam bestätigend, in späteren Prophezeiungssammlungen Einzug.

Dem Bartholomäus Holzhauser zugeschriebene Prophezeiung[1][2][3][4]

Die drei Perioden der Welt

„Erste Periode: Und zwar werden in der Zeit der Kirche, der tausend und achthundert Jahre, nachdem die Jungfrau geboren hat, große Bedrängnisse über die Erde kommen.
Der verewigte Trithemius hat wahr gesagt von denen, über die mein Jahrhundert in der vierten Zeit der Kirche Zeugnis abgelegt, ich aber werde mit Hilfe des Paraklet weissagen von denen, die da kommen sollen.
Zu dieser Zeit wird ein neuer Luzifer erscheinen, das ist ein Geist des Hochmutes und der Eitelkeit, der unter dem Namen der Philosophie eine Zeitlang einen großen Teil der Welt beherrschen wird.
Und zwar hat Luther das Dach zerstört, Calvin die Mauern eingerissen, aber die Grundfesten wird dieser Philosophismus zerstören.
In Frankreich, das schon früher durch Sünden groß geworden, werden Hähne auferstehen, die durch ihr philosophisches Geschrei die ganze Welt aufregen und unter dem Schein der Freiheit die Völker verführen, die Lilien brechen, die Fürsten morden, den christlichen Glauben gänzlich unterdrücken und in der Kirche Verfolgungen erregen. Die Priester und Diener der Kirche werden ins Elend gejagt und ermordet werden; und die gottlose Schar dieser sogenannten Philosophen wird ihre Lehre ausbreiten, womit die Jugend zum Atheismus und Naturalismus verleitet und die Völker verführt werden, daß sie dem Gesetz und dem König nicht gehorchen, die Kirche verdammen, sich verschwören, um in der ganzen Welt Republiken zu errichten; und alles wird vom Krieg verwüstet werden. Das wird das Ende der ersten Periode dieser Verfolgung sein.

In der zweiten Periode wird Friede sein, aber nur der Name wird sein, und in Wahrheit ist kein Friede. Denn in ihm werden die Bedrängnisse so groß sein wie im Kriege. Die deutschen Fürsten, schon von alter Treue abgefallen, werden den Kaiser verlassen und durch das ungerechteste Band des Friedens gegen die Katholiken sich binden. Alle Erzbistümer, Bistümer, Klosterabteien und Körperschaften, die meist der fromme Sinn der Väter gegründet, werden diese Fürsten nach Art der Wölfe zerstören.
Deutschland wird sein ein geteiltes Reich, weil seine Fürsten Gesellen der Wut geworden sind, weswegen Gott den Geist des Schwindels über sie ausgegossen hat. Und das wird es sein, was sie sich bereitet haben: sie werden wollen, was sie nicht wollen; nicht wollen, was sie wollen; und so groß wird die Verkehrtheit werden. daß sie nicht können, was sie können. Denn jener Geist des Schwindels wird es also fügen, daß Könige und Fürsten am hellen Mittag wie in Finsternis tappen, weil ihre Leuchten verrückt sind von ihrem
Ort, so daß sie erblinden mußten.
Aber nun wird, was kaum zu glauben ist, ein Mensch erscheinen; sein Name wird unbekannt sein und sein Vaterland nur wenig berühmt. Ihn hat Gottes Allmacht unter dem Namen des starken Monarchen bestimmt, einen weiten Teil der Welt zu strafen. Dieser starke Monarch, gegürtet mit mächtigem Schwert, wird alle Republiken, welche die Zöglinge des Philosophismus errichtet hatten, von Grund aus zerstören und die Scharen dieser gottlosen Jünger, die nicht der Kirche noch dem Gesetz gehorchen, sich wunderbar unterwerfen. Mit einem Mal wird er unter dem Zeichen des räuberischen Adlers mit Schrecken und Härte das Reich beherrschen, das immer am ersten in die Fehler fällt, die es vermeiden wollte. Den Geist der Zwietracht wird dieser starke Monarch zu Hilfe nehmen und nun in andere Reiche eindringen, besonders in jene, die jenseits des Rheines liegen, um sie für ihre gottlose und lasterhafte Regierung zu strafen; denn im priesterlichen Kleid und weltlichen Gewande hatten sie den Glauben und die Gesetze verlassen.
Darum wird er den größten Teil ihrer Reiche verwüsten und die Zepter dieser Könige zerbrechen. Überaus groß wird das Elend in den Reichen sein, und Zeichen werden den Bedrängnissen voraneilen. Alte Staaten werden untergehen und neue sich erheben. Unter den Flügeln dieses räuberischen Adlers wird das römische Reich zerrissen werden. Weil viele um den Vorrang streiten, wird alles gestürzt werden. Und es wird dieser starke Monarch einige, aber nicht lange Zeit herrschen in einem Tei1 des Orients und auch des Okzidents, damit alle wiederkehren zu Gott, unserm Herrn.

Dritte Periode: Die Völker werden, wie schon gesagt, in allen Weisen in Armut sinken und dann zu Gott sich im Gebete wenden und seine Barmherzigkeit erflehen, daß er abwende von ihnen die dreifache Strafe: Krieg, Hunger und Pest. Und siehe, im Anfang dieser dritten Periode wird die Hilfe unseres Herrn in solcher Weise sich bewähren, daß alle Welt an ihn glauben muß. Als sollte der Erdkreis zusammenstürzen, eine solche überaus wunderbare Veränderung wird sich nun ergeben, daß kein Sterblicher sich einen solchen Wechsel hätte einbilden mögen. Das Ende des starken Monarchen, der in der zweiten Periode herrscht, ist nun verhängt. Denn erfüllt ist das Wort und ein großer Teil der Welt durch ihn gezüchtigt.
Unter der Hilfe des Herrn werden überaus starke Heerführer aus einem alten und edlen Hause der Deutschen sich erheben. Tief gedemütigt, wie sie waren, durch den oben erwähnten starken Monarchen, durch harte Not aufs äußerste gebracht, hätte niemand eine solche Veränderung sich einbilden können. Denn die Hände dieses Führers sollen wunderbar gestärkt werden und sein Arm wird Vaterland, Gesetz und Glauben rächen. Es wird nun eine gemeinschaftliche Sache gegen jenen starken Monarchen und gegen die zum Verrat des Vaterlandes mit ihm verbundenen Fürsten und Könige sein. Das Vermögen und die Hilfeleistung der ganzen Welt wird zur Führung des Krieges gegen diesen Monarchen und seine Verbündeten verwendet werden.
Jener starke, von Gott gesandte Führer wird im Offenen jenen Monarchen aufreiben und mit der Schärfe des Schwertes alle seine Feinde diesseits und jenseits des Meeres austreiben. Er wird Frankreich, von jedem Verteidiger entblößt, und in sich selbst aufgelöst, durch Niederlagen, Elend, Feuerflammen in unerhörter Rache zerreißen, schlagen und auflösen, indem er einen Teil gegen Mitternacht hin zu ewigem Lohne einem Sprößling aus dem Geschlechte der Könige gibt, der in Knabenschuhen ausgewandert war. Wehe dann jenen, die vorhin die Lilien zerrissen haben und von ihm die Krone weggenommen. Wehe jenen, das ungerechtes Gut erworben. Wehe jenen, die Ärgernis gegeben und das Szepter sich anmaßen!
Ferner wird der neue Achab, die neue Jezabel nimmermehr sein. Er wird schwere Rache nehmen an Fürsten und Königen, die vorher Verräter des Vaterlandes gewesen sind. Wehe auch jenen, die vom Reiche ihrer Väter und von der Kirche ungerechtes Gut geraubt. Sie werden alles mit Zinsen wiedergeben müssen und es wird fortan kein Heil im Hause dieser Diebe sein. Unabwendbare Strafe wird sie verfolgen. Denn jener starke Führer hat geschworen vor dem Angesicht des Herrn einen Eid, daß er das Schwert nicht eher wieder in die Scheide stecke, als er das Vaterland hundertfältig gerächt habe. Stürzen wird er dann das hohe Babylon, das Judenreich wird enden, die Türkenherrschaft wird zerstört werden und jener starke Heerführer wird der stärkste Monarch in der ganzen Welt und sein Szepter wird das des Manasse (fünfundzwanzigjährige Regierungszeit) sein. Und er wird in der Versammlung der Männer, die durch Frömmigkeit und Weisheit aufrichtig verbunden sind, mit Beihilfe des hl. Vaters neue Gesetze und Normen entwerfen und jenen Geist des Schwindels in Banden legen, um ein neues Jahrhundert zu beginnen und zu erziehen, wo nur eine Herde und ein Hirt sein wird, welcher der Welt und allen, die guten Willens sind, den Frieden gibt, um Gott unseren Herrn zu verherrlichen.“

Die angebliche Weissagung des Lorenzo Ricci [2][4]

„Die Völker werden, wie schon gesagt, gänzlich verarmen. Wenn sie nun jene Härte fühlen, werden sie unsern Gott anbeten und seine Barmherzigkeit anflehen um Abwendung einer dreifachen Strafe: des Krieges, der Hungersnot und der Pest. Und siehe, beim Anfange dieser dritten Periode wird sich die Hilfe unseres Gottes in dem Augenblicke zeigen. wo es scheinen wird, als wolle die ganze Welt zusammenstürzen.
Es wird nun eine so wunderbare Veränderung kommen, wie sie sich kein Sterblicher einbilden konnte.
Denn das Ende jenes großen Monarchen wird da sein: Denn des Herrn Wort ist jetzt erfüllt; und ein großer Teil der Welt ist durch ihn gestraft worden. Nun wird unter Gottes Beistand der sehr tapfere Herzog aufstehen, aus einem alten angesehenen deutschen Hause, welches durch den obengenannten tapfern Monarchen sehr gedemütigt und durch die harte Notwendigkeit aufs Äußerste gebracht ist.
Keiner wird sich diese große Veränderung einbilden können: Denn die Hände dieses Herzogs werden wunderbar gestärkt werden, und sein Arm Wird den Glauben. das Gesetz und das Vaterland rächen. Es wird gemeinschaftliche Rache gegen jenen Monarchen und gegen alle mit ihm verbunden und zum Verrat des Vaterlandes vereinigten Könige und Fürsten gemacht, und alles Geld der ganzen Welt wird angewandt werden, um den Krieg zu führen.
Dieser sehr starke Herzog, der von Gott erwählt, wird jenen tapfern Monarchen auf offenem Felde zermalmen und mit grausamem Schwerte alle seine Feinde gegen Morgen und Abend sowie diesseits und jenseits des Meeres vernichten; das von jedem Verteidiger entblößte und unter sich geteilte Frankreich wird er durch Niederlagen, Feuer und Elend mit unerhörter Rache zerreißen, zerstören und zugrunde richten, während er einen Teil gegen Norden einem Sohne aus dem königlichen Stamme, der als Knabe ausgewandert war, zum ewigen Lehen geben wird.
Wehe überall jenen, welche die Lilie zerbrachen und ihr die Krone raubten! Wehe jenen, welche ungerechtes Gut erwarben! Wehe jenen. welche Ärgernis gegeben, und Zepter an sich rissen! - Es wird kein neuer Achab, keine neue Jezabel sein! - Jener tapfere Herzog wird eine fürchterliche Rache nehmen an Königen und Fürsten, welche vorher Verräter des Vaterlandes gewesen sind. Wehe überall jenen, welche vom Reiche der Vorfahren desselben wie von der Kirche ungerechte Beute machten! - Sie werden alles mit doppelten Zinsen zurückgeben müssen. Kein Heil wird im Hause jener Diebe sein. Die unabwendbare Strafe wird sie verfolgen; denn jener sehr starke Herzog hat vor dem Angesichte des Herrn den Schwur getan: nicht eher sein Schwert einzustecken, bis das Vaterland hundertfach gerächt worden ist. Das große Babylon wird zusammenstürzen. Der Protestantismus wird ausgetilgt, und das türkische Reich wird untergehen, und jener Herzog wird der stärkste Monarch auf der ganzen Erde sein.
Sein Zepter wird das des Manasses sein; er wird in einer Versammlung von Männern, die in der Kirche durch Frömmigkeit und Weisheit ausgezeichnet sind, mit Hilfe des Papstes neue Gesetze und Ordnungen einführen, während er jenen Geist der Verwirrung in Banden legt und unsere Gesellschaft wiederherstellt, indem er die Unsrigen aus entfernten Gegenden zurückruft, um ein neues Jahrhundert anzufangen und zu erziehen. Dann wird überall wieder eine Herde und ein Hirt sein, welcher der Welt und allen, die guten Willens sind, Frieden verleihen wird in der Anbetung Gottes unseres Herrn.“

Quellen

  1. Rheinischer Merkur Nr. 6. 1814.
  2. 2,0 2,1 Beykirch, Theodor: Prophetenstimmen mit Erklärungen. Paderborn 1849.
  3. Hübscher, Arthur: Die große Weissagung. Heimeran Verlag 1952.
  4. 4,0 4,1 Loerzer, Sven: Visionen und Prophezeiungen. Augsburg 1998.